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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet
Fragen zur Amtszeit des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz
(insgesamt 104 Einzelfragen)
Fraktion
CDU/CSU
Ressort
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Datum
21.02.2025
Aktualisiert
27.02.2025
BT20/1488005.02.2025
Fragen zur Amtszeit des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
Deutscher Bundestag Drucksache 20/14880
20. Wahlperiode 05.02.2025
Kleine Anfrage
der Fraktion der CDU/CSU
Fragen zur Amtszeit des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz
Die Wirtschaftspolitik der vergangenen drei Jahre wurde durch die von der
Koalition der Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP
gewählte Bundesregierung verantwortet. Schnell wurde deutlich, dass die
Bundesregierung auf einen neuen Ansatz setzt. Der Jahreswirtschaftsbericht 2022
machte deutlich, dass die Soziale zur Sozial-ökologischen Marktwirtschaft
weiterentwickelt werden sollte (www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirts
chaft/jahreswirtschaftsbericht-2022.pdf?__blob=publicationFile&v=1). Im
Rahmen dessen wurden neue Kriterien in den Jahreswirtschaftsbericht
aufgenommen, die neben dem wirtschaftspolitischen Ziel des Wachstums stehen
sollen.
Um diese „Weiterentwicklung“ der Sozialen Marktwirtschaft vorzunehmen,
setzte der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Dr. Robert Habeck
auf eine transformative Angebotspolitik. Dazu soll der Staat eine gestaltende
Rolle einnehmen. Für die theoretische Fundierung dieses neuen
wirtschaftspolitischen Ansatzes berief er sich gern auf die Ökonomin Mariana Mazzucato, die
gern industriepolitische Erfolge in das Narrativ eines erfolgreich agierenden
Staates stellt (www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/mariana-mazzucato-
habecks-lieblingsoekonomin-18224903.html). Den Fragestellern nach sollte so
versucht werden, den Fokus auf einzelne durch Subvention erzielte Erfolge zu
lenken, um wirtschaftspolitische Misserfolge auszublenden.
In dem Glauben an große industriepolitische Erfolge könnte sich wohl auch der
Bundeswirtschaftsminister in den letzten Jahren gewähnt haben. Die Milliarden
bzw. Millionensubventionen für Intel, Wolfspeed und Northvolt sollten die
Kernprojekte der transformativen Angebotspolitik sein. In den letzten Monaten
mussten die Fragesteller zusehen, wie jedes dieser Projekte jedenfalls vorerst
gestoppt wurde (www.capital.de/wirtschaft-politik/intel---northvolt-auf-der-kip
pe--was-ist-mit-den-anderen-projekten--35278338.html) – teilweise mit
unklaren Folgen für die vom Staat eingesetzten Steuergelder. Der geplante Anstieg
der Finanzhilfen von 150 Prozent zwischen 2021 und 2024 (www.bundesfinanz
ministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/29-subven
tionsbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=3) lässt die politische Strategie
dahinter klar hervortreten. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK)
veranschlagte zuletzt mit 35 Mrd. Euro (vgl. Bundestagsdrucksache 20/13778) mit
Abstand am meisten; das Siebenfache der Finanzhilfen des darauffolgenden
Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Die
Subventionspolitik wurde daraufhin vom Bundesrechnungshof kritisiert (www.bundesrechnung
shof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2024/subventionspolitische-leitli
nien-bmwk-volltext.pdf?__blob=publicationFile&v=2) und durch die Fraktion
der CDU/CSU hinterfragt (vgl. Bundestagsdrucksache 20/13778). Gegeben
dieser wirtschaftspolitischen Linie ist es nur folgerichtig, dass der
Bundeswirtschaftsminister nicht müde wurde, immer mehr Geld für seine Subventionen
einzufordern und dafür die verfassungsrechtlich geschützte Schuldenbremse
wiederholt infrage zu stellen (www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/habe
ck-deutschlandfonds-wirtschaft-milliarden-100.html).
Getrieben von der Idee des gestaltenden Staates, weitete der
Bundeswirtschaftsminister den Einflussbereich auf die Wirtschaft immer weiter aus. Nach
Auffassung von Beobachtern und der Fragesteller wird, anstatt klare
Rahmenbedingungen zu setzen, innerhalb derer unternehmerisches Handeln stattfindet, an
vielen Stellen das unternehmerische Risiko übernommen und werden
Handlungen kontrolliert. Die Eigendynamik der Wirtschaft sollte politischen Prozessen
unterworfen werden (www.ludwig-erhard.de/habeck-laeuft-mit-seiner-industrie
politik-in-die-falsche-richtung/). In der Folge eines solchen Dirigismus entsteht
vor allem sehr viel mehr Bürokratie. So konstatierte auch der
Normenkontrollrat einen Anstieg des laufenden Erfüllungsaufwandes (in Summe für
Wirtschaft, Verwaltung und Bürger) um ca. 136 Prozent (auf 26 Mrd. Euro) unter
der Verantwortung der Bundesregierung (Jahresbericht 2024 des
Normenkontrollrats, www.normenkontrollrat.bund.de/Webs/NKR/SharedDocs/Downloads/
DE/Jahresberichte/2024-jahresbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=3). Die
zunehmenden Sorgen von Mittelständlern, die mangelnde Nachvollziehbarkeit
der Regeln und die Auflagen für die Unternehmensgründung hat die Fraktion
der CDU/CSU deshalb hinterfragt (www.bmwk.de/Redaktion/DE/Parlamentari
sche-Anfragen/2024/05/20-11287.pdf?__blob=publicationFile&v=6). Ein
Abbau der Bürokratie wurde nach Auffassung der Fragesteller durch das
BMWK nur marginal mit vorangetrieben. Der Beitrag des BMWK zum
Entlastungsvolumen des Bürokratieentlastungsgesetzes IV (BEG IV) war sehr gering
und wird bei den genannten Ressorts unter „Sonstige“ aufgeführt (Jahresbericht
2024 des Normenkontrollrats). In bewusster Abgrenzung zum BEG IV hat das
BMWK medienwirksam auf das Instrument der Praxis-Checks gesetzt, mit dem
insbesondere bereits bestehende Regelungen im eigenen Geschäftsbereich
gemeinsam mit den Rechtsanwendern auf Vereinfachungen und Digitalisierung
durchleuchtet wurden. Ein tatsächlicher Bürokratierückbau wurde nach Ansicht
der Fragesteller nicht angegangen.
