Sedimentablagerungen, Baggerkosten und Auswirkungen der Elbvertiefung auf die Schleusenzufahrt Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal
der Abgeordneten Alexis L. Giersch, René Bochmann, Wolfgang Wiehle, Lars Haise, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Stefan Henze, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Hans-Jürgen Goßner, Volker Scheurell, Otto Strauß, Andreas Mayer, Carsten Becker und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Medienberichten zufolge (u. a. Kieler Nachrichten, März 2026, www.kn-online.de/schleswig-holstein/schleusentor-in-brunsbuettel-defekt-probleme-behindern-schifffahrt-RBZJWYTZTFAFFMCOLRRPBAZIBY.html) kam es bei der Überführung eines sanierten Schleusentores der Schleusenanlage Brunsbüttel zu unerwarteten Problemen. Demnach befanden sich im Inneren des Schleusentores erhebliche Ablagerungen, die vor dem Einbau zunächst entfernt werden mussten.
Der Nord-Ostsee-Kanal gehört zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt und stellt eine zentrale Verbindung zwischen Nordsee und Ostsee dar. Einschränkungen im Bereich der Schleusenanlagen können erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Schiffsverkehr sowie auf die maritime Wirtschaft Deutschlands haben.
In Fachkreisen wird zudem seit längerem diskutiert, ob die wiederholten Vertiefungen der Elbe zu veränderten Strömungs- und Sedimentverhältnissen geführt haben. Diese könnten sich auch auf die Sedimentablagerungen im Bereich der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel auswirken (www.zeit.de/news/2025-04/09/kerstan-elbvertiefung-ist-gescheitert).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen12
Welche konkreten Schäden oder Verschleißerscheinungen wurden bei dem zuletzt überführten Schleusentor der Schleusenanlage Brunsbüttel festgestellt?
Welche Mengen an Schlick, Sand oder sonstigen Ablagerungen wurden aus dem Schleusentor entfernt?
Welche Ursachen sieht die Bundesregierung für diese Ablagerungen?
Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über Veränderungen der Sedimentströme im Bereich der Unterelbe seit den letzten Vertiefungsmaßnahmen vor?
Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen Maßnahmen zur Vertiefung der Elbe und möglichen erhöhten Sedimenteinträgen im Bereich der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel?
Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt.
Wie häufig mussten in den Jahren 2015 bis 2025 Baggerarbeiten im Zulaufbereich der Schleusenanlage Brunsbüttel von der Elbe aus durchgeführt werden?
Welche Gesamtkosten sind im Zeitraum 2015 bis 2025 für Baggerarbeiten im Zulaufbereich der Schleusenanlage Brunsbüttel entstanden (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Welche Sedimentmengen (in Kubikmetern) wurden im genannten Zeitraum aus diesem Bereich entfernt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Welche durchschnittlichen Kosten pro Kubikmeter Baggergut sind der Bundesregierung für diese Maßnahmen entstanden?
Wie haben sich Sedimentmengen und Baggerkosten im Bereich der Schleusenzufahrt Brunsbüttel vor und nach den jüngsten Elbvertiefungen entwickelt?
Welche Prognosen hat die Bundesregierung hinsichtlich der künftigen Sedimententwicklung im Bereich der Schleusenzufahrt Brunsbüttel?
Welche technischen oder wasserbaulichen Maßnahmen sind geplant, um Sedimenteinträge künftig zu reduzieren und die Funktionsfähigkeit der Schleusen dauerhaft zu sichern?