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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Dieselmotoremissionen von Pkw und Lkw (G-SIG: 12011820)

Entwicklung des Anteils von Dieselfahrzeugen seit 1985, Emissionen, Gesundheitsrisiko, Einsatz von Partikelfiltern und Katalysatoren, Dieselfahrzeuge von Bundesbehörden, Abgasuntersuchung bei Dieselfahrzeugen

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

30.12.1993

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/633301.12.93

Dieselmotoremissionen von Pkw und Lkw

der Abgeordneten Horst Kubatschka, Holger Bartsch, Hans Gottfried Bernrath, Lieselott Blunck (Uetersen), Dr. Ulrich Böhme (Unna), Hans Büchler (Hof), Hans Büttner (Ingolstadt), Edelgard Bulmahn, Ursula Burchardt, Wolf-Michael Catenhusen, Marion Caspers -Merk, Dr. Marliese Dobberthien, Dr. Konrad Elmer, Lothar Fischer (Homburg), Monika Ganseforth, Dr. Peter Glotz, Karl Hermann Haack (Extertal), Dr. Liesel Hartenstein, Ilse Janz, Susanne Kastner, Klaus Kirschner, Siegrun Klemmer, Dr. Hans-Hinrich Knaape, Walter Kolbow, Dr. Klaus Kübler, Uwe Lambinus, Robert Leidinger, Klaus Lennartz, Ulrike Mascher, Heide Mattischeck, Ulrike Mehl, Michael Müller (Düsseldorf), Rudolf Müller (Schweinfurt), Jutta Müller (Völklingen), Siegmar Mosdorf, Horst Peter (Kassel), Dr. Martin Pfaff, Dr. Helga Otto, Gudrun Schaich-Walch, Otto Schily, Horst Schmidbauer (Nürnberg), Ursula Schmidt (Aachen), Renate Schmidt (Nürnberg), Dr. Rudolf Schöfberger, Regina Schmidt-Zadel, Dietmar Schütz, Ernst Schwanhold, Bodo Seidenthal, Erika Simm, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Ludwig Stiegler, Antje-Marie Steen, Uta Titze-Stecher, Dr. Peter Struck, Günter Verheugen, Josef Vosen, Wolfgang Weiermann, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz, Gudrun Weyel, Hermann Wimmer (Neuötting), Dr. Hans de With, Verena Wohlleben, Hanna Wolf, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Unter dem Aspekt der Energieeinsparung ist der Dieselmotor gegenüber dem Ottomotor das günstigere Antriebskonzept. Dies gilt allerdings unter der Inkaufnahme von zusätzlichen Partikelemissionen.

Wir fragen daher die Bundesregierung:

Fragen29

1

Wie hat sich der Anteil der Diesel-Pkw und -Lkw an den Neuzulassungen seit 1985 entwickelt?

2

Welche Ergebnisse kontinuierlicher und diskontinuierlicher Messungen der Rußemissionen von Pkw und Lkw liegen vor, und wie beurteilt die Bundesregierung diese Ergebnisse?

3

Welche Meßergebnisse der Rußimmissionen ergaben sich in Innenstädten, an Autobahnen und im ländlichen Raum? Welche Veränderungen sind in dem Zeitraum von 1985 bis heute jeweils aufgetreten? Welchen Handlungsbedarf leitet die Bundesregierung aus den Meßergebnissen ab?

4

Welchen Anteil haben die Dieselfahrzeuge an Rußimmissionen, und wie wird der spezifische Dieselanteil gemessen?

5

Welche weiteren Quellen von Rußimmissionen gibt es, und können die zugrundeliegenden Meßverfahren die Anteile der Verursacher differenziert ausmachen?

6

Wie beurteilt die Bundesregierung generell die Ergebnisse verschiedener Studien, die zu unterschiedlichen Erkenntnissen bezüglich des Krebsrisikos durch Dieselmotoremissionen kommen (aufgeschlüsselt nach Partikeln, Ruß, PAH)?

