BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 14Beantwortet

Zukunft des Deutschen Centrums für Photographie (DCP) in Berlin (G-SIG: 14012433)

Errichtung eines Deutschen Centrums für Photographie im Rahmen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Finanzierung, Erwerb von Nachlässen und Sammlungen

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Bundeskanzleramt

Datum

05.12.2001

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 14/750513. 11. 2001

Zukunft des Deutschen Centrums für Photographie in Berlin

der Abgeordneten Dr. Norbert Lammert, Bernd Neumann (Bremen), Renate Blank, Hartmut Koschyk, Anton Pfeifer, Hans-Peter Repnik, Dr. Wolfgang Schäuble, Margarete Späte, Erika Steinbach, Dr. Rita Süssmuth und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

Photographie ist ein Medium des 20. Jahrhunderts, das das kollektive Gedächtnis geprägt hat wie kaum ein anderes. Anders als in Frankreich, in den USA oder in den Niederlanden, gibt es in Deutschland keine Institution, die sich der Erforschung und wissenschaftlichen Erschließung der Photographie in Deutschland widmet. Seit drei Jahren verfolgt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) das Vorhaben, in Berlin ein Deutsches Centrum für Photographie (DCP) zu errichten, das diese Aufgabe wahrnehmen könnte und damit der in jüngsten Zeit auch auf dem Kunstmarkt bedeutend gewordenen Kunstsparte gerecht zu werden. Bei seiner letzten Sitzung hat der Stiftungsrat keine (zusätzlichen) Mittel für das Projekt DCP zur Verfügung gestellt und damit den Plan eines Instituts mit internationaler Ausstrahlung nicht verwirklicht.

Aus diesem Grunde fragen wir die Bundesregierung:

Fragen8

1

War die Bundesregierung als ein Träger der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in den Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess über das DCP einbezogen und welche Position vertritt die Bundesregierung?

2

Wie beurteilt die Bundesregierung vor dem Hintergrund des wachsenden Interesses an der Photographie als künstlerisches Medium die Chancen, in Berlin das DCP in der ursprünglich geplanten Form in Zukunft doch noch zu verwirklichen?

3

Welchen Finanzierungsbedarf hätte nach Ansicht der Bundesregierung eine solche Einrichtung und wie hoch beziffert sie die jährlichen Folgekosten?

4

Bestehen nach Erkenntnis der Bundesregierung auch weiterhin die Optionen, Sammlungen erwerben zu können oder dauerhaft in Berlin verfügbar zu haben, die für den Fall der Institutsgründung von den Besitzern in Aussicht gestellt wurden und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

5

Wie beurteilt die Bundesregierung aufgrund der jetzt eingetretenen Situation und vor dem Hintergrund des weiter steigenden Preisniveaus auf dem Kunstmarkt und der internationalen Konkurrenz die Chancen, bedeutende Nachlässe und Sammlungen für Berlin zu erwerben?

6

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung in diesem Zusammenhang dem Erwerb photohistorisch bedeutender Sammlungen und Nachlässe vor dem Hintergrund jüngst realisierter (Sammlung Berggruen) und artikulierter (Sammlung Marzona) Erwerbsinteressen des Bundes an Sammlungen aus Privatbesitz bei?

7

Welche Rolle sieht die Bundesregierung bei künftigen Erwerbsinteressen für die geplante Nationalstiftung für Kunst und Kultur vor?

8

Besteht nach Ansicht der Bundesregierung auch weiterhin die Option, den ursprünglich vorgesehenen östlichen Stülerbau als Sitz des DCP zu verwirklichen?

Berlin, den 5. November 2001

Dr. Norbert Lammert Bernd Neumann (Bremen) Renate Blank Hartmut Koschyk Anton Pfeifer Hans-Peter Repnik Dr. Wolfgang Schäuble Margarete Späte Erika Steinbach Dr. Rita Süssmuth Friedrich Merz, Michael Glos und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen