Stand der Bildungsforschung in Deutschland
der Abgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann, Oliver Kaczmarek, Dr. Hans-Peter Bartels, Klaus Barthel, Willi Brase, Ulla Burchardt, Petra Ernstberger, Michael Gerdes, Iris Gleicke, Klaus Hagemann, Ute Kumpf, Caren Marks, Thomas Oppermann, Florian Pronold, René Röspel, Marianne Schieder (Schwandorf), Swen Schulz (Spandau), Andrea Wicklein, Dagmar Ziegler, Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Eine gute Bildungspolitik kann nur dort gelingen, wo möglichst umfassende Ergebnisse einer gut aufgestellten Bildungsforschung vorliegen. Erst mit dem Wandel der Bildungspolitik in den 60er-Jahren ist es auch zu einer Ausdifferenzierung und Ausweitung der Bildungsforschung in Deutschland gekommen. Aus einer umfassenden Bildungsforschung ergeben sich die Grundlagen für eine wissenschaftlich fundierte Ausgestaltung der Bildungspolitik. Darüber hinaus wirken sich die neuen Erkenntnisse der Bildungsforschung über die Lehrerausbildung an den Hochschulen mittelbar positiv auf die Weiterentwicklung des Bildungssystems aus. Bildungsforschung kann damit die Bildungschancen verbessern und die Handlungsfähigkeit der Bildungspolitik stärken.
Dabei stellt sich das Problem, dass die Bildungsforschung an unterschiedlichen Punkten ansetzt (auf Lehr- und Lernprobleme abzielende Forschung auf der Mikroebene, institutionengerichtete Forschungen auf Meso- und Makroebene, anwendungsorientiert/grundlagenorientiert, quantitativ/qualitativ usw.) und sich nicht immer trennscharf von anderen Forschungsfeldern abgrenzen lässt, da es sich um ein sehr weites Forschungsfeld handelt.
Das deutsche Bildungswesen muss im internationalen Vergleich als komplex beschrieben werden. So unterscheiden sich etwa Schultypen und Schulabschlüsse nicht unerheblich zwischen den Bundesländern. Für Menschen im Bildungssystem wird daher ein erhebliches Grundlagenwissen vorausgesetzt, damit sie sich für einen optimalen Bildungspfad entscheiden können. Auch hier können Erkenntnisse der Bildungsforschung helfen, Bürgerinnen und Bürgern die Nutzung von Bildungsangeboten zu erleichtern und Wege im Bildungs- und Weiterbildungssystem klarer aufzuzeigen. Langfristig muss die Bildungsforschung einen Beitrag dazu leisten, dass jede Bürgerin und jeder Bürger ein individuell passendes Bildungsangebot annehmen kann.
Insbesondere der „PISA-Schock“ 2001 und die weiteren, öffentlich intensiv diskutierten PISA-Studien haben verdeutlicht, welches Potential für gesellschaftliche und politische Veränderungen durch die Bildungsforschung entstehen kann. Durch den Beschluss der Kultusministerkonferenz im Jahr 1997, sich an den PISA-Studien zu beteiligen, haben sich die Wahrnehmung und die Rahmenbedingungen der empirischen Bildungsforschung in Deutschland nachhaltig verändert. Bildungsforschung kann dazu dienen, Defizite und Veränderungsbedarf im Bildungssystem aufzuzeigen und dazu beitragen, vorhandene Potentiale besser auszuschöpfen. Hierzu bedarf es ebenso einer gut ausgebauten Forschungsinfrastruktur wie einer gezielten Förderung des in der Bildungsforschung tätigen Personals.
In einer Phase weitreichender Debatten über die Zukunft der Bildungslandschaft sind Gesellschaft und Politik auf fundiertes Wissen aus der Bildungsforschung angewiesen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Bildungsforschung in Deutschland höchst dynamisch entwickelt, es wurden neue Einrichtungen an Hochschulen wie im außeruniversitären Bereich geschaffen, Kooperationen vereinbart und neues Personal für die Bildungsforschung rekrutiert.
Die Bildungsforschung hat unter anderem maßgeblich dazu beigetragen, das Augenmerk von Politik und Gesellschaft auf die Abhängigkeit der Chancen im Bildungssystem vom sozialen Status nachzuweisen. Die Forscherinnen und Forscher konnten in den letzten Jahren zweifelsfrei nachweisen, dass im Widerspruch zum Ideal gleicher Bildungschancen durch gleiche Bildungsangebote sehr wohl der Erfolg im Bildungssystem von den sozialen Voraussetzungen abhängig ist und auch in einem formal gerechten Bildungssystem ungleiche Bildungschancen bestehen können und bestehen. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Bildung, die Übergänge im Bildungssystem und die Auswahlmechanismen in Schule und Hochschule zählen zu den Untersuchungsfeldern, zu denen die Bildungsforschung in der Vergangenheit erhebliche neue Erkenntnisse präsentieren konnte.
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wurde 2005 vereinbart: „Wir streben an, die Bildungsberichterstattung weiter zu entwickeln und als Konstante der Bildungspolitik im Zusammenwirken von Bund und Ländern zu etablieren. Flankierend werden wir die empirische Bildungsforschung im Rahmen der Allgemeinen Forschungsförderung stärken, um Erkenntnisse zu gewinnen, die Bund und Ländern bei der Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Aufgaben im Bildungsbereich dienen können.“ Auch im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP verpflichteten sich die Regierungsparteien 2009 auf einen Ausbau der Bildungsforschung: „Zur Verbesserung einer gesunden motorischen, kognitiven und emotionalen Entwicklung von Kindern werden wir die Bindungs- und die Bildungsforschung ausbauen.“ Parteiübergreifend werden die Bemühungen der Bundesregierung, sich verstärkt für die Bildungsforschung einzusetzen, begrüßt.
Wir fragen die Bundesregierung:
I. Stand der Bildungsforschung und Rahmenbedingungen in Deutschland
1. Im Rahmen welcher Maßnahmen der Bundesregierung wird die Bildungsforschung in Deutschland gefördert (bitte nach Ressort aufschlüsseln)?
2. Wie viele Professuren in Deutschland lassen sich der Bildungsforschung zuordnen, und wie groß ist die Zahl der universitären und außeruniversitären Forschungsinstitute in der Bildungsforschung?
3. Welche Einrichtungen der Ressortforschung sind mit Fragen der Bildungsforschung befasst (bitte um tabellarische Übersicht)?
4. Wie bewertet das Bundesministerium für Bildung und Forschung den aktuellen Stand des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Bildungsforschung, und welche Maßnahmen hält die Bundesregierung für wünschenswert, um mehr Nachwuchs für die Bildungsforschung zu gewinnen?
5. Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung aus der 2007 ausgelaufenen Förderinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft e. V. „Forschergruppen in der Empirischen Bildungsforschung“ gezogen, und welche Maßnahmen wurden in Reaktion auf die Ergebnisse der Förderinitiative vonseiten des Bundes in die Wege geleitet?
6. Gibt es Überlegungen, eine kontinuierliche Bestandsaufnahme und stärkere Strukturierung der Bildungsforschung in Deutschland vorzunehmen, und falls nein, aus welchen Gründen nicht?
7. Plant die Bundesregierung eine (institutionalisierte) Schnittstelle zwischen Bildungsforschung und Bildungspraxis zu schaffen, um die Umsetzung von Forschungsergebnissen zu optimieren, und falls nein, warum nicht?
8. Mittels welcher Maßnahmen hat der Bund nach 2009 die Bildungsforschung über das bereits zuvor beschlossene Maß hinaus gefördert?
9. Wie hat sich der Mittelabfluss im „Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung“ seit 2007 entwickelt, und wie viele der bis 2012 geplanten 120 Mio. Euro für das Rahmenprogramm wurden bereits verausgabt?
10. Wie bewertet die Bundesregierung den bisherigen Verlauf der Arbeit des Nationalen Bildungspanels?
11. Geht die Bundesregierung weiterhin davon aus, dass im Herbst 2011 die ersten Daten als Scientific-Use-File verfügbar gemacht werden können, und in welcher Form wird die Verfügbarmachung erfolgen?
12. Welche anderen, kleineren Längsschnittstudien wurden und werden in die Arbeit des Nationalen Bildungspanels integriert?
13. Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die Nutzung der Daten des Nationalen Bildungspanels in der Bildungsforschung?
14. Wie soll nach Ansicht der Bundesregierung der kontinuierliche Dialog zwischen den am Nationalen Bildungspanel beteiligten Forscherinnen und Forschern und den bildungspolitischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern strukturiert werden (vgl. Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung Dr. Annette Schavan anlässlich des Starts des Nationalen Bildungspanels am 3. und 4. Februar 2009 in Bamberg)?
15. Welche privaten Anbieter wurden im Rahmen des Bildungspanels in welcher Auftragshöhe mit der Befragung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern beauftragt?
16. Welche Überlegungen zur langfristigen Sicherung des Nationalen Bildungspanels hat die Bundesregierung bisher angestellt, und wann plant die Bundesregierung, hierzu einen konkreten Vorschlag zu unterbreiten?
17. Welche Rolle soll nach Auffassung der Bundesregierung die Bildungsforschung im 8. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union spielen, auch und gerade vor dem Hintergrund, dass diese Forschung keine „Marktrelevanz“ besitzt?
18. Wie bewertet die Bundesregierung die internationale Stellung der bundesdeutschen Bildungsforschung?
19. Welche Forschungsprojekte, die man der internationalen Bildungsforschung zuordnen kann, hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren unterstützt?
II. Forschungsthemen und -projekte
20. Plant die Bundesregierung die Vorlage eines Forschungsförderungskonzeptes zur frühkindlichen Bildung, und falls ja, mit welcher Aufgabenstellung, und falls nein, aus welchen Gründen nicht?
21. Welche Forschungsprojekte zu den Anforderungen an Erzieherinnen und Erzieher hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren unterstützt, und welche Forschungsprojekte zu deren Ausbildung?
22. In welcher Höhe und mittels welcher Maßnahmen hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren die Entwicklung von Konzepten zur individuellen Förderung in der schulischen Bildung unterstützt?
23. Wie sollte aus Sicht der Bundesregierung verhindert werden, dass durch eine zunehmende Zahl von Tests und Untersuchungen (PISA, IGLU, TIMSS usw.) an Schulen vermehrt auf in Tests abgefragte Kompetenzen abgestellt wird und damit das Spektrum einer umfassenden Bildung beschränkt wird?
24. Liegen dem Bund Erkenntnisse der empirischen Bildungsforschung vor, welche Auswirkungen Untersuchungen wie PISA u. a. auf den schulischen Alltag und das Spektrum des vermittelten Wissens haben, und falls ja, welche?
25. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Mehrbelastung von Lehrerinnen und Lehrern durch die Einführung von Bildungsstandards vor?
26. Sieht die Bundesregierung angesichts der hiermit einhergehenden Überprüfung von Schülerleistungen auf die Unterrichtsqualität Forschungsbedarf?
27. In welchem Entwicklungsstadium befindet sich das 2011 gegründete „Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien“, und warum wurde die Arbeit des Zentrums auf die PISA-Studien begrenzt?
28. Welche Forschungsergebnisse zum Verhältnis der Größe von Schulklassen und der Qualität des Unterrichts bzw. des Lernerfolgs sind der Bundesregierung bekannt, und welche Schlussfolgerungen hat sie bisher aus diesem Wissensstand gezogen?
29. Welche Forschungsergebnisse sind der Bundesregierung zur Auswirkung des Geschlechts der Lehrenden in der Schule, an Fachhochschulen und Hochschulen auf die Lernenden und auf deren Lernerfolge bekannt?
30. Welche Forschungsergebnisse sind der Bundesregierung zur Auswirkung des Geschlechts von Erzieherinnen und Erziehern in Kindertageseinrichtungen auf Kinder und deren weitere Entwicklung bekannt?
31. Welche Forschungsergebnisse sind der Bundesregierung hinsichtlich der Berücksichtigung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen sowie in der Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin bekannt?
32. Welche Forschungsprojekte mit Bezügen zu Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren gefördert?
33. Wie bewertet die Bundesregierung den Stand der Forschungsergebnisse zu Möglichkeiten der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in das deutsche Bildungssystem?
34. Welche Forschungsprojekte hat die Bundesregierung hierzu initiiert bzw. beabsichtigt sie zu initiieren?
35. Welche Forschungsprojekte hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren bezüglich sonderpädagogischer Diagnostik gefördert?
36. Plant die Bundesregierung nach 2011 eine Fortführung der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Ganztagsschulprogramm, und falls nein, warum nicht?
