Unternehmensnachfolgebörse nexxt-change vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
der Fraktion der CDU/CSU
Vorbemerkung
Nach jüngsten Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) steigen die Herausforderungen für viele mittelständische Unternehmen in Deutschland, eine Unternehmensnachfolge umzusetzen, weiter an. Allein bis Ende dieses Jahres beabsichtigen rund 190 000 Inhaber, ihr Unternehmen in die Hände eines Nachfolgers zu übergeben. Nach Schätzungen der KfW sind hiervon aber noch 70 000 ohne Lösung. Hauptgrund ist dabei der Mangel an geeigneten Nachfolgekandidaten. Diese Problematik wird auch größer, denn aktuell ist etwa ein Drittel der Unternehmerschaft 60 Jahre und älter, etwa 1,2 Millionen. „Die ausgeprägte Nachfolgelücke führt dazu, dass selbst bei aktivem Engagement das Unterfangen einer Nachfolge oftmals nicht gelingen wird, [und] ungewollte Unternehmensstilllegungen dürften spürbar häufiger werden“, so die KfW.
Um Interessierte an einer Nachfolge sowie Übernahme zusammenzuführen, bieten seit 2004 das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und die KfW, gemeinsam mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die webbasierte Unternehmensnachfolgebörse „nexxt-change“ an. Auf dieser Börse übernehmen die Mitglieder der genannten Organisationen unentgeltlich, kostenlose Inserate von Abgebe- und Übernahmeinteressierten zu bearbeiten und zu matchen.
Eine strukturierte Überprüfung der Börse erfolgte allerdings zuletzt vor zehn Jahren im Rahmen einer Studie der Beratungsgesellschaft Ramboll Management Consulting (veröffentlicht am 25. Juli 2013).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen14
Welche Maßnahmen wie etwa Förderprogramme, Beratungsangebote und Beratungsstellen ergreift die Bundesregierung derzeit, um Unternehmensnachfolgen zu erleichtern?
Wie haben sich die Zugriffszahlen der Unternehmensnachfolgebörse nexxt-change seit 2010 bis heute entwickelt (bitte nach Jahren differenziert angeben)?
Wie viele Matchings (Trefferquoten) sind in demselbem Zeitraum erfolgt (bitte nach Jahren differenziert angeben)?
Wie viele Anzeigen wurden seit 2010 hochgeladen (bitte nach Jahren differenziert angeben)?
Wie viele Anzeigen davon wurden von den einzelnen Kooperationspartnern bzw. deren Vertretern hochgeladen (bitte nach Jahren differenziert angeben)?
Gab es in den Jahren 2021 und 2022 Beschwerden durch Nutzer (Inserenten oder Nachfolgeinteressierte) der Nachfolgebörse nexxt-change des BMWK wegen eines erwiesenen Fehlverhaltens eines Regionalpartners, und wenn ja, welchem der Regionalpartnerverbände oder welcher der Regionalinstitutionen waren diese zuzuordnen, und welcher Art waren diese (z. B. zu späte Responsezeiten)?
Was war der Anlass für die Neufassung der Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) der Börse (vom 1. Juli 2022) und welches Referat bzw. welche Referate, welche Abteilung bzw. welche Abteilungen oder sonstigen Verantwortlichen (Ebene der Staatssekretäreinnen und Staatssekretäre) im BMWK waren wann (bitte Datum angeben) in den Prozess der Neufassung eingebunden, und wer traf die finale Entscheidung für das BMWK und innerhalb des BMWK?
Wann, in welcher Form und mit welchem Votum wurden die Gründungsmitglieder und Mitglieder von DSGV, BVR, DIHK, ZDH sowie der KfW als Mitglieder des „Lenkungsausschusses“ in die Entscheidung der Neufassung der AGB involviert, und wie haben diese votiert?
Warum erfolgte keine Anhörung der assoziierten Gründungsmitglieder, u. a. auch des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) zur Neufassung der AGB?
Mit welcher Begründung sind Beratungsunternehmen, die nicht Mitgliedsunternehmen des BDU sind, sowie andere Unternehmen, die – gemäß der neuen AGB der Börse vom 1. Juli 2022 – nicht juristische Personen des öffentlichen Rechts oder nicht Mitglied eines der Verbände sind, die zum Lenkungsausschuss von nexxt-change gehören, weiterhin Regionalpartner der Börse?
Welche Regionalpartner konkret sind in der Börse (Stand: 1. Mai 2023) vertreten, die nicht juristische Personen des öffentlichen Rechts, kein Mitglied eines der Verbände des Lenkungsausschusses oder nicht Mitgliedsunternehmen des BDU sind?
Seit wann sind diese Mitglieder, und wann erfolgte jeweils die Entscheidung zur Aufnahme durch den Lenkungsausschuss gemäß der gültigen AGB?
Wie viele Regionalpartner wurden im Zuge der Neufassung der AGB aus der Börse entfernt, und wie viele Inserate wurden infolgedessen im Januar 2023 abgeschaltet?
Mit welcher Begründung sind Beratungs- und ähnliche Dienstleistungsunternehmen, die nicht Mitgliedsunternehmen des BDU sind, weiterhin Regionalpartner der Börse?
Wie viele Regionalpartner gibt es, die nicht dem DSGV, der BVR, der DIHK und dem ZDH angehören, und warum sind diese gelistet, sofern sie nicht öffentlich-rechtlich verfasst sind?