Verbesserung der Versorgung nierenkranker, dialyseabhängiger Menschen
der Abgeordneten Frau Dr. Neumeister, Kroll-Schlüter, Braun, Breuer, Dolata, Conrad (Riegelsberg), Dr. Faltlhauser, Hartmann, Kalisch, Frau Karwatzki, Müller (Wesseling), Sauer (Stuttgart), Biehle, Dr. Hüsch, Dr. Kunz (Weiden), Pohlmann, Lattmann, Broll, Clemens, Dr. von Wartenberg, Maaß, Wissmann, Zink, Link, Nelle, Gerster (Mainz), Dr. Laufs, Frau Verhülsdonk, Frau Will-Feld, Frau Pack, Magin, Doss, Deres, Berger (Lahnstein), Schwarz, Müller (Wadern), Schulze (Berlin), Dr. Miltner, Dr. Hornhues, Schröder (Lüneburg), Dr. Klein (Göttingen), Hinsken, Freiherr von Schorlemer, Carstens (Emstek), Spilker und der Fraktion der CDU/CSU
Vorbemerkung
Noch immer ist die Versorgung von chronisch Nierenkranken sowohl mit der Dialyse wie auch der Nierentransplantation als nicht ausreichend zu bezeichnen. Lebenslanges Siechtum, frühzeitige Erwerbsunfähigkeit und frühzeitiger Tod sind die Folge der ungenügenden Möglichkeiten für Prävention, Frühdiagnostik, Therapie und Rehabilitation.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen15
Wie viele Menschen mit akutem oder chronischem Nierenversagen gibt es z. Z. in der Bundesrepublik Deutschland, die sich ständiger Dialysebehandlung unterziehen müssen, und wie viele von ihnen sind Kinder bis zum Alter von 16 Jahren?
Wie viele Erwachsene und Kinder bis zum Alter von 16 Jahren erkranken jährlich an einem Endstadium des chronischen Nierenversagens, an akutem Nierenversagen oder Vergiftungen mit dialysablen Substanzen, und wie groß ist die voraussichtliche jährliche Steigerung des Bedarfs an Dialyseplätzen?
Wieviel Dialyseplätze stehen den dialyseabhängigen Patienten in der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung; wie hoch ist der Auslastungsgrad dieser vorhandenen Geräte und entspricht er dem vorhandenen Bedarf?
Wie groß ist die Kapazität für Dialysebehandlungen a) in den Krankenanstalten, b) in Limited-Care-Zentren, c) an Heimdialyseplätzen?
In welchem Umfang kann die Bundesregierung Zahlenangaben bestätigen, wonach die Heimdialysetherapie je Patient pro Jahr 55 000 DM, die Limited-Care-Dialyse ca. 70 000 DM und die Klinikdialyse ca. 1 000 000 DM kostet?
Ist der Bundesregierung bekannt, daß eine Heimdialyse nicht nur ungleich kostengünstiger ist als eine Klinikdialyse, sondern auch zu einer besseren medizinischen und beruflichen Rehabilitation beiträgt, und welche Schritte gedenkt sie zu unternehmen, um die z. Z. rückläufige Heimdialyse zu fördern?
Wieviel spezielle Kinderdialysezentren mit welchen Kapazitäten gibt es in der Bundesrepublik Deutschland, und ist auch die Bundesregierung der Meinung, daß die zur Verfügung stehenden Behandlungszentren mit besonders ausgebildetem Fachpersonal nicht ausreichen? Welche Schritte will sie unternehmen, um hier eine Besserung herbeizuführen?
Trifft es zu, daß Kinder, die in Erwachsenendialysezentren dialysemäßig behandelt werden müssen, aufgrund der dort lediglich am Tage durchgeführten Behandlung keinen Schulunterricht erhalten können, sowie auch an einigen Kinderdialysezentren in der Bundesrepublik Deutschland die schulische Betreuung ungenügend ist, und welche Schritte gedenkt die Bundesregierung ggf. zu unternehmen, um diesen Zustand zu ändern, zumal diese Kinder durch mangelnde Schulleistungen nicht nur in ihrem „Selbstwertgefühl" stark beeinträchtigt werden, sondern für diese Kinder die Gefahr besteht, nach Ende der Schulzeit zu Dialyse-Frührentnern abgestempelt zu werden?
Wieviel bundesdeutsche Kinderdialysezentren führen auch Feriendialysen durch, bei denen Eltern mit ihren Kindern Abwechslung vom monotonen Dialysealltag finden können, und in welcher Weise werden solche Vorhaben von der Bundesregierung gefördert?
Wie groß war die Zahl der Zugänge an frühzeitiger Erwerbsunfähigkeit aufgrund der Diagnose „akutes Nierenversagen" oder „chronische Niereninsuffizienz", und wieviel Jahre vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze erfolgte sie im Durchschnitt in den Jahren 1977 bis 1981 (nach Jahren einzeln aufgeschlüsselt)?
Wie gedenkt die Bundesregierung sicherzustellen, daß durch eine Zusammenarbeit zwischen Schulen, Berufsberatern, Arbeitsämtern und möglichen Ausbildungsstätten jugendliche Patienten besser in unsere Gesellschaft integriert werden können?
Kann die Bundesregierung bestätigen, daß durch eine erfolgreiche Nierentransplantation ein erheblich höherer Grad an Gesundheit und Rehabilitation erreicht werden kann als durch das eindrucksvollste Resultat der Dialysebehandlung?
Wieviel Nierentransplantationen pro Jahr wären in der Bundesrepublik Deutschland notwendig, um den dringenden Bedarf zu befriedigen, und wieviel Transplantationen werden tatsächlich durchgeführt?
Wie hoch ist in den übrigen europäischen Ländern die Zahl der terminal Nierenkranken, bei denen eine Nierentransplantation durchgeführt wird?
Welche Forschungsaufträge hat die Bundesregierung in den letzten Jahren vergeben, um sowohl Verfahren der Hämofiltration wie aber auch der Transplantation zu vervollkommnen?