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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Ursachenforschung hinsichtlich gestiegener Zahl der Autismus-Diagnosen und Hilfsangebote für Betroffene

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

20.03.2026

Aktualisiert

30.03.2026

Deutscher BundestagDrucksache 21/458906.03.2026

Ursachenforschung hinsichtlich gestiegener Zahl der Autismus-Diagnosen und Hilfsangebote für Betroffene

der Abgeordneten Birgit Bessin, Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Claudia Weiss, Carina Schießl, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger, Nicole Hess, Dr. Christoph Birghan, Kerstin Przygodda, Alexis Leonard Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann, Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Nach Angaben des Leiters des Zentrums für Neuroentwicklungsstörungen und der Abteilung für Neuropsychiatrie am Karolinska-Institut in Stockholm, Prof. Dr. Sven Bölte, ist ungefähr seit dem Jahr 2000 eine weltweit steigende Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen zu verzeichnen (www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/autismus-neurologie-trend-101.html). Laut einem Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ vermutete das US-amerikanischen Gesundheitsministerium im vergangenen Jahr Umweltgifte als mögliche Ursache dieser Entwicklung und gab deshalb Studien in Auftrag, um mögliche entsprechende Zusammenhänge zu prüfen; andererseits wird für die Erklärung des statistischen Anstiegs häufig auf ein deutlich gestiegenes gesellschaftliches Bewusstsein für die Thematik hingewiesen (www.nzz.ch/wissenschaft/die-zahl-der-autismusfaelle-hat-sich-in-den-vergangenen-jahren-vervielfacht-woran-liegt-das-ld.1882098).

In den USA wurde bei rund 3 Prozent der Kinder eine Autismus-Diagnose gestellt (Stand 2025), während es in den 1980er-Jahren nur 0,04 Prozent waren (ebd.). Auch in Deutschland sind steigende Zahlen festzustellen: Auf Basis von ambulanten Abrechnungsdaten der hkk Krankenkasse wurde bei jungen Menschen bis zum Alter von 24 Jahren im Jahr 2022 eine Betroffenenquote von 0,78 Prozent ermittelt, während es im Jahr 2013 noch 0,41 Prozent waren (www.vdek.com/magazin/ausgaben/2023-05/hkk-autismusfaelle-kinder-jugendliche.html). Der Anteil der männlichen Betroffenen war dabei stets höher als der von weiblichen Betroffenen: Bei Männern und Jungen waren es 1,08 Prozent, bei Mädchen und Frauen 0,46 Prozent (ebd., Zahlen des Jahres 2022).

Obwohl die Fallzahlen immer mehr zunehmen, sind die Beratungs- und Unterstützungsangebote nach Medienberichten weiterhin lückenhaft. Für das Finden eines Diagnostikplatzes können nicht selten bis zu fünf Jahre vergehen (www.deutschlandfunkkultur.de/autismus-erwachsene-diagnose-psychologie-100.html), was für die Betroffenen auch deshalb eine starke Belastung bedeuten kann, weil Autismus häufig mit Depressionen oder Angsterkrankungen einhergeht (ebd.).

Autistische Störungen können für die Betroffenen je nach Schweregrad zu erheblichen Beeinträchtigungen des Arbeits- und Soziallebens führen. Aus diesen Gründen soll die vorliegende Kleine Anfrage eine bestmögliche Transparenz über den aktuellen Sachstand hinsichtlich der Ursachenforschung und der politischen Maßnahmen für die Hilfe von Betroffenen herstellen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) in Deutschland zwischen den Jahren 2020 und 2025 entwickelt (bitte nach Jahren, Altersgruppen, Geschlecht und Art der autistischen Störung aufschlüsseln)?

2

Welche amtlichen oder kassenbasierten Datensätze liegen der Bundesregierung hinsichtlich der Zahl der festgestellten ASS-Diagnosen ggf. vor?

3

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. zur möglichen Beeinflussung der Fallzahlen durch

a) umweltbedingte Einflussfaktoren,

b) Schwermetalle,

c) Impfnebenwirkungen,

d) mangelnde diagnostische und medizinische Infrastruktur,

e) gestiegenes gesellschaftliches Problembewusstsein und/oder

f) sonstige Faktoren vor?

4

Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung ggf., um Diagnostik-Wartezeiten zu verkürzen und diagnostische sowie therapeutische Hilfe engmaschiger zur Verfügung stellen zu können?

Berlin, den 25. Februar 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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