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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Konkurrenzfähigkeit der deutschen 3D-Druck Industrie

(insgesamt 9 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

15.10.2018

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/462927.09.2018

Konkurrenzfähigkeit der deutschen 3D-Druck Industrie

der Abgeordneten Reinhard Houben, Michael Theurer, Thomas Kemmerich, Dr. Martin Neumann, Manfred Todtenhausen, Sandra Weeser, Mario Brandenburg (Südpfalz), Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Nicola Beer, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Carina Konrad, Alexander Kulitz, Ulrich Lechte, Oliver Luksic, Dr. Stefan Ruppert, Christian Sauter, Dr. Wieland Schinnenburg, Jimmy Schulz, Judith Skudelny, Stephan Thomae, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Der 3D-Druck (additives Fertigungsverfahren) ist weltweit auf dem Vormarsch. Eine Studie von PWC Strategy schätzt für 2030 ein weltweites Marktvolumen von ca. 22,6 Mrd. Euro mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 13 und 23 Prozent (www.strategyand.pwc.com/de/pressemitteilungen/3d-druck). Laut der Studie wird die Fertigungstechnik vor allem in der Luft- und Raumfahrtindustrie (23 Prozent), der Medizintechnik (23 Prozent) und der Automobilbranche (15 Prozent) den meisten Nutzen finden. Zurzeit nutzen lediglich 18 Prozent der Firmen 3D-Druck, allerdings wird in den nächsten fünf Jahren ein Anstieg auf ein Drittel der produzierenden Unternehmen erwartet.

Viele Unternehmen der deutschen 3D-Druck-Industrie gelten als weltweit führend. Allerdings drängen Länder wie die Volksrepublik China und die USA auf den 3D-Industrieproduktionsmarkt. Im Gegensatz zu den meist im Mittelstand angesiedelten deutschen 3D-Druck-Unternehmen sind die US-Rivalen teilweise börsennotiert und haben, anders als in Europa, auch mehr Möglichkeiten, an große Investitions- und Entwicklungsgelder zu kommen. Dies gilt im gleichen Maße für die Konkurrenz in der Volksrepublik China.

Der „DHL Trend Report“ verdeutlicht den nicht zu unterschätzenden Aspekt in der Anwendung des 3D-Drucks innerhalb von Industrie-Lieferketten. Hier kann die Technologie eingesetzt werden um Ersatzteile, komplizierte Werkzeuge, Prototypen oder Kleinstteile kostengünstig und schnell herzustellen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Wie sieht die Bundesregierung die Entwicklung des 3D-Drucks in Deutschland? Ist die Bundesregierung der Ansicht, dass der deutsche Industriestandort bezüglich 3D-Druck weltweit führend ist und diesen Anspruch verteidigen muss?

2

Inwiefern stellt die beschränkte Möglichkeit von jungen und mittelständischen Unternehmen, an Wagniskapital zu gelangen, ein Hindernis für das Wachstum im 3D-Sektor in Deutschland dar?

3

Wie steht die Bundesregierung zu der Forderung des Branchenverbandes 3DDruck e. V. einen Koordinator und eine sogenannte Zukunftsagentur einzuführen, um Initiativen zu Zukunftstechnologien in Deutschland besser zu bündeln (www.verband3ddruck.berlin/wp-content/uploads/2017/06/170402_Positionspapier.pdf)?

4

Inwiefern beschäftigt sich die Bundesregierung mit der Implementierung eines rechtlichen Rahmens und steuerlicher Förderung des 3D-Drucks?

5

Plant die Bundesregierung die Länder zu unterstützen, um 3D-Druck in die Schul- und Berufsausbildung miteinzubeziehen?

6

Wie bewertet die Bundesregierung die Rechtslage zum Schutz der Persönlichkeitsrechte in Bezug auf die Digitalisierung des menschlichen Körpers (z. B. durch fotorealistisches Verfahren)?

7

Welche Gesetze oder Maßnahmen plant die Bundesregierung, um 3D-Druck-Vorlagen vor Plagiaten zu schützen? Welche Pläne hat die Bundesregierung, um das Urheberrecht bzw. Patentrecht bei 3D-Drucken zu regeln?

8

Wie bewertet die Bundesregierung die volkswirtschaftliche Wirkung der 3D-Druck-Technologie in Industrie-Lieferketten?

9

Gibt es Pläne der Bundesregierung, diese Entwicklung, z. B. durch kürzere Abschreibungsfristen für 3D-Druck-Anlagen, zu unterstützen?

Berlin, den 26. September 2018

Christian Lindner und Fraktion

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