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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Gefahren für Deutsche durch Tourismus in Risikogebiete

Fraktion

AfD

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

29.01.2026

Aktualisiert

29.01.2026

Deutscher BundestagDrucksache 21/367915.01.2026

Gefahren für Deutsche durch Tourismus in Risikogebiete

der Abgeordneten Erhard Brucker, Sebastian Münzenmaier, Dario Seifert, Jan Wenzel Schmidt, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Keuter und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

In Somalia ist die Terrororganisation Al-Shabab noch immer aktiv und verübte Anfang 2025 mehrere tödliche Anschläge in der Hauptstadt Mogadischu. Bei einem dieser Angriffe beschossen ihre Mitglieder im April 2025 den Flughafen von Mogadischu mit Raketen. Im August 2024 starben bei einem Anschlag am beliebten Lido Beach über 50 Zivilisten. Trotz Reisewarnungen westlicher Regierungen verzeichnete das ostafrikanische Land im Jahr 2024 rund 10 000 Touristen, so CNN. Das ist ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Betreiber eines Abenteuer-Tourismusunternehmens gibt an, dass die Nachfrage nach Gruppenreisen in das ostafrikanische Land erheblich angestiegen sei (www.oe24.at/welt/das-gefaehrlichste-land-der-welt-erlebt-tourismus-boom/656721404).

Die jährlich veröffentlichte „Travel Risk Map“ stuft mehrere afrikanische Länder als Rot – „sehr hohes Risiko: Kann nur mit erheblichen Einschränkungen oder gar nicht bereist werden. Vor der Reise müssen umfassende Vorkehrungen getroffen werden […]“ ein (www.merkur.de/welt/risiko-karte-fuer-urlauber-2025-deutschland-wie-botswana-geheimtipp-und-paradies-sind-abgerutscht-93510102.html).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Welche Länder oder Regionen wurden im vergangenen Jahr vom Auswärtigen Amt als „Risikogebiete“ eingestuft und erlebten gleichzeitig einen deutlichen Anstieg des Tourismus, und gibt es hierzu spezifische Daten, die diese Entwicklung widerspiegeln?

2

Ist der Bundesregierung bekannt, ob deutsche Touristen in den vergangenen Jahren vermehrt in Risikogebiete im Allgemeinen und nach Somalia im Besonderen gereist sind, und wenn ja, ist im Hinblick darauf ein Trend zu Reisen in Risikogebiete feststellbar?

3

Welche statistischen Daten liegen der Bundesregierung bezüglich der Zahl deutscher Touristen vor, die in Risikogebiete reisen, und wie hat sich diese Zahl in den letzten fünf Jahren entwickelt?

4

Wie viele Kontaktaufnahmen von deutschen Touristen, die in Risikogebieten in Not geraten sind, sind in den Jahren von 2022 bis 2024 gegenüber Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amts nach Kenntnis der Bundesregierung erfolgt, und ist diesbezüglich ein Anstieg zu verzeichnen?

5

Was waren nach Kenntnis der Bundesregierung die häufigsten Gründe für Kontaktaufnahmen von deutschen Touristen gegenüber Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amts in Risikogebieten aufgrund von Notlagen in den Jahren von 2022 bis 2024?

6

Welche spezifischen Gefahren sieht die Bundesregierung für deutsche Touristen in Risikogebieten, und inwieweit hat die Bundesregierung Informationen über die Häufigkeit von Vorfällen wie Entführungen, Überfällen oder terroristischen Angriffen auf Touristen in diesen Regionen?

7

Inwiefern wird nach Auffassung der Bundesregierung die touristische Nachfrage nach Risikogebieten durch die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts beeinflusst, und gibt es statistische Erhebungen oder Untersuchungen, die belegen, wie deutsche Touristen auf Sicherheitshinweise reagieren?

8

Inwieweit arbeitet die Bundesregierung mit internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) sowie mit betroffenen Staaten zusammen, um die Sicherheit von Touristen in Risikogebieten zu gewährleisten?

9

Wie rechtfertigt die Bundesregierung die Verminderung der Mittel für Bürger im Ausland angesichts der nach wie vor bestehenden Gefahrenlage im Ausland (vgl. Haushaltstitel 687 01 „Hilfe für Deutsche im Ausland“, ein Titel, der für die akute Notlagenbehebung deutscher Bürger im Ausland vorgesehen ist, ist für den Bundeshaushalt 2025 von 5 980 000 Euro auf 1 000 000 Euro reduziert worden)?

Berlin, den 14. Januar 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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