Durch den Aufwuchs der Bürokratie kam den nachgeordneten Behörden eine
stärkere Rolle zu. Mit dem Ausbau ging nach der Einordnung von Beobachtern
eine Politisierung einher (www.cicero.de/innenpolitik/bundesnetzagentur-kernk
raft-ausschuss-graichen-zombie-akw). Damit wird den Fragestellern nach eine
klare politische Strategie verfolgt: Der Ausbau nachgeordneter Behörden und
Ämter („Agencification“) geht einher mit der Ausgliederung politischer
Entscheidungen und Festlegung innerhalb von Institutionen (z. B. Umbenennung
des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – BAFA). Der schnelle
Aufwuchs an neuen Regeln konnte von den Behörden oftmals kaum bewältigt
werden. Es entstanden nach Angaben von Unternehmensvertretern
Flaschenhälse, die Unternehmen in ihrer Wirtschaftstätigkeit einschränkten und in der
Konsequenz unsere Wirtschaft Wohlstand kosteten (www.handelsblatt.com/unt
ernehmen/mittelstand/familienunternehmer/maschinenbau-trumpf-verliert-auftr
aege-und-schimpft-auf-habecks-ministerium/29467882.html). Der entstehende
Reputationsschaden könnte dabei häufig schlimmer als der monetäre sein.
Gleichzeitig hat die Bundesregierung laut den Fragestellern den
Leistungswillen in diesem Land unterminiert. Die Arbeitsproduktivität pro Kopf ging im
Jahr 2024 um 0,4 Prozent zurück (www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenz
en/2025/bip2024/statement-bip.pdf?__blob=publicationFile). Die
zweithöchsten Steuersätze unter den OECD-Ländern (OECD = Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) lassen nach Meinung der
Fragesteller den Arbeitseinsatz schrumpfen und erste Förderprogramme wurden auf
Identitätskriterien zugeschnitten, sodass nicht mehr die Leistung, sondern die
Zugehörigkeit zu der einen oder anderen Gruppe ausschlaggebend für die
Förderung ist (www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/10/2023101
9-bundesregierung-stockt-zukunftsfonds-auf.html). Regulierungen wie das
Energieeffizienzgesetz (EnEfG) fördern nach vertretener Auffassung den
Degrowth-Gedanken und damit weniger Leistung der gesamten Wirtschaft
(www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2024/heft/8/beitrag/das-energieeffizienzg
esetz-ueberfl-uessig-marktwidrig-und-schaedlich.html). Denn die starren
Vorgaben für die Energieeffizienz können realistisch nur mit einer
Schrumpfung der Wirtschaft erreicht werden (www.ifo.de/publikationen/2023/ifo-standp
unkt/das-energieeffizienzgesetz-ein-wachstumskiller). Schließlich hat das
Bürgergeld den Leistungsgedanken in der Gesellschaft auf den Kopf gestellt.
Denn die großzügigen Leistungen im Rahmen des Bürgergeldes haben nach
Ansicht der Fragesteller die Anreize zur Arbeitsaufnahme so weit reduziert,
dass nicht nur die Kosten für den Sozialstaat aus dem Ruder laufen, sondern
auch die Leistung unterminiert wurde.
Im Glauben an einen „gestaltenden Staat“ war es naheliegend, dass der
Bundeswirtschaftsminister versucht, vermeintlich moralische Standards in den
Wirtschaftsprozess zu etablieren (www.welt.de/wirtschaft/plus247787848/Deutsch
e-Klima-Moral-Genickschlag-fuer-den-Mittelstand-Habecks-Neuregelung-bedr
oht-die-Wirtschaft.html). Im Rahmen einer „wertegeleiteten
Außenwirtschaftspolitik“ wurde die Wirtschaft mit neuen Auflagen oder Sektorleitlinien für den
Export konfrontiert und auch nach Auffassung der Fragesteller verunsichert.
Mit gut gemeinten Kriterien und Vorgaben soll eine Wirtschaft in „gut“ und
„böse“ getrennt werden. Dabei sind die realen Folgen häufig nicht
berücksichtigt. Eine von Wirtschaftsvertretern beklagte Überforderung insbesondere für
den Mittelstand schadet der hiesigen Wirtschaft. Der Abbruch von
Lieferbeziehungen mit Handelspartnern kann darüber hinaus ein „entwicklungspolitisches
Eigentor“ sein (www.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/aktuelle-informationen/li
eferkettengesetz-der-staat-macht-es-sich-zu-einfach--109508).
Nach Auffassung der Fragesteller zeigt sich, dass die Vorstellung, der Staat
wüsste besser als die Unternehmen in unserem Land, wo und in welche
Technologien Investitionen vorgenommen werden sollten, auf ganzer Linie
gescheitert ist. Der staatsgläubige Ansatz der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung,
mit immer höheren Subventionen und immer kleinteiligerer Regulierung, hat
sich in der Praxis nicht bewährt.