7

Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß Inhalationsversuche mit Ratten mit Dieselruß vergleichbare Effekte (Lungentumore) wie für synthetischen Ruß (Printex) und TiO 2 bei ähnlich hoher Konzentration zeigen, und wie erklärt sie sich diesen Effekt?

8

Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß aufgrund neuester Erkenntnisse Dieselpartikel wegen ihrer vergleichbaren Wirkungen in die Reihe der übrigen atembaren, gering löslichen Partikel (nichtfaserige Partikel) einzugliedern sind?

9

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung hinsichtlich des Anteils der krebserzeugenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe am Gesamtkohlenstoffgehalt vor?

10

Wie beurteilt die Bundesregierung den EG-Kommissionsvorschlag, daß die Grenzwerte für Partikel (0,08 g/km bei indirekter Einspritzung; 0,1 g/km bei direkter Einspritzung) erst ab 1996 gelten sollen? Wird es vorher finanzielle Anreize geben?

11

Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, daß z. Z. nur 30 % der in der Bundesrepublik Deutschland zugelassenen Diesel-Pkw den Partikelgrenzwert nach „Töpfer-Norm" einhalten und als „besonders schadstoffarmer Pkw mit Dieselmotor" eingestuft werden?

12

Wie beurteilt die Bundesregierung die Aussage, daß die Einhaltung des US-Grenzwertes für den Partikelauswurf für Pkw von 0,05 g/km die Anwendung von Partikelfiltern erfordert? Wie sieht die Bundesregierung die Kosten und technische Realisierung?

13

Wird die Bundesregierung eine Unbedenklichkeitserklärung für den notwendigen Einsatz von Additiven zur Verringerung der Zündtemperatur zum Abbrand des Rußes auf Filtern ausstellen, und wann wird dies geschehen?

14

Wenn nein, welche Gründe stehen dem entgegen?

15

Welche Zwischenergebnisse des Rußfilter-Großversuches liegen der Bundesregierung vor, und wie beurteilt sie diese?

16

Wie beurteilt die Bundesregierung die Situation bei der Entsorgung der Rußfilter und der Rußfilter-Rückstände?

17

Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus dem vom Bundesministerium für Forschung und Technologie und der Automobilindustrie durchgeführten Gutachen, Dieselfahrzeuge mittels Oxidationskatalysatoren zu entgiften?

18

Welche Möglichkeiten zur Verbrauchs- und Schadstoffreduzierung [z. B. Öko-Diesel (Schwungnutzautomatik), Einbau einer zusätzlichen Turbine (Entwicklung von Dr.-Ing. N. Regar, München)] sind der Bundesregierung bekannt, wie bewertet sie diese, und welche sind kurzfristig in der Großserie einsetzbar?

19

Wird die Bundesregierung darauf hinwirken, daß zukünftig durch den nationalen Gesetzgeber und auch EG-weit nur die Standards zur Herabsetzung der Schadstoffemissionen der Kraftfahrzeuge und zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs aufgrund von Luftreinhalteanalysen festgelegt werden und nicht die für das Erreichen dieser Standards notwendigen Bauvorschriften?

20

Plant die Bundesregierung die Aufnahme einer „Definition emissionsarmer Nutzfahrzeuge" aufgrund des EG-Standards Euro 2 in die STVZO, deren Erfüllung die Anwendung von Partikelfiltern erfordert, evtl. in Verbindung mit der steuerlichen Förderung von Nutzfahrzeugen mit Partikelfiltern?

21

Ist es aus Sicht der Bundesregierung sinnvoll, alle Fahrzeuge bei Smog-Alarm der Stufen 1 und 2 mit einem Fahrverbot zu belegen? Welche Ausnahmen sind möglich?

