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Kleine AnfrageWahlperiode 8Beantwortet

Zeitbudget der Hochschullehrer (G-SIG: 00002177)

Entwicklung der Anteile von Forschung, Lehre, Verwaltungstätigkeit und sonstigen Tätigkeiten am gesamten Aufgabenbereich der Hochschullehrer seit Beginn der 60er Jahre, Sicherung eines ausreichenden Anteils der Forschung am Zeitbudget der Hochschullehrer

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft

Datum

23.05.1979

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 8/280304.05.79

Zeitbudget der Hochschullehrer

der Abgeordneten Rühe, Pfeifer, Frau Dr. Wisniewski, Frau Benedix, Daweke, Prangenberg, Dr. Hornhues, Dr. Hubrig, Dr. Müller, von der Heydt Freiherr von Massenbach, Voigt (Sonthofen), Berger (Lahnstein), Frau Dr. Wilms, Dr. Sprung, Kunz (Berlin) und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

In wissenschaftlichen Untersuchungen sowie Stellungnahmen namhafter Hochschullehrer im In- und Ausland wird seit langem immer wieder auf die sinkende Qualität von Forschung und Lehre an den deutschen Hochschulen hingewiesen. Für diese Entwicklung werden der Massenandrang an den Universitäten, die zunehmende Bürokratisierung sowie die Auswirkungen der Umstrukturierung zur Gruppenuniversität verantwortlich gemacht. Mit den Reformen der letzten Jahre wurden einige Prinzipien, die für das Überleben der Universität als Ort wissenschaftlichen Forschens wesentlich sind, entscheidend geschwächt — so z. B. die Meinung der Kommission für deutsche Universitäten des International Council on the Future of the University, bestehend aus fünf international angesehenen ausländischen Professoren.

Diese Feststellung berührt nicht etwa nur den guten Ruf der deutschen Universitäten. Die Bundesrepublik Deutschland wird als führende Industrie- und Exportnation auch in Zukunft auf ein hohes Niveau von Forschung und Wissenschaft angewiesen sein. Die Konkurrenzfähigkeit der Industrien, die Weiterentwicklung der Lebensverhältnisse und die Fähigkeit zum wissenschaftlichen und politischen Dialog werden davon entscheidend abhängen.

Wir fragen deshalb die Bundesregierung:

Fragen5

1

Welche Untersuchungen und Erkenntnisse über die Entwicklung der Anteile von Forschung, Lehre, Verwaltungstätigkeit und sonstigen Tätigkeiten am gesamten Aufgabenbereich der Hochschullehrer in der Bundesrepublik Deutschland seit Beginn der 60er Jahre liegen der Bundesregierung vor?

2

Welche vergleichbaren Daten aus dem Ausland liegen der Bundesregierung vor?

3

Trifft es nach den der Bundesregierung vorliegenden Untersuchungen und Erkenntnissen zu, daß den deutschen Hochschullehrern weniger Zeit für Forschungstätigkeit zur Verfügung steht als beispielsweise den Professoren an US-amerikanischen Universitäten?

4

Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fraktion der CDU/CSU, daß als. Folge der Umstrukturierung zur Gruppenuniversität den Hochschullehrern nicht mehr in ausreichendem Maße Zeit für die Forschung zur Verfügung steht?

5

Stimmt die Bundesregierung der Ansicht der Fraktion der CDU/CSU zu, daß der Wiederherstellung bzw. der Aufrechterhaltung eines hohen Qualitätsstandards der Forschung entscheidende Bedeutung für die Zukunft unseres Landes zukommt, und welche Maßnahmen hält sie für geeignet, diesen Standard zu gewährleisten?

Bonn, den 4. Mai 1979

Rühe Pfeifer Frau Dr. Wisniewski Frau Benedix Daweke Prangenberg Dr. Hornhues Dr. Hubrig Dr. Müller von der Heydt Freiherr von Massenbach Voigt (Sonthofen) Berger (Lahnstein) Frau Dr. Wilms Dr. Sprung Kunz (Berlin) Dr. Kohl, Dr. Zimmermann und Fraktion

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