Endgültiger Ausbau der Autobahn Bad Hersfeld—Eisenach
der Abgeordneten Böhm (Melsungen), Dr. Dregger, Dr. Hennig, Ernesti, Dr. Abelein, Jäger (Wangen), Schmöle, Frau Fischer, Seiters, Graf Huyn, Graf Stauffenberg, Sauer (Salzgitter) und der Fraktion der CDU/CSU
Vorbemerkung
Die Autobahn Bad Hersfeld—Eisenach, die 1937 begonnen, durch die Kriegsereignisse aber nicht restlos fertiggestellt wurde, ist bis heute nicht ausgebaut worden, obwohl die Verkehrsentwicklung auf diesem Streckenabschnitt der wichtigen West-Ost-Verbindung erheblich an Bedeutung gewonnen hat und eine schnellstmögliche Beendigung der behelfsmäßigen Streckenführung verlangt (Verdreifachung des Kraftfahrzeugverkehrs zwischen 1974 und 1978, Spitzenbelastungen an Feiertagen im Zonengrenzüberschreitenden Verkehr).
Da ein Teilstück dieser Autobahn (in West-Ost-Richtung gesehen) zwischen Wildeck—Obersuhl und Herleshausen—Wommen über thüringisches Gebiet führt, bevor sie hinter Herleshausen wieder in die DDR hineinführt, muß eine neue Streckenführung auf hessischem Gebiet trassiert werden, die eine einmalige Zonengrenzüberschreitung ermöglicht, wenn man eine Korridorlösung durch das Gebiet der DDR vermeiden will.
Sinnvollerweise sollte der Zonengrenzübergang dieses Bereiches im Zuge dieser Autobahn liegen, wie es auch durch die gegenwärtigen Baumaßnahmen am Zonengrenzübergang Herleshausen angestrebt wird.
Um eine zügige Verkehrsabwicklung und erhebliche Zeitersparnis für den Kraftfahrzeugverkehr zu erreichen, sollte der gesamte Verkehr auf der Autobahn abgewickelt werden können, was bedeutet, daß unter Vermeidung mehrmaliger Überschreitung der Zonengrenze eine Streckenführung für die Bundesautobahn auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland unter Umgehung des thüringischen Gebietes zwischen Wildeck—Obersuhl und Herleshausen—Wommen erstrebt wird.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Welche Bedeutung mißt sie dem Ausbau dieses Autobahnteilstücks zu, und welche mögliche Lösung strebt sie dabei an:
a) eine Linienführung durch DDR-Gebiet mit mehrfacher Überschreitung der Zonengrenze,
b) Verlegung der gegenwärtigen Autobahntrasse um die Zonengrenze herum, und mit welcher Trassierung,
c) eine Trasse, die bei Wildeck-Obersuhl in die DDR führt und nicht noch einmal auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zurückkehrt,
d) eine Trassenführung durch das Ulfetal mit einer Stichautobahn nach Herleshausen, wobei auch ein Teil des Nord-Süd-Fernverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland, der Gefällestrecken zwischen Kassel und Bad Hersfeld vermeiden will, hier auf die Autobahn gelangen könnte?
Welche Kosten entstehen für die verschiedenen Alternativen?
Welches Ergebnis hatten bisher die Verhandlungen mit der DDR, und welche konkreten Zielvorstellungen hat dabei die Bundesregierung vorgebracht?
Wann werden weitere Verhandlungen mit der DDR über die Lösung dieses wichtigen Verkehrsproblems geführt?