37. Welche Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Architektur, Gestaltung und Ausstattung der Schul- und Klassenräume auf die Qualität des Unterrichts und die Lernergebnisse sowie auf die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler liegen der Bundesregierung vor?
38. Wie sollen diese Erfahrungen in der Bildungsforschung bzw. in der Forschung zur Bauökologie vertieft werden?
39. Auf welche Weise sollen die positiven Erfahrungen und Erkenntnisse, die zum Beispiel in den USA mit der Baupädagogik belegt sind, in Deutschland aufgenommen werden?
40. Wie würde die Bundesregierung den aktuellen Stand des wissenschaftlichen Wissens zur Abhängigkeit des Bildungserfolges vom sozialen Status beschreiben, und welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit 2009 in die Wege geleitet, um dieses Problem abzumildern?
41. Welche Projekte der vom Bund geförderten Bildungsforschung befassen sich mit Möglichkeiten zur Verbesserung der Bildungschancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund?
42. Mittels welcher Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung Forschungsprojekte zum Übergang zwischen Bildungseinrichtungen (Kindergarten, Schule, Universität, Weiterbildung)?
43. Welche Forschungsprojekte aus dem Themenfeld der politischen Bildung werden durch den Bund im Rahmen der Bildungsforschung unterstützt?
44. Welche deutschen Forschungsprojekte aus den letzten vier Jahren sind der Bundesregierung bekannt, die sich mit Maßnahmen zur Bekämpfung des politischen Extremismus im Rahmen der Bildungsförderung befasst haben, und sieht die Bundesregierung hier einen verstärkten Förderbedarf?
45. Mit welchen Maßnahmen und im Rahmen welcher Projekte wird die Nutzung neuer Medien in der Bildung durch Forschungsprojekte begleitet bzw. befördert?
46. Welche in den letzten vier Jahren vom Bund geförderten Projekte der Bildungsforschung lassen sich dem Themenkomplex eLearning/distant learning zuordnen?
47. Welche Forschungsprojekte zum Einsatz von digitalen Medien im Unterricht hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren gefördert bzw. plant sie zukünftig zu fördern?
48. Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung aus den jüngsten Ergebnissen der Bildungsforschung gezogen, die einen massiven Handlungsbedarf in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung konstatiert haben?
49. In welcher Höhe hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren die Alphabetisierungsforschung und in welcher Höhe die Forschung im Bereich der Grundbildung gefördert?
50. Welche Fördermaßnahmen plant das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Anschluss an den von 2008 bis 2012 laufenden Förderschwerpunkt „Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für Erwachsene“?
51. Welche Maßnahmen und Forschungsprojekte zur Verbesserung der Bildungsberatung hat die Bundesregierung im Nachgang zum Bericht „Bestandsaufnahme in der Bildungs-, Berufs- und Beschäftigungsberatung und Entwicklung grundlegender Qualitätsstandards“ vom Mai 2007 in die Wege geleitet?
52. Wie bewertet die Bundesregierung den bisherigen Verlauf der Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI), und welche politischen Initiativen hat die Bundesregierung in Reaktion auf die bisherigen Ergebnisse gestartet?
53. Welche Forschungsprojekte fördert die Bundesregierung aktuell zu den Hintergründen für den Abbruch einer Ausbildung (bitte um tabellarische Übersicht)?
54. Welche der in den letzten vier Jahren vom Bund geförderten Forschungsprojekte haben sich mit den Hintergründen für den Abbruch eines Studiums befasst?
55. Wie bewertet die Bundesregierung den Erkenntnisstand bezüglich der Verfügbarkeit und der Nutzung von Angeboten der Weiterbildung – insbesondere vor dem Hintergrund des konstatierten Fachkräftemangels, und welche Maßnahmen plant die Bundesregierung in der Bildungsforschung, um hier Verbesserungen zu erzielen?
56. Welche wissenschaftlichen Kenntnisse liegen der Bundesregierung bezüglich der Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Bildungsstrukturen und -einrichtungen in Deutschland vor?
57. Welche Auswirkungen des demographischen Wandels erwartet die Bundesregierung für das Bildungssystem (neue Schwerpunktsetzungen, wachsende Bedeutung des lebenslangen Lernens usw.), und liegen zu dieser Frage bereits Forschungsergebnisse vor?
58. Teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass der demographische Wandel zu erheblichem Veränderungsbedarf bei Bildungsangeboten führen wird, und mit welchen Projekten unterstützt die Bundesregierung den Aufbau von Wissensgrundlagen zur Gestaltung dieser Veränderungen?