Die Konsequenzen des eingeschlagenen Weges wird die deutsche Wirtschaft
weiterhin spüren. Im Jahr 2024 verzeichnet Deutschland wie im Jahr zuvor eine
Rezession. Zwei Jahre in einer Folge schrumpfte das deutsche
Bruttoinlandsprodukt (BIP) bisher nur einmal in der Nachkriegszeit (www.welt.de/wirtschaf
t/plus253716442/Doppelte-Rezession-Deutschland-steckt-in-einer-historische
n-Krise.html). Die historisch schlechte Lage zeigt sich in den Insolvenzzahlen.
Sie erreichen einen zehnjährigen Höchststand und liegen für das Jahr 2024 bei
16,8 Prozent über denen desJahres 2023 (www.destatis.de/DE/Presse/Pressemit
teilungen/2025/01/PD25_010_52411.html). Dort, wo die Insolvenz verhindert
werden kann, zeigen die deutlich gestiegene Kurzarbeit (www.tagesschau.de/wi
rtschaft/arbeitsmarkt/kurzarbeit-jobs-industrie-100.html), die ausbleibenden
Aufträge und in der Folge die geringe Kapazitätsauslastung (www.manager-ma
gazin.de/unternehmen/industrie/warnung-vor-deindustrialisierung-stimmung-i
m-maschinenbau-in-deutschland-kippt-a-9ea59c01-1c07-453c-a872-d6bdcb32
330f) die Tiefe der Krise. Inzwischen sind die Auswirkungen auch auf dem
Arbeitsmarkt spürbar. Der alarmierende Stellenabbau betrifft führende deutsche
Unternehmen (insm.de/aktuelles/publikationen/alamierender-stellenabbau-in-de
utschland). Im kommenden Jahr will jedes vierte Unternehmen Stellen abbauen
(www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/michael-groemling-vier-von-zehn-
unternehmen-wollen-2025-stellen-abbauen.html). Die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung der vergangenen Jahre macht die strukturelle Krise offensichtlich.
Wäre der Trend der Wirtschaftsentwicklung von 2014 bis 2019 fortgeschrieben
worden, wären wir nach Informationen der Fragesteller heute ca. 10 Prozent
wohlhabender. In der Realität wuchs DeutschlandsVolkswirtschaft in diesem
Zeitraum um nur 0,2 Prozent. Inzwischen ist das pro-Kopf-BIP in der größten
europäischen Volkswirtschaft fast auf dem gleichen Niveau wie das vom
ärmsten US-Bundesstaat Mississippi (de.euronews.com/business/2025/01/04/pro-ko
pf-bip-im-vergleich-der-armste-us-bundesstaat-liegt-fast-gleichauf-mit-
derbrd). Der Wohlstandsverlust in Deutschland ist real und wurde durch die
politischen Entscheidungen der jetzigen Bundesregierung nicht aufgehalten. Sie hat
vielmehr den Staat ins Zentrum gerückt. Die gestiegenen Konsumausgaben des
Staates um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr unterstreichen diesen
Weg. In der gleichen Zeit sanken die nichtstaatlichen Ausrüstungsinvestitionen
um 6,5 Prozent sowie die nichtstaatlichen Bauinvestitionen um 4,3 Prozent
(www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2025/bip2024/statement-bip.pd
f?__blob=publicationFile). Das von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag
zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP versprochene Ziel eines
„Jahrzehnts der Zukunftsinvestitionen“ scheint nicht für die Wirtschaft zu
gelten. Und auch bei der versprochenen Schaffung von nachhaltigem Wohlstand
hat die Bundesregierung den Fragestellern nach versagt (www.spd.de/fileadmi
n/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Sieht die Bundesregierung aufgrund der neuen 33 Ziele im
Jahreswirtschaftsbericht 2025 einen Zielkonflikt, wenn ja, wie wird dieser
Zielkonflikt administrativ und politisch gelöst, und wenn nein, glaubt die
Bundesregierung, alle 33 Ziele in gleichem Maße anstreben zu können?
2. Wie wägt die Bundesregierung zwischen den unterschiedlichen Zielen
des Jahreswirtschaftsberichts ab, und gibt es eine Zielehierarchie?
3. Geht das Bundeswirtschaftsministerium davon aus, dass eine
schrumpfende Wirtschaft notwendig ist zur Erreichung der Klimaziele, und wenn
nein, muss durch Vorgaben festgelegt werden, welche Bereiche noch
wachsen dürfen?
4. Sieht der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz weiterhin den
Markt allein als Resultat von Regeln (www.handelsblatt.com/politik/deu
tschland/max-weber-preis-was-gruenen-chef-robert-habeck-am-kapitalis
mus-auszusetzen-hat/26969604.html), und wenn ja, welche
Implikationen zieht der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz aus diesem
Top-down-Ansatz für seine Wirtschaftspolitik?
5. Geht die Bundesregierung davon aus, dass Wachstum zwangsläufig zur
Ausbeutung von Natur und Mensch führt, und wenn ja, wie erklären sich
für die Bundesregierung die globalen Fortschritte im Kampf gegen
Hunger, geringere Armut, für bessere Gesundheitsversorgung, höhere
Lebenserwartung und weniger CO2-Ausstoß je Dollar BIP?
6. Ist die Bundesregierung der Ansicht, dass Unternehmen zum
Klimaschutz strenge Vorgaben brauchen, die sie dazu zwingen ihre
unternehmerischen Entscheidungen anzupassen, und wenn ja, wie erklärt sich für
die Bundesregierung, dass sich seit Jahrzehnten der CO2-Ausstoß relativ
zum Bruttoinlandsprodukt verbessert hat (www.ifo.de/DocDL/ifosd_201
3_07_5.pdf)?
7. Wie positioniert sich die Bundesregierung zu der Ansicht, dass Märkte
bottom-up entstehen und einen grundlegenden Mechanismus
beschreiben, der die Informationen von unzähligen Interaktionen abbildet?
