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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Unternehmensnachfolge in Deutschland

(insgesamt 11 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

08.04.2019

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/867122.03.2019

Unternehmensnachfolge in Deutschland

der Abgeordneten Reinhard Houben, Michael Theurer, Renata Alt, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Christoph Meyer, Alexander Müller, Hagen Reinhold, Dr. Stefan Ruppert, Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Johannes Vogel (Olpe), Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Viele mittelständische Unternehmen in Deutschland sind jährlich auf der Suche nach einem Nachfolger. Laut dem Nachfolge-Monitoring der KfW-Bank sollen es bis 2020 etwa 227 000 sein.

Das Thema der Unternehmensnachfolge ist sehr komplex und in vielen Fällen auch emotional für die Beteiligten. Trotzdem ist es ein Thema, mit dem sich jährlich tausende Unternehmen auseinandersetzen müssen. Vor allem für den Mittelstand ist das Thema von großer Wichtigkeit und damit zentral für die deutsche Wirtschaft.

Eine erfolgreiche Nachfolge, sollte sie familiär nicht möglich sein, ist aus mehreren Gründen für Gesellschaft und Wirtschaft wünschenswert. Die lange Aufbauphase eines neu gegründeten Unternehmens fällt weg. Was bleibt ist eine Einarbeitungsphase, die aber unverhältnismäßig kürzer ist. Vertriebskanäle, Kunden, Lieferanten und anderweitig verbundene Unternehmen sind bereits etabliert und haben Planungssicherheit. Vor allem aber bleiben Arbeitsplätze und Steuereinnahmen der regionalen Wirtschaft erhalten.

In der Vergangenheit hatten kleine und mittlere Unternehmen oft nur begrenzte Möglichkeiten, überregional nach Nachfolgern zu suchen. Aus diesem Grund wurde die Online-Börse „nexxt-change“ gegründet. Sie wurde von der KfW Bankengruppe in Zusammenarbeit mit dem damaligen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Januar 2006 eingerichtet. Die Nutzung der nexxtchange-Nachfolgebörse sowie die Inseratseinstellung sind kostenfrei und richten sich sowohl an Übernahmeinteressierte als auch an potentielle Übergeber.

Seit der 2013 veröffentlichten Studie (www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/ Mittelstand/nexxt-change-evaluation.pdf?__blob=publicationFile&v=5), die die Rambøll Management Consulting GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zu nexxt-change anfertigte, gab es keine umfassenden Analysen oder Studien mehr zu der Börse.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Wie viele Unternehmen wurden seit Gründung der Börse erfolgreich an einen Nachfolger vermittelt?

2

Wie viele Verkaufsinserate und wie viele Kaufinserate wurden seit Bestehen der Börse veröffentlicht?

3

Wie viele der erfolgreich übermittelten Unternehmen sind nach Kenntnis der Bundesregierung heute noch existent?

4

Für wie erfolgreich schätzt die Bundesregierung die Plattform ein?

5

Inwieweit hat die Bundesregierung die Handlungsempfehlungen der Rambøll-Studie zur Börse von 2013 umgesetzt?

6

Wie viele Arbeitsplätze konnten durch die Arbeit der Börse seit ihrem Bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung gesichert werden?

7

Welche Pläne hat die Bundesregierung, die Aktivitäten der Börse auszuweiten? Welche Reformierungsmaßnahmen sind geplant?

8

Wie hoch schätzt die Bundesregierung die Zahl von Unternehmen in Deutschland, die 2018 Nachfolger gesucht haben?

9

Für wie groß hält die Bundesregierung die Problematik der Suche nach Unternehmensnachfolge in Deutschland?

10

Welche Anstrengungen, abgesehen von der nexxt-change-Börse, unternimmt die Bundesregierung, um Unternehmen die Suche nach Nachfolgern zu erleichtern?

11

Welche Kosten sind dem Bund durch die Betreibung der Börse seit ihrer Einrichtung entstanden?

Berlin, den 6. März 2019

Christian Lindner und Fraktion

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