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Kleine AnfrageWahlperiode 8Beantwortet

Wirtschaftliche Lage der deutschen Zirkusunternehmen (G-SIG: 00002696)

Belastung deutscher Zirkusunternehmen bei Gastspielen im benachbarten Ausland und ausländischer Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland, Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen, Subventionierung von Zirkusunternehmen im Ausland, Erhaltung des Zirkus als eigenständige Kunstform, Gespräche mit den Ländern über Fördermöglichkeiten für den Zirkus, Neufestsetzung der Bundesbahntarife für Zirkusunternehmen und Durchführung von Gastspielreisen im Rahmen der auswärtigen Kulturpolitik

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft

Datum

15.02.1980

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 8/362630.01.80

Wirtschaftliche Lage der deutschen Zirkusunternehmen

der Abgeordneten Rühe, Dr. Köhler (Wolfsburg), Broll, Dr. Hornhues, Pfeifer, Frau Benedix-Engler, Daweke, Prangenberg, Frau Dr. Wilms, Dr. Sprung, Werner, de Terra, Dr. Hubrig, Picard, Benz, Dr. Stercken, Kunz (Berlin), Lampersbach und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

In den zurückliegenden Jahren hat sich die wirtschaftliche Lage bei der Mehrzahl der deutschen Zirkusunternehmen in existenzgefährdender Weise verschlechtert. Die steigenden fixen Kosten, die auch während der aufführungslosen Zeit in den Winterquartieren anfallen, können nicht über weitere Erhöhungen der Eintrittspreise aufgefangen werden. Während andere europäische Länder den Zirkus teilweise in nicht unbeträchtlicher Höhe subventionieren, bleibt er im Gegensatz zu anderen Kulturträgern in der Bundesrepublik Deutschland von Förderungsmaßnahmen durch die öffentliche Hand nahezu völlig ausgeschlossen.

Die deutschen Zirkusunternehmen klagen außerdem darüber, daß ihnen bei Gastspielen im Ausland erheblich höhere Abgaben auferlegt werden als dies bei Gastspielen ausländischer Zirkusse in der Bundesrepublik der Fall ist.

Der Zirkus repräsentiert eine volksnahe Kunstform mit einer in Deutschland in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichenden Tradition. Derzeit besteht die Gefahr, daß diese nicht ortsfeste Form populärer Kultur aus der deutschen Kulturlandschaft verschwindet, während sich Spitzendarbietungen aus Zirkus und Varieté im Fernsehen steigender Beliebtheit erfreuen.

Es sind daher Maßnahmen zu erwägen, die geeignet sind, den Fortbestand des Zirkus als eigenständige Kunstform sicherzustellen.

Wir fragen deshalb die Bundesregierung:

Fragen8

1

Ist der Bundesregierung bekannt, in welcher Höhe deutsche Zirkusunternehmen bei Gastspielen im benachbarten Ausland (Niederlande, Schweiz, Österreich) mit Abgaben belastet bzw. welche Auflagen ihnen gemacht werden?

2

In welchem Verhältnis stehen diese zu den vergleichbaren Belastungen ausländischer Zirkusse bei Gastspielen in der Bundesrepublik Deutschland?

3

Ist die Bundesregierung bereit, in diesem Bereich auf eine Angleichung der Bedingungen und damit eine Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen hinzuwirken?

4

Ist der Bundesregierung bekannt, in welcher Form und in welcher Höhe das benachbarte Ausland die Arbeit der Zirkusunternehmen fördert?

5

Teilt die Bundesregierung die Auffassung der CDU/CSU, daß der Zirkus eine populäre Kunstform darstellt, die in der deutschen Kulturlandschaft erhalten bleiben muß?

6

Ist die Bundesregierung demzufolge bereit, mit den Ländern in Gespräche über mögliche Formen der Förderung zur Erhaltung der deutschen Zirkusunternehmen einzutreten?

7

Ist die Bundesregierung darüber hinaus bereit, bei der nächsten Neufestsetzung der Bundesbahntarife die Probleme der Zirkusunternehmen angemessen zu berücksichtigen?

8

Besteht nach Ansicht der Bundesregierung die Möglichkeit, Gastspiele deutscher Zirkusunternehmen im Ausland als Maßnahmen im Rahmen der auswärtigen Kulturpolitik zu fördern?

Bonn, den 30. Januar 1980

Rühe Dr. Köhler (Wolfsburg) Broll Dr. Hornhues Pfeifer Frau Benedix-Engler Daweke Prangenberg Frau Dr. Wilms Dr. Sprung Werner de Terra Dr. Hubrig Picard Benz Dr. Stercken Kunz (Berlin) Lampersbach Dr. Kohl, Dr. Zimmermann und Fraktion

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