8. Warum verfolgt die Bundesregierung strikte technologische Vorgaben
für die Gesellschaft, die nach Ansicht der Fragesteller als
Bevormundung verstanden werden können (beispielsweise CO2-Flottengrenzwerte,
Heizungsgesetz; www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/habeck-v
erbot-oel-gas-heizung-100.html), und wie beurteilt die Bundesregierung
technologieoffene Regulierungen, die Vorgaben auf ein Minimum
reduzieren?
9. Sieht die Bundesregierung die Möglichkeit, dass Interventionen des
Staates Ungleichgewichte in der Wirtschaft auslösen können, und wie
beurteilt die Bundesregierung die Möglichkeit, dass die Folgen einer
Intervention erneut eine staatliche Handlung nach sich ziehen können
(sogenannte Interventionsspirale)?
10. Wie beurteilt die Bundesregierung den Partizipationswettbewerb, der
durch übermäßige Interventionen des Staates zunimmt, und wie
begegnet die Bundesregierung Wirtschaftsakteuren, die infolge der
Interventionen auf „rent-seeking“ beim Staat aus sind?
11. Welche Implikationen sieht die Bundesregierung durch die Umstellung
auf eine Sozial-ökologische Marktwirtschaft, ist diese Systemumstellung
aus Sicht der Bundesregierung abgeschlossen, und wird diese als
erfolgreich bewertet?
12. Wie viele Insolvenzen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung
insgesamt in dieser Wahlperiode?
13. Hat der Bundeswirtschaftsminister seine Skepsis gegenüber dem
Marktmechanismus überdacht (www.thepioneer.de/originals/others/articles/di
e-denkfehler-seiner-wirtschaftsphilosophie)?
14. Hat der Bundeswirtschaftsminister seine nach Ansicht der Fragesteller
zum Ausdruck gebrachte Skepsis gegenüber dem Kapitalismus
überdacht (www.handelsblatt.com/politik/deutschland/max-weber-preis-
wasgruenen-chef-robert-habeck-am-kapitalismus-auszusetzen-hat/2696960
4.html)?
15. Wie erklärt die Bundesregierung den Anstieg der Subventionen um ca.
136 Prozent in den letzten drei Jahren, und warum verfügt das BMWK
mit 36 Mrd. Euro über die meiste Finanzhilfe, die dem Siebenfachen des
nächsten Ressorts, dem BMDV, entspricht?
16. Haben bei den Subventionen und Förderprogrammen der letzten drei
Jahre die CO2-Vermeidungskosten, die damit einhergehen, eine Rolle
gespielt, und wenn ja, welche CO2-Vermeidung wurde je Euro
Fördermittel erreicht?
17. Erfolgt bei neuen Förderprogrammen die Antragstellung als
vollintegrierte digitale Version, und wenn nein, warum wurde diese massive
Erleichterung bisher nicht eingeführt?
18. Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass die deutschen
Unternehmen hierzulande noch wettbewerbsfähig Geld verdienen können, ohne
dass der Staat diese direkt subventioniert, und wenn ja, wie begründet
die Bundesregierung, dass 20 der 25 größten deutschen Konzerne von
Subventionen profitieren (www.merkur.de/wirtschaft/ampel-zahlt-millia
rden-subventionen-an-grosskonzerne-die-es-nicht-brauchen-zr-9350352
0.html)?
19. Welche Rolle spielen die noch nicht durchgeführten Subventionsprojekte
der Bundesregierung bei der Überarbeitung des Konzepts eines
„gestaltenden Staates“ (www.rnd.de/politik/robert-habeck-in-neuem-buch-mac
ht-ist-in-meinem-milieu-immer-noch-ein-verpontes-wort-PTVIBW3FH
RBSLNXKJCKNLTPAQY.html; bitte alle Projekte auflisten, die trotz
Subventionszusagen bisher nicht umgesetzt werden)?
20. Wie bewertet die Bundesregierung die durch eine Verdopplung der
Finanzhilfen in den letzten drei Jahren gesetzten Anreize für einen
stärkeren Partizipationswettbewerb (www.tagesschau.de/wirtschaft/subvention
en-wirtschaft-100.html)?
21. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus den bereits heute
hohen Zinslasten für den Staatshaushalt von 10 Euro pro 100 Euro
Steuereinnahmen (www.iwkoeln.de/studien/tobias-hentze-zinslasten-und-rea
ler-einnahmenrueckgang-setzen-regierung-unter-druck.html), sind aus
Sicht der Bundesregierung angesichts dieser hohen Zinszahlungen
weitere Schulden die Lösung für die strukturellen Probleme in Deutschland
sind, und wenn ja, warum?
22. Wie lässt sich die europäische Vorgabe des Stabilitäts- und
Wachstumspaktes, dass Deutschland zukünftig die Schuldenquote um 0,5
Prozentpunkte senken muss, mit Forderung der Bundesregierung nach einer
Lockerung der Schuldenbremse vereinbaren (www.tagesschau.de/wirtschaf
t/finanzen/stabilitaets-und-wachstumspakt-eu-schuldenregeln-100.html)?
23. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuell hohen Netto-
Kapitalabflüsse von 253 Mrd. Euro in den Jahren 2021 und 2022, und wird es
weiterhin als ein „positives Zeichen“ gesehen, dass Unternehmen im
Ausland investieren, wie es der Bundeskanzler nach Kenntnis der
Fragesteller im Frühjahr 2024 einordnete?
24. Wie viele mit der elften Novelle des Gesetzes für
Wettbewerbsbeschränkungen erstmalig eingeführten Ex-ante-Prüfungen wurden durchgeführt?