59. Welche Rolle soll die Bildungsforschung im Rahmen der geplanten Forschungsagenda Demographischer Wandel der Bundesregierung einnehmen, und sind hier neue Programme/Förderprojekte geplant?
60. Welche Bedeutung hat die Hochschullehre im Rahmen der Förderung der Bildungsforschung durch den Bund in den letzten vier Jahren eingenommen?
61. Wie bewertet die Bundesregierung den Stand an vergleichenden Studien zur Qualität der Lehre an deutschen Hochschulen?
62. Wie ist geplant, die Auswirkungen des Qualitätspaktes Lehre zu evaluieren, und welcher Vergleichsmaßstab soll angelegt werden, um die Verbesserungen der Qualität der Lehre zu messen?
63. Hält die Bundesregierung den aktuellen Stand der Forschungsaktivitäten zur Hochschuldidaktik für ausreichend, und welchen Stellenwert gibt die Bundesregierung der Forschung zur Hochschuldidaktik in ihrer Bildungsforschungsstrategie?
64. Welche Position vertritt die Bundesregierung zu Forderungen nach Durchführung einer so genannten Hochschul-PISA-Studie?
65. Welche Konzepte von welchen Organisationen zur Durchführung einer „Hochschul-PISA“ sind der Bundesregierung bekannt, und wie bewertet die Bundesregierung diese?
66. Zu welchen dieser Konzepte liegen bereits Ergebnisse von Machbarkeitsstudien vor, und zu welchen Ergebnissen sind diese gekommen?
67. Welche Forschungsprojekte hat der Bund in den letzten vier Jahren gefördert, die sich mit einer verbesserten Vermittlung einer wissenschaftlichen Grundbildung (science literacy) befasst haben?
68. Plant die Bundesregierung die Vorlage eines Forschungsförderkonzeptes zur kulturellen Bildung?
69. In welcher Höhe und mit welchen Maßnahmen hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren die Entwicklung von Konzepten zur kulturellen Bildung im Rahmen des Schulunterrichts bzw. der außerschulischen kulturellen Bildung unterstützt?
70. In welcher Höhe und mit welchen Maßnahmen plant die Bundesregierung, Forschung zur Verankerung des Themen- bzw. Berufsfelds „Soziokultur“ in Kulturstudiengängen zu unterstützen?
III. Unterrichts- und Lehrerforschung
71. Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, dass der Unterrichtsalltag an deutschen Schulen aus Sicht der Bildungsforschung mangels umfassender Datengrundlagen als „black box“ bezeichnet werden muss, und falls nein, warum nicht?
72. Welche durch den Bund geförderten Projekte der letzten vier Jahre lassen sich der Unterrichts- und Lehrerforschung zuordnen, und plant die Bundesregierung für diese Fragen ein eigenständiges Forschungsförderprogramm?
73. Wie bewertet die Bundesregierung den Forschungsstand zu der Frage, was eine „gute Lehrerin“ bzw. einen „guten Lehrer“ ausmacht, und in welcher Weise bildet sich diese Bewertung in den Schwerpunkten der Bildungsforschung ab?
74. Welche Vergleichsstudien zur Situation von Lehrerinnen und Lehrern unterstützt die Bundesregierung aktuell, und welche weiteren Studien sollen zukünftig von der Bundesregierung gefördert werden?
75. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung darüber vor, wie sich Absolventen der neuartigen Lehrerausbildung in „schools of education“ (wie zum Beispiel in München, Erfurt oder Bochum) im Schulalltag zurecht finden und ob sie ihre Ausbildung als positiv einschätzen?
76. Wird sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass Deutschland bei zukünftigen Studien im Rahmen des Projekts TALIS (Teaching and Learning International Survey; auch als „Lehrer-PISA“ bezeichnet) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teilnimmt, und falls nein, warum nicht?
77. Wie bewertet die Bundesregierung den Stand der Forschung, die sich mit der Situation deutscher Lehrerinnen und Lehrer befasst und hierbei insbesondere mit den Auswirkungen der aktuellen Rahmenbedingungen der Tätigkeit von Lehrerinnen und Lehrer (eigener Arbeitsplatz, Arbeitszeiten, Arbeitsbelastung usw.)?
78. Wie bewertet die Bundesregierung den Stand der internationalen vergleichenden pädagogischen Forschung zur Frage, in welchen Staaten die Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer verpflichtend vorgeschrieben ist?
79. In welchen Staaten finden nach Kenntnis der Bundesregierung regelmäßig Unterrichtsbesuche durch externe Gutachter statt, und welche Auswirkungen haben diese Vorgaben auf die Leistungsfähigkeit des Schulsystems?
80. Beabsichtigt die Bundesregierung, Initiativen zur vergleichenden pädagogischen Forschung zu ergreifen, und wenn ja, mit welchen Schwerpunkten?
81. Teilt die Bundesregierung die Einschätzung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V. (Pressemitteilung vom 8. August 2011 „Note: Mangelhaft!“), dass derzeit „weder ein brauchbares Instrumentarium zur Qualitätsmessung in der Lehrerbildung noch ein aussagekräftiges Monitoring über die Resultate“ der Ausbildung existieren, und welche Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung in die Wege zu leiten, um hier Abhilfe zu schaffen?
82. Gibt es Pläne zur Einführung einer bundesweiten Berichterstattung über die Qualität der Lehrerbildung – die vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft in der Pressemitteilung vom 8. August 2011 ebenfalls angemahnt wurde –, und falls nein, warum nicht?
83. Stünden der Einführung einer bundesweiten Berichterstattung über die Qualität der Lehrerbildung nach Wissen der Bundesregierung rechtliche Hürden im Weg, und falls ja, welche?
Fragen83
Im Rahmen welcher Maßnahmen der Bundesregierung wird die Bildungsforschung in Deutschland gefördert (bitte nach Ressort aufschlüsseln)?
Wie viele Professuren in Deutschland lassen sich der Bildungsforschung zuordnen, und wie groß ist die Zahl der universitären und außeruniversitären Forschungsinstitute in der Bildungsforschung?
Welche Einrichtungen der Ressortforschung sind mit Fragen der Bildungsforschung befasst (bitte um tabellarische Übersicht)?
Wie bewertet das Bundesministerium für Bildung und Forschung den aktuellen Stand des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Bildungsforschung, und welche Maßnahmen hält die Bundesregierung für wünschenswert, um mehr Nachwuchs für die Bildungsforschung zu gewinnen?
Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung aus der 2007 ausgelaufenen Förderinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft e. V. „Forschergruppen in der Empirischen Bildungsforschung“ gezogen, und welche Maßnahmen wurden in Reaktion auf die Ergebnisse der Förderinitiative vonseiten des Bundes in die Wege geleitet?
Gibt es Überlegungen, eine kontinuierliche Bestandsaufnahme und stärkere Strukturierung der Bildungsforschung in Deutschland vorzunehmen, und falls nein, aus welchen Gründen nicht?
Plant die Bundesregierung eine (institutionalisierte) Schnittstelle zwischen Bildungsforschung und Bildungspraxis zu schaffen, um die Umsetzung von Forschungsergebnissen zu optimieren, und falls nein, warum nicht?
Mittels welcher Maßnahmen hat der Bund nach 2009 die Bildungsforschung über das bereits zuvor beschlossene Maß hinaus gefördert?
Wie hat sich der Mittelabfluss im „Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung“ seit 2007 entwickelt, und wie viele der bis 2012 geplanten 120 Mio. Euro für das Rahmenprogramm wurden bereits verausgabt?
Wie bewertet die Bundesregierung den bisherigen Verlauf der Arbeit des Nationalen Bildungspanels?
Geht die Bundesregierung weiterhin davon aus, dass im Herbst 2011 die ersten Daten als Scientific-Use-File verfügbar gemacht werden können, und in welcher Form wird die Verfügbarmachung erfolgen?
Welche anderen, kleineren Längsschnittstudien wurden und werden in die Arbeit des Nationalen Bildungspanels integriert?
Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die Nutzung der Daten des Nationalen Bildungspanels in der Bildungsforschung?
Wie soll nach Ansicht der Bundesregierung der kontinuierliche Dialog zwischen den am Nationalen Bildungspanel beteiligten Forscherinnen und Forschern und den bildungspolitischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern strukturiert werden (vgl. Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung Dr. Annette Schavan anlässlich des Starts des Nationalen Bildungspanels am 3. und 4