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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Umweltbelastung durch Chemie-Toiletten (G-SIG: 11005186)

Anzahl und Einsatzort von Chemie-Toiletten in der Bundesrepublik, Umsatz, Zusammensetzung und Schädlichkeit der chemischen Mittel, Probleme für die Gesundheit des Verbrauchers und für die Umwelt, Störungen an Kläranlagen, Auswirkungen der verstärkten Freizeitmobilität auf Verbrauch und Entsorgung der Zusätze, Maßnahmen der Bundesregierung zur Kontrolle und Schadensverhütung

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

08.08.1990

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/752027. 06. 90

Umweltbelastung durch Chemie-Toiletten

der Abgeordneten Lennartz, Adler, Bachmaier, Dr. von Bülow, Blunck, Conradi, Fischer (Homburg), Dr. Hartenstein, Kastner, Kiehm, Dr. Kübler, Menzel, Müller (Düsseldorf), Opel, Reimann, Reuter, Schäfer (Offenburg), Dr. Schöfberger, Schütz, Stahl (Kempen), Waltemathe, Weiermann, Dr. Wernitz, Dr. Vogel und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Die Meldungen über schädliche Umweltauswirkungen von Chemie-Toiletten häufen sich in den letzten Jahren.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

Wie beurteilt die Bundesregierung die zunehmende Verwendung von Chemie-Toiletten in der Bundesrepublik Deutschland?

2

Wie viele Chemie-Toiletten befinden sich im Bundesgebiet im Einsatz (Caravan, Wohnmobile, Wochenendhäuser, Schrebergärten, Baustellen, Bundesautobahn-Parkplätze, Freizeitschiffahrt, Flugverkehr, Busreiseunternehmen)?

3

Welche chemischen Mittel sind für diese Toiletten im Handel erhältlich?

4

In welchen Jahresmengen werden die genannten Zusätze umgesetzt?

5

Aus welchen Hauptwirkstoffen, Duft- und Hilfsstoffen sind diese Mittel zusammengesetzt?

6

Insbesondere in jüngerer Zeit kommen vermehrt Mittel auf den Markt, die besondere Umweltschonung versprechen. Im Gegensatz zu den Wirkstoffen der alteingeführten Mittel werden deren Inhaltsstoffe jedoch geheimgehalten. Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß diese Mittel in der Tat unschäd lich sind, also problemlos auf Campingplätzen oder in Privatschulen auch kleineren Kläranlagen zugeführt werden können?

7

Welche Probleme ergeben sich aus der Anwendung der Mittel für die Gesundheit des Verbrauchers und für die Umwelt (z. B. Formaldehyd-Konzentration in der Raumluft von Caravan-Naßzellen, z. B. Umkippen von Kläranlagen)?

8

Ist eine statistisch auffällige Häufung von Störungen an Kläranlagen zu beobachten, die sich auf diese Mittel zurückführen läßt?

9

Welche Bedeutung wird die derzeit starke Ausdehnung der Freizeitmobilität auf den Verbrauch und die Entsorgung der Zusätze haben?

10

Welche Maßnahmen erwägt die Bundesregierung zur Kontrolle und zur Schadensverhütung?

Bonn, den 21. Juni 1990

Lennartz Müller (Düsseldorf) Adler Opel Bachmaier Reimann Dr. von Bülow Reuter Blunck Schäfer (Offenburg) Conradi Dr. Schöfberger Fischer (Homburg) Schütz Dr. Hartenstein Stahl (Kempen) Kastner Waltemathe Kiehm Weiermann Dr. Kübler Dr. Wernitz Menzel Dr. Vogel und Fraktion

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