25. Wie viele Prüfungen für die Entflechtung marktbeherrschender
Unternehmen (nach § 18 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen –
GWB) wurden vorgenommen?
26. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Verbandsklagen
infolge des Verbandsklagerichtlinienumsetzungsgesetzes entwickelt?
27. Welche Bilanz zieht die Bundesregierung zu den laufenden Investments
des Zukunftsfonds, wie viele Investments sind profitabel, und wie viel
privates Kapitel konnte bereits mobilisiert werden?
28. Hält die Bundesregierung weiterhin fixe Energieeinsparziele für ein
geeignetes Mittel zur Steigerung der Energieeffizienz (u. a. EnEfG), und
wenn ja, warum sind diese trotz Emissions- und
Energiemarktregulierung notwendig?
29. Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass
Unternehmen besser beurteilen können, ob eine Einsparung (kosten)effizient
möglich ist oder gravierende Nachteile nach sich zieht, wenn ja, welche
Schlussfolgerungen für die Bewertung ihrer Maßnahmen zieht sie
daraus, und wenn nein, warum nicht?
30. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung konkret der
Erfüllungsaufwand, der mit dem Energieeffizienzgesetz auf die Unternehmen
zukommt, und wie sind fixe Einsparziele mit dem Ziel des Bürokratie- und
Regulierungsabbaus vereinbar?
31. Wieso stellt das Energieeffizienzgesetz nicht auf die
Energieproduktivität, also das reale BIP je Terawattstunde (TWh) Energieverbrauch, ab?
32. Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass das
BMWK die Bundesländer, die das im November 2023 in Kraft getretene
Energieeffizienzgesetz vor erhebliche Herausforderungen stellte, bei der
Umsetzung allein lässt, wenn nein, welche Unterstützungen der
Bundesländer sind erfolgt, und warum hat das BMWK nach Kenntnis der
Fragesteller deren Fragenkatalog zur Auslegung des Gesetzes bis heute nicht
beantwortet?
33. Wie ist der Stand der derzeit laufenden Verhandlungen des BMWK mit
der Europäischen Kommission hinsichtlich des Konzepts für eine
Kraftwerksstrategie und des Entwurfs des Kraftwerkssicherheitsgesetzes?
34. Welche Regelungen aus dem Entwurf des Kraftwerkssicherheitsgesetzes
beruhen auf einer zwingenden Vorgabe der Europäischen Kommission?
35. Hält die Bundesregierung angesichts des geringen Spielraumes in der
deutschen Stromerzeugung, insbesondere angesichts der jüngsten
Dunkelflauten, den Kohleausstieg 2030 noch für möglich, und wenn ja,
welche steuerbaren Kapazitäten sollten über die geplanten direkten
Ausschreibungen hinaus noch gebaut bzw. angereizt werden?
36. Zu welchen Preisen wird Deutschland in Zukunft Energie haben, ist die
Bundesregierung der Auffassung, dass dies ausreichen wird, um unsere
Industrie am Standort zu halten, und wenn nein, welche
Wohlfahrtsverluste ist sie bereit, in Kauf zu nehmen?
37. Ist die Bundesregierung der Auffassung, eine Prüfung der Reaktivierung
der im Rückbau befindlichen Atomkraftwerke nicht vornehmen zu
können, obwohl viele Länder die friedliche Nutzung der Kernenergie weiter
vorantreiben, wenn ja, warum, und teilt die Bundesregierung die
Auffassung der Fragesteller, dass das Unterbleiben einer solchen Prüfung dem
Standort und der Energieverfügbarkeit für die Wirtschaftsakteure
schadet?
38. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die Produktionsbetriebe für
energieintensive Grundstoffe wie Aluminium und
Grundstoffchemikalien mit der notwendigen konstanten und wettbewerbsfähigen
Energiezufuhr versorgt werden?
39. Mit welchen gesetzlichen Maßnahmen wurde die im Koalitionsvertrag
versprochene Erleichterung der heimischen Rohstoffgewinnung für
Baurohstoffe (vor allem Sand und Kies, gebrochene Natursteine, Kalk- und
Mergelsteine) sowie verschiedene Industrieminerale (insbesondere
Steinsalz, Kalisalze, Quarzsand bzw. Quarzkies und Flussspat)
umgesetzt (bitte einzeln auflisten)?
40. Teilt die Bundesregierung die von Experten vertretene These, dass
Deutschland auch nach 2030 substanzielle Energiekostennachteile
gegenüber anderen Industriestandorten haben wird (dezernatzukunft.org/im
plikationen-langfristiger-energie-kostenunterschiede-fuer-energie-intensi
ve-industrien-und-den-wirtschaftsstandort-deutschland/), wenn nein,
warum nicht, wenn ja, welche Schlussfolgerungen zieht sie daraus, und
welchen Handlungsbedarf sieht die Bundesregierung, um
energieintensive Produktion auch in Zukunft in Deutschland zu ermöglichen?`
41. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der
Erfüllungsaufwand, der mit der Einführung des Heizungsgesetzes für die Verwaltung
und Wirtschaft entstanden ist?
42. Wie viele Wärmepumpen wurden im Laufe der Wahlperiode in
Liegenschaften des BMWK eingebaut (im Vergleich zum Gesamtbestand)?
43. Welchen Einfluss haben die von der Bundesregierung eingeführten
Sektorleitlinien für Exportkreditgarantien auf die deutsche Wirtschaft, und
wie haben sich die Exportgarantien seither entwickelt (bitte nach Größe
der Unternehmen und nach Branchen aufschlüsseln)?
44. Wie stark sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten der
Unternehmen gestiegen, um sich an den neuen Sektorleitlinien auszurichten,
und hält die Bundesregierung es für sinnvoll, die Unternehmen bei ihren
Exportgeschäften in „gute“ und „schlechte“ Wirtschaftstätigkeiten zu
trennen?
