Lärmbelastung durch die Talbrücken Schwarza und Rotes Tal bei Kühndorf – Thüringen
der Abgeordneten Robert Teske, René Bochmann, Stefan Henze, Wolfgang Wiehle, Ulrich von Zons, Otto Strauß, Alexis L. Giersch und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Wie ein aktueller Bericht der Europäischen Umweltbehörde (European Environment Agency, EEA) zum Thema „Umgebungslärm in Europa 2025“ feststellte, sind über 20 Prozent der Europäer schädlichen Verkehrslärmwerten ausgesetzt (vgl. www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/environmental-noisein-europe-2025/environmental-noise-in-europe-2025-summary-for-policymakers). Legt man die strengeren Schwellenwerte der Weltgesundheitsorganisation an, steigt dieser Wert auf über 30 Prozent (ebd.). In diesem Zusammenhang hebt die Behörde den Straßenverkehr als die am weitesten verbreitete Quelle von Verkehrslärm hervor. Schätzungsweise sind 92 Millionen Menschen (innerhalb der EU) Lärmpegeln ausgesetzt, die über dem END-Grenzwert von 55 dB für den Tag-Abend-Nacht-Zeitraum liegen. Zum Vergleich: 18 Millionen Menschen sind vom Schienenverkehr und 2,6 Millionen Menschen vom Fluglärm betroffen.
Mehrere Studien heben die höhere Lärmbelastung durch Brücken hervor. So kommen Sergii Laslov et al. in einer Studie aus dem Jahr 2022 zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Lärmbelastung des Verkehrs auf Brücken um 10 dB höher ist als die durchschnittliche Lärmbelastung auf Straßen (https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4070927).
In Südthüringen gehören die Talbrücken Schwarza und Rotes Tal zu den größten Brücken und stellen als Autobahnbrücken der A 71 potenzielle Lärmquellen dar.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Gab es seit Inbetriebnahme der Talbrücken Schwarza und Rotes Tal nach Kenntnis der Bundesregierung Lärmmessungen in Kühndorf oder den angrenzenden Bereichen, und wenn ja, wann fanden diese Messungen mit welchen Ergebnissen statt (bitte außerdem die mit der Messung beauftragten Institutionen bzw. Firmen auflisten)?
Sind weitere Lärmmessungen in der Region um Kühndorf geplant, und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt, und durch wen sollen sie durchgeführt werden?
Welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen, um Lärmbelastung durch den Verkehr auf der A 71 bzw. auf den Talbrücken Schwarza und Rotes Tal für die Anwohner in Kühndorf zu reduzieren, und welche weiteren Maßnahmen zur Lärmminderung sind geplant?
Sofern für die in Frage 3 erwähnten Streckenabschnitte keine Maßnahmen zur Lärmminderung eingeleitet wurden, aus welchen Gründen nicht?
Gibt es spezifische bauliche oder technische Besonderheiten der Talbrücken Schwarza und Rotes Tal, die die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen erschweren oder verhindern?
Welche langfristigen Strategien verfolgt die Bundesregierung grundsätzlich, um die Lärmbelastung entlang der Bundesautobahnen in Thüringen zu reduzieren?