22

Wie wird die von den Umweltministern und -senatoren des Bundes und der Länder verabschiedete Musterrichtlinie für die Kfz-Beschaffung der öffentlichen Hand vom Dezember 1987 konkret umgesetzt, die vorsieht, daß Diesel-Pkw nur in begründeten Ausnahmefällen zu beschaffen sind und daß Diesel-Nutzfahrzeuge mit Partikelfiltern ausgerüstet sein sollen?

23

Wie hoch ist — im Vergleich 1988 zu heute — der jeweilige Anteil an Pkw mit Otto- bzw. Dieselmotor bei den Bundesbehörden?

24

Wie beurteilt die Bundesregierung die gesundheitliche Belastung des Grenzabfertigungspersonals durch Dieselruß a) allgemein, b) an den Grenzübergängen zur Tschechischen Republik und zu Polen, an denen sich aufgrund der politischen Entwicklung die Zahl der abzufertigenden Fahrzeuge sprunghaft erhöht hat?

25

Gibt es Rußimmissionsmessungen, die zeigen, daß die Bußkonzentration mit dem Verkehrsaufkommen korreliert? Wenn ja, wie sehen die Ergebnisse aus?

26

Beabsichtigt die Bundesregierung, Abgasvorschriften incl. Partikelgrenzwerte für alle bisher nicht limitierten mobilen Quellen, z. B. für Zugmaschinen, Baumaschinen und Arbeitsmaschinen einzuführen? Falls ja, wann ist damit zu rechnen?

27

Wie beurteilt die Bundesregierung die Wirkung der ab 1. Dezember 1993 geltenden Abgasuntersuchungen für Dieselfahrzeuge im Hinblick auf das Reduzierungspotential von Dieselmotoremissionen durch wiederkehrende Wartung und Prüfung?

28

Welches zusätzliche Minderungspotential würde sich ergeben, wenn statt der Prüfung in freier Beschleunigung die ursprünglich vorgesehene Prüfung unter Last vorgenommen würde?

29

Wird sich die Bundesregierung zur Effizienzerhöhung der Abgasuntersuchung auf EG-Ebene dafür einsetzen, daß für Dieselfahrzeuge die Prüfung unter Last möglich wird?

Bonn, den 1. Dezember 1993

Horst Kubatschka Holger Bartsch Hans Gottfried Bernrath Lieselott Blunck (Uetersen) Dr. Ulrich Böhme (Unna) Hans Büchler (Hof) Hans Büttner (Ingolstadt) Edelgard Bulmahn Ursula Burchardt Wolf-Michael Catenhusen Marion Caspers-Merk Dr. Marliese Dobberthien Dr. Konrad Elmer Lothar Fischer (Homburg) Monika Ganseforth Dr. Peter Glotz Karl Hermann Haack (Extertal) Dr. Liesel Hartenstein Ilse Janz Susanne Kastner Klaus Kirschner Siegrun Klemmer Dr. Hans-Hinrich Knaape Walter Kolbow Dr. Klaus Kübler Uwe Lambinus Robert Leidinger Klaus Lennartz Ulrike Mascher. Heide Mattischeck Ulrike Mehl Michael Müller (Düsseldorf) Rudolf Müller (Schweinfurt) Jutta Müller (Völklingen) Siegmar Mosdorf Horst Peter (Kassel) Dr. Martin Pfaff Dr. Helga Otto Gudrun Schaich-Walch Otto Schily Horst Schmidbauer (Nürnberg) Ursula Schmidt (Aachen) Renate Schmidt (Nürnberg) Dr. Rudolf Schöfberger Regina Schmidt-Zadel Dietmar Schütz Ernst Schwanhold Bodo Seidenthal Erika Simm Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk Ludwig Stiegler Antje-Marie Steen Uta Tietze -Stecher Dr. Peter Struck Günter Verheugen Josef Vosen Wolfgang Weiermann Reinhard Weis (Stendal) Dr. Axel Wernitz Gudrun Weyel Hermann Wimmer (Neuötting) Dr. Hans de With Verena Wohlleben Hanna Wolf Hans-Ulrich Klose und Fraktion

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