45. Warum hat die Bundesregierung mit einer Wachstumsinitiative bis weit
in das Jahr 2024 gewartet?
46. Teilt die Bundesregierung die von Beobachtern vertretene These, dass
ihre einzige ernstzunehmende wirtschaftspolitische Initiative verpufft ist
(www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/ampel-wachstumsinitiat
ive-ist-verpufft-scheitern-mit-ansage-110214392.html), wenn ja, welche
Schlussfolgerungen für die Bewertung ihrer Maßnahmen zieht sie
daraus, und wenn nein, warum nicht?
47. Welche Relevanz hat laut BMWK die Höhe der Sozialabgaben auf die
Standortattraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland, und hatte
die Erhöhung der Beitragssätze zum 1. Januar 2025 Einfluss auf die
Wettbewerbsfähigkeit?
48. Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass die
Entlastungen durch die kalte Progression sowie durch höhere
Sozialversicherungsbeiträge konterkariert werden, sodass ein Großteil der Bürger
und Bürgerinnen netto nicht bessergestellt wird (www.handelsblatt.com/
politik/deutschland/steuern-und-abgaben-so-zehren-steigende-sozialbeitr
aege-steuerentlastung-auf/100080367.html), wenn ja, welche
Schlussfolgerungen für die Bewertung ihrer Maßnahmen zieht sie daraus, und
wenn nein, warum nicht?
49. Hat sich das BMWK, auch gegenüber den anderen Ressorts, positioniert,
um den Anstieg der Lohnnebenkosten auf über 42,3 Prozent des
Bruttolohnes zu verhindern, wenn ja, wie, und wenn nein, warum nicht?
50. Welche konkreten inhaltlichen Vorschläge hat das BMWK nach der
Ankündigung zur Aussetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
(LkSG) des Bundeswirtschaftsministers den übrigen beteiligten Häusern,
insbesondere dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
und dem Bundeskanzleramt, zur Entlastung der vom LkSG betroffenen
Unternehmen unterbreitet (www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtsch
aft/robert-habeck-will-lieferkettengesetz-ueberraschend-aussetzen-19771
561.html)?
51. Wie deckt sich die Aussage der Parlamentarischen Staatssekretäin beim
Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Dr. Franziska Brantner,
dass das BMWK viel entbürokratisiert habe, mit den Erkenntnissen des
Normenkontrollrats, wonach die Bürokratiebelastungen allein für
Unternehmen in der Legislaturperiode um 10 Mrd. Euro gestiegen seien
(9. Januar 2025 in der „FAZ“)?
52. Wie hoch ist das Entlastungsvolumen, das im Wege der Praxis-Checks
des BMWK in der 20. Wahlperiode erzielt werden konnte?
53. Wie weit sind Planungen innerhalb des BMWK vorangeschritten, über
die bisherigen Ex-post-Praxis-Checks hinaus entsprechende Abfragen
auch ex ante, also in laufende Gesetzgebungsverfahren im eigenen
Geschäftsbereich, zu integrieren, und für welche Gesetzgebungsverfahren
des BMWK wurden bereits Ex-ante-Praxis-Checks durchgeführt?
54. Wie konkret hat Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck seine
Ankündigung, die „Kettensäge“ bei den Berichtspflichten anzusetzen,
umgesetzt (table.media/esg/news/berichtspflichten-robert-habeck-will-kette
nsaege-anwerfen/), und wie viele Berichtspflichten konnten durch die
Bundesregierung initiiert auf EU-Ebene abgeschafft werden?
55. Auf welche Weise wurden für Bürokratieabbau und bessere
Rechtsetzung zuständige Referate und Abteilungen im BMWK in
Gesetzgebungsverfahren eingebunden, um den Aufbau unnötiger bürokratischer
Belastungen für die Wirtschaft zu verhindern?
56. Wie bewertet das BMWK die Effizienz der bisherigen Förderprogramme
für Handwerk und Mittelstand?
57. Wie hat sich das BMWK innerhalb der Bundesregierung in Fragen der
steigenden Standortkosten an deutschen Flughäfen positioniert (www.zd
f.de/nachrichten/wirtschaft/flughafen-fluege-luftverkehr-steuern-gebuehr
en-standortkosten-preise-tickets-100.html), und hat sich das BMWK für
geringere Kosten eingesetzt, die in ihrer Konsequenz für die
Konnektivität die Standortattraktivität für Unternehmen und Fachkräfte deutlich
erhöhen könnten?
58. Wie viele Unternehmensansiedelungen gab es in den letzten drei Jahren
in Deutschland (bitte nach Bundesländern auflisten)?
59. Wie schätzt die Bundesregierungen die Standortbedingungen für den
Gründungsstandort Deutschland ein, und wie erklärt sich die
Bundesregierung die laut einem DIHK-Report (DIHK = Deutsche Industrie-
und Handelskammer) schlechten Gründungsbedingungen am Standort
Deutschland (www.dihk.de/resource/blob/120958/a3383295dbf7ebef66e
5ba1dd6c91797/dihk-report-unternehmensgruendung-2024-data.pdf)?
60. Welche konkreten Erfolge konnten bei der Stärkung des Open-Source-
Ökosystems durch die bisherigen Förderungen im Rahmen des
Sovereign Tech Fund (STF) erreicht werden (www.bmwk.de/Redaktion/DE/P
ressemitteilungen/2024/11/20241104-sovereign-tech-fund.html)?
61. Welche konkreten Vorstellungen hat die Bundesregierung zu der im
Impulspapier „Update für die Wirtschaft – Impuls für eine
Modernisierungsagenda“ angekündigten „effizienteren und einheitlicheren“
Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung, und wie soll die genannte
Vermeidung von Doppelregulierung erreicht werden (www.bmwk.de/Redak
tion/DE/Downloads/P-R/Pressemitteilungen/impulspapier-update-fuer-di
e-wirtschaft.pdf?__blob=publicationFile&v=2)?
