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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Sicherheit des Atomkraftwerkes Stade (G-SIG: 11000060)

Sicherheitsmängel bei den Kabelkanälen, Schaltanlagen, dem Notkühlsystem, dem Dampferzeuger und den Sicherheitsventilen, sicherheitsmäßige Nachrüstung

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

27.03.1987

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/4911.03.87

Sicherheit des Atomkraftwerkes Stade

der Abgeordneten Dr. Hauff, Schäfer (Offenburg), Lennartz, Jansen, Frau Blunck, Heyenn, Klose, Paterna, Duve, Jungmann, Gansel, Frau Simonis, Frau Dr. Hartenstein, Müller (Düsseldorf), Kiehm, Reuter, Fischer (Homburg), Bachmaier, Lambinus, Frau Dr. Martiny, Roth, Vosen, Catenhusen, Dr. Hauchler, Frau Faße, Frau Dr. Niehuis, Börnsen (Ritterhude), Dr. Ahrens, Kuhlwein, Schmidt (Salzgitter), Bernrath, Dr. Vogel und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Warum hat die Bundesregierung keine neue Sicherheitsüberprüfung des Atomkraftwerkes Stade durchgeführt, obwohl nach dem Stand von Wissenschaft und Technik dieses Atomkraftwerk als sicherheitsmäßig veraltet und unsicher gilt?

2

Weshalb werden im Atomkraftwerk Stade schon seit Jahren folgende Sicherheitsmängel hingenommen:

2

Warum wird in Stade zugelassen, daß die Kabelkanäle der elektrischen Versorgung nicht einzeln voneinander getrennt sind, wie dies nach Kabelbränden in den USA obligatorisch ist?

2

Warum sind die Schaltanlagen der einzelnen Notstromaggregate nicht unabhängig voneinander angelegt und das Notstromaggregatgebäude nicht gegen Flugzeugabsturz gesichert?

2

Ist es zutreffend, daß der völlige Umbau des Notkühlsystems wegen eines erhöhten Risikos eines Versprödungsbruchs des Reaktordruckgefäßes notwendig war?

2

Ist es zutreffend, daß dieses neue Notkühlsystem nur eine eingeschränkte Kühlfunktion besitzt und damit das Risiko einer Kernschmelze für das Atomkraftwerk Stade am höchsten ist für alle vergleichbaren Druckwasserreaktoren in der Bundesrepublik Deutschland?

2

Trifft es zu, daß der Dampferzeuger des Atomkraftwerkes in Stade nicht den Richtlinien der Reaktorsicherheitskommission entspricht?

2

Sind die Sicherheitsventile zur Wärmeableitung nur noch eingeschränkt funktionsfähig?

3

Warum liegt von seiten der Bundesregierung noch keine Risiko- und Sicherheitsstudie zur Versprödungsgefahr des Reaktordruckgefäßes vor, verbunden mit einer Risikoabschätzung zur Kernschmelzgefahr dieses Atomkraftwerkes?

4

Beabsichtigt die Bundesregierung mit dem Brennelement-Wechsel und der Generalüberholung des Atomkraftwerkes in Stade eine sicherheitsmäßige Nachrüstung nach dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik durchzusetzen?

5

Wie hoch werden die Nachrüstungskosten veranlagt und zwar für die sicherheitsmäßige Nachrüstung auf den heutigen Stand von Wissenschaft und Technik?

Bonn, den 11. März 1987

Dr. Hauff Schäfer (Offenburg) Lennartz Jansen Frau Blunck Heyenn Klose Paterna Duve Jungmann Gansel Frau Simonis Frau Dr. Hartenstein Müller (Düsseldorf) Kiehm Reuter Fischer (Homburg) Bachmaier Lambinus Frau Dr. Martiny Roth Vosen Catenhusen Dr. Hauchler Frau Faße Frau Dr. Niehuis Börnsen (Ritterhude) Dr. Ahrens Kuhlwein Schmidt (Salzgitter) Bernrath Dr. Vogel und Fraktion

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