Berufsaussichten junger Juristen
der Abgeordneten Bohl, Erhard (Bad Schwalbach), Dr. Bötsch, Buschbom, Clemens, Dr. Götz, Dr. Klein (Göttingen), Dr. Langner, Lowack, Dr. Olderog, Sauter (Ichenhausen), Dr. Stark (Nürtingen), Dr. Wittmann und der Fraktion der CDU/CSU
Vorbemerkung
Die Zahl der juristischen Studienanfänger ist in den letzten Jahren ständig gestiegen und hat mit ca. 13 500 zum Wintersemester 1981/82 einen neuen Höchststand erreicht. Die Beschäftigungsmöglichkeiten in den traditionellen Juristenberufen haben damit nicht Schritt gehalten. Die Zahl der Juristen, die arbeitslos sind oder anderweitig nur unzureichende Verdienstmöglichkeiten finden, steigt ständig. Bei Abiturienten und jungen Juristen sowie in der Öffentlichkeit ist daher Beunruhigung über die beruflichen Chancen und Möglichkeiten von Juristen in der Zukunft entstanden. Deswegen fragen wir die Bundesregierung:
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen25
Wie viele Volljuristen stehen zur Zeit im Berufsleben?
Wie viele davon sind als Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Notare tätig?
Wie viele Juristen befinden sich derzeit in der universitären Ausbildung?
Wie viele Juristen befinden sich derzeit im juristischen Vorbereitungsdienst?
Wie viele Referendare werden — bei Annahme der üblichen Erfolgsquote — in den Jahren bis 1990 jeweils jährlich die Zweite Juristische Prüfung bestehen?
Trifft es noch immer zu, daß jährlich durchschnittlich etwa 2 000 Juristen aus dem Berufsleben ausscheiden?
Gibt es Besonderheiten bei der Altersstruktur der Juristen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind?
Gibt es Besonderheiten bei der Altersstruktur der Juristen, die freiberuflich tätig sind?
Wie groß ist der zahlenmäßige Zuwachs beim Bund und den Ländern an Richtern und Staatsanwälten in den Jahren 1977 bis 1981 insgesamt und jährlich gewesen?
Wie viele Rechtsanwälte waren in den Jahren 1977 bis 1981 jeweils jährlich in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt zugelassen?
Wie viele Notare, die nicht zugleich Anwälte sind, waren in den Jahren 1977 bis 1981 jeweils jährlich in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt zugelassen?
Wie viele Volljuristen sind als Steuerbevollmächtigte, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer tätig, und ist die Zahl von 1977 bis 1981 gestiegen?
Ist der Bundesregierung bekannt, ob auf anderen Berufsfeldern die Zahl der beschäftigten Volljuristen in den Jahren 1977 bis 1981 gestiegen ist, und wie sieht diese Entwicklung ggf. im einzelnen aus?
Wie viele Volljuristen sind derzeit arbeitslos?
Wie viele Volljuristen finden keine Beschäftigungsmöglichkeiten in den traditionellen Juristenberufen?
Welche Bedarfsprognose für Volljuristen stellt die Bundesregierung demnach aufgrund der Erfahrungen der letzten Zeit für die Jahre bis 1990 auf?
Decken die sprunghaft gestiegenen Anwaltszulassungen nach Ansicht der Bundesregierung einen echten Mehrbedarf ab?
Sind die Anwaltszulassungen nach Ansicht der Bundesregierung die Folge davon, daß viele junge Juristen keine andere berufliche Betätigung finden?
Hat nach Auffassung der Bundesregierung das Ansteigen der Anwaltszulassungen Konsequenzen für die Stellung des Anwalts als Organ der Rechtspflege?
Reichen die Ausbildungskapazitäten der Gerichte und Behörden für den juristischen Vorbereitungsdienst angesichts der steigenden Zahl juristischer Studienanfänger aus?
Müssen für den juristischen Vorbereitungsdienst Zulassungsbeschränkungen befürchtet werden?
Hat die steigende Zahl juristischer Studienanfänger nach Ansicht der Bundesregierung Konsequenzen für die einphasige juristische Ausbildung?
In welchem Verhältnis zu der Zahl der Abiturienten der Jahre 1977 bis 1981 ist die Zahl der juristischen Studienanfänger gestiegen?
In welchem Umfang haben der Numerus clausus und die schlechten Berufsaussichten in anderen Fächern zur Ausweitung der Zahl juristischer Studenten geführt?
Ist aufgrund der voraussichtlichen Abiturientenzahlen der nächsten Jahre zu erwarten, daß die Zahl der juristischen Studienanfänger mindestens gleichbleibt oder steigt?