62. Wie viel der eingeplanten 5 Mrd. Euro Haushaltsmittel wurden in den
Jahren von 2022 bis 2024 im Rahmen der KI-Strategie (KI = Künstliche
Intelligenz) der Bundesregierung ausgeschöpft, und wie viele
Haushaltsmittel sind über das Auflaufen der KI-Strategie in diesem Jahr hinaus
gebunden?
63. Aus welchem Teil des Haushalts werden die möglichen Strafzahlungen
an die EU-Kommission bestritten, die wegen einer Verzögerung bei der
nationalen Umsetzung des AI-Acts (AI = artificial intelligence) drohen
könnten?
64. Welche Kosten sind nach Kenntnis der Bundesregierung seit Beginn der
Legislaturperiode bei Unternehmen für die Umsetzung von
verbraucherschutzrechtlichen Vorschriften, z. B. Einführung von
Schriftformerfordernissen oder neuer Informationspflichten, entstanden, und rechtfertigt
aus Sicht des BMWK die dadurch erreichte Anhebung des
Verbraucherschutzniveaus die entstandenen Kosten und den bürokratischen
Mehraufwand für Unternehmen?
65. Wie stark sind die Ressourcen der Marktüberwachung in den letzten drei
Jahren angestiegen (bitte in allen Kosten und in Vollzeitäquivalenten
angeben)?
66. Wie stark sind die Ressourcen für das Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrollen in den letzten drei Jahren angestiegen (bitte in allen
Kosten und in Vollzeitäquivalenten angeben)?
67. Wie haben sich die Fälle und Bearbeitungszeiten beim BAFA über die
vergangenen drei Jahre entwickelt?
68. Welche Ursachen für die Verzögerungen in der Exportkontrolle wurden
im Geschäftsbereich des BMWK, insbesondere beim BAFA, ermittelt,
und sind die Verfahrensverzögerungen in der Exportkontrolle
zwischenzeitlich vollständig und dauerhaft ausgeräumt?
69. Wie stellen sich die Verfahrensdauern in der Exportkontrolle im
Vergleich der letzten fünf Jahre dar (bitte pro Jahr aufführen)?
70. Welche Maßnahmen wurden im Geschäftsbereich des BMWK ergriffen,
um eine Wiederholung des Antragstaus in der Exportkontrolle künftig zu
vermeiden?
71. Wie haben sich die Fälle und Bearbeitungszeiten bei der
Bundesnetzagentur über die vergangenen drei Jahre entwickelt?
72. Wie haben sich die Fälle und Bearbeitungszeiten bei der Deutschen
Akkreditierungsstelle über die vergangenen drei Jahre entwickelt?
73. Welche Fristenkontrollen gibt es innerhalb der Verfahren der Deutschen
Akkreditierungsstelle, und wie werden die Fristen gegenüber
Stakeholdern kommuniziert?
74. Wie hoch werden die Kosten für eine durchschnittliche Akkreditierung
angesetzt, und werden dabei die Opportunitätskosten der Stakeholder
während der Zeit der Entscheidung der Deutschen Akkreditierungsstelle
berücksichtigt?
75. Was hat die Bundesregierung unternommen, um die den Fragestellern
zur Kenntnis gelangten Beschwerden der Wirtschaft hinsichtlich
mangelnder Kommunikation und Erreichbarkeit und fehlender
Einspruchsmöglichkeiten (vgl. Bundestagsdrucksache 20/13097)
entgegenzukommen?
76. Wie hat sich die Bundesregierung bei der EU-Richtlinie zur
Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive –
CSRD) im EU-Rat positioniert, und wurde die deutliche Kritik der
Bundesländer gerade mit Blick auf die Verhältnismäßigkeit aufgegriffen
(vgl. Bundesratsdrucksache 548/21(B))?
77. Ist nach Auffassung der Bundesregierung der Eingriff in die
unternehmerische Entscheidungsfreiheit durch die CSRD und deren verbindliche
Vorgaben an die Unternehmensstrategie gerechtfertigt, und sieht die
Bundesregierung einen Widerspruch zu Artikel 12 des Grundgesetzes
(GG) und Artikel 16 der Europäischen Grundrechte-Charta?
78. Wie hoch wird nach Kenntnis der Bundesregierung der
Erfüllungsaufwand der CSRD sein, und wie bewertet die Bundesregierung den
Kosten-Nutzen-Vergleich der Regulierung?
79. Wie hat sich die Bundesregierung bei der EU-Richtlinie über
Sorgfaltspflichten von Unternehmen mit Blick auf Nachhaltigkeit (Corporate
Sustainability Due Diligence Directive – CSDDD) im EU-Rat positioniert?
80. Sieht die Bundesregierung Anzeichen dafür, dass der Abbruch von
Geschäftsbeziehungen infolge der CSDDD kontraproduktiv für die
Menschenrechtssituation vor Ort sein kann, weil dadurch der wirtschaftliche
Erfolg einer Region ins Stocken gerät?
81. Wie hoch wird nach Kenntnis der Bundesregierung der
Erfüllungsaufwand der CSDDD auf allen Ebenen und unter Berücksichtigung eines
„Trickle-Down-Effekts“ sein?
82. Wie bewertet die Bundesregierung die nach Ansicht der Fragesteller
bestehende Unbestimmtheit der gesetzlichen Anforderungen, deren
moralischer Gehalt trotzdem mit materiellen Haftungsrisiken verbunden ist?
83. Wie hoch wird nach Kenntnis der Bundesregierung der
Erfüllungsaufwand der EU-Taxonomie sein?
84. Wie hat sich die Bundesregierung bei den Verhandlungen im
Europäischen Rat zur EU-Ökodesign-Verordnung positioniert?
85. Wie hoch wird nach Kenntnis der Bundesregierung der
Erfüllungsaufwand der EU-Ökodesign-Verordnung sein?
86. Wie bewertet die Bundesregierung die über 600 ausstehenden
Delegierten Rechtsakte (table.media/europe/analyse/green-deal-900-umsetzungsa
kte-stehen-aus-industrie-warnt-vor-tsunami/), die im Rahmen des Green
Deal in den nächsten Jahren auf die deutsche Wirtschaft zukommen?
87. Wie positioniert sich das BMWK gegenüber dem Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
(BMUV) und der EU-Kommission bei der geplanten Regulierung von
Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS; englisch per- and
polyfluoroalkyl substances)?
88. Warum hat die Bundesregierung bei mehreren Gesetzen durch
„Goldplating“ europarechtliche Vorgaben über das notwendige Maß
hinausgehend umgesetzt und somit die Bürokratielast für deutsche
Unternehmen erhöht?
89. Welche Forderungen vertritt die Bundesregierung zur europäischen
Gesetzgebung für den Automobilsektor in der EU, und mit welcher
Ratsmehrheit möchte die Bundesregierung diese durchsetzen?
90. Stimmt die Bundesregierung der Aussage zu, dass „Robert Habeck den
Markt [für Elektroautos] zerstört hat“ (www.merkur.de/wirtschaft/elektr
oauto-foerderung-autopapst-teilt-gegen-habeck-aus-grossbritannien-als-
vorbild-zr-93506036.html), und wenn nein, warum wird das von der
Bundesregierung verfolgte, im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel von
15 Millionen Elektroautos im Jahre 2030 nach einer Studie wohl nicht
erreicht?
91. Wie hat sich die Bundesregierung in der entsprechenden EU-Ratssitzung
bezüglich der Strafzahlungen für Automobilhersteller wegen verfehlter
CO2-Grenzwerte positioniert?
92. Wieso hat die Bundesregierung ihr Ziel für den Bau von jährlich 400 000
neuen Wohnungen verfehlt (www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/wenige
r-neue-wohnungen-deutschland-100.html)?
93. Wieso hat die Bundesregierung ihre Ziele für 500 000 neu installierte
Wärmepumpen pro Jahr verfehlt (www.tagesschau.de/wirtschaft/waerme
pumpen-offensive-101.html)?
94. Wieso scheint das Ziel von 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen in
Deutschland bis 2030 nach einer Studie nicht erreicht zu werden (www.
handelsblatt.com/politik/deutschland/verkehr-bundesregierung-droht-zie
l-um-sechs-millionen-e-autos-zu-verfehlen/100055624.html)?
95. Setzt die Bundesregierung bewusst unrealistische Ziele, und wenn nein,
worauf wird das Verfehlen der in den Fragen 92 bis 94 genannten
messbaren Ziele zurückgeführt?
96. Wie hoch waren die Aufwendungen des BMWK für externe
Dienstleistungstätigkeiten in dieser Wahlperiode (bitte einzeln nach Thema,
Auftragnehmer, Volumen aufführen)?
97. Welche Mittel hat das BMWK externen Institutionen im Wege der
Zuwendung zukommen lassen (bitte einzeln nach Thema, Empfänger,
Volumen aufführen)?
98. Wurden ehemalige Mitarbeiter, Funktionsträger sowie sogenannte
Aktivisten aus folgenden Institutionen in dieser Wahlperiode in den höheren
Dienst in Bundesministerien sowie Bundesbehörden eingestellt, und
wenn ja, wie viele (bitte einzeln aufführen)
a) Animal Peace,
b) Animal Rights Watch,
c) Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft,
d) Bioland sowie Bioland Bundesverband,
e) Naturland,
f) Vier Pfoten,
g) Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
h) Deutsche Umwelthilfe (DUH),
i) Deutscher Naturschutzring,
j) Demeter,
k) Foodwatch,
l) Greenpeace,
m) Naturschutzbund (NABU),
n) PETA,
o) Soko Tierschutz,
p) World Wide Fund for Nature (WWF),
q) Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW),
r) Germanwatch,
s) Agora Energiewende,
t) Agora Verkehrswende,
u) Agora Industrie,
v) Öko-Institut e. V.?
99. Wie viele Gespräche auf Leitungsebene gab es mit Vertretern der in
Frage 98 aufgeführten Organisationen (bitte einzeln nach Organisation
aufführen)?
100. Welche Werbekampagnen hat das BMWK in dieser Wahlperiode
beauftragt (bitte einzeln nach Thema, Kosten, Zeitraum, beauftragtem
Unternehmen aufführen)?
101. Welche Vertreter von Unternehmen und anderen Organisationen haben
Delegationsreisen des Bundeswirtschaftsministers begleitet (bitte einzeln
nach Reise, Unternehmen, Zeitraum aufführen)?
102. Welche Initiativen hat die Bundesregierung konkret unternommen, um
neue EU-Handelsabkommen zu initiieren, zu beschleunigen oder
abzuschließen, wie oft war der Bundesminister für Wirtschaft und
Klimaschutz im EU-Ministerrat anwesend, und welche Initiativen hat er dort
konkret eingebracht?
103. Wie bereitet sich die Bundesregierung auf mögliche Zölle der neuen US-
Administration vor?
104. Wie viele Reisen unternahm der Bundesminister für Wirtschaft und
Klimaschutz in den letzten drei Jahren innerhalb von Deutschland (bitte
nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Berlin, den 22. Januar 2025
Friedrich Merz, Alexander Dobrindt und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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