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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Regionale Lieferketten

(insgesamt 7 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

11.08.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2134029.07.2020

Regionale Lieferketten

der Abgeordneten Mariana Iris Harder-Kühnel, Martin Reichardt, Frank Pasemann und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) hat mit einem Schreiben seine Mitgliedsunternehmen über die Auswirkungen der Corona-Krise informiert (https://www.elektroniknet.de/markt-technik/elektronikfertigung/53-prozent-der-lieferketten-spuerbar-von-krise-erfasst-175807.html). Die darin verdeutlichten Herausforderungen sind laut BME riesig (ebd.). Besonders die anhaltende Dynamik der Pandemie sorgte und sorgt teilweise immer noch dafür, dass Lieferketten massiv beeinträchtigt sind und beim Ausfall eines Systemlieferanten ganze Produktionsabläufe stillstehen (ebd.).

Laut BME sind 53 Prozent der Einkäufer „kritisch“ von den Auswirkungen betroffen: „‚Der Einkauf von Schutzausrüstung ist in einigen Unternehmen inzwischen Chefsache. Mittlerweile handelt es sich um ein kritisches Gut, da bei einem Scheitern der Beschaffung die Stilllegung der Produktion droht.‘ Hier sieht der BME Handlungsbedarf bei der Bundesregierung (…)“ (ebd.)

Die globale Supply-Chain-Krise sorgt dafür, dass sich viele Akteure fragen, inwiefern ein Umdenken zu einer regionalisierten Wirtschaft stattfinden muss (https://de.eas-mag.digital/globale-supply-chain-krise-wie-der-coronavirus-lieferketten-unterbricht-und-was-unternehmen-dagegen-tun-koennen/?cn-reloaded=1).

Auch die Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel, hat zwischenzeitlich ihren Willen bekundet, Störungen insbesondere in europäischen Lieferketten zu minimieren (https://www.rnd.de/politik/merkel-will-storungen-in-europaischen-lieferketten-minimieren-KOP6G6MGLLPIOOVJHKTWHJGUZU.html).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Wie kritisch waren und sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Lieferketten in Deutschland von der Corona-Krise betroffen?

2

Wie lange kann nach Auffassung der Bundesregierung eine Krise wie die jetzige anhalten, bis nahezu die gesamte Produktion des Landes stillsteht?

3

Was hat die Bundesregierung in der Vergangenheit getan, um Lieferketten eine Internationalisierung zu ermöglichen?

Wo hat die Bundesregierung interveniert?

4

Sollen Maßnahmen getroffen werden, um vor allem die systemkritischen Lieferketten wieder zu regionalisieren, und wenn ja, welche, wenn nein, warum nicht?

5

Welche Lieferketten sind ganz besonders von der Globalisierung betroffen, sollten laut Auffassung der Bundesregierung jedoch besser im Inland angelagert werden?

6

Plant die Bundesregierung in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten Maßnahmen, um Lieferketten vor globalen Pandemien zu schützen, und wenn ja, welche, wenn nein, warum nicht?

7

Ist nach Auffassung der Bundesregierung eine verstärkte lokale Beschaffung hinsichtlich der Aufrechterhaltung bestimmter Lieferketten notwendig, insbesondere auch hinsichtlich ihrer Erfahrungen mit der SARS-Epidemie 2002 und 2003, mit den Naturkatstrophen im Jahre 2011 in Japan und Thailand sowie der noch gegenwärtigen Corona-Krise?

Berlin, den 10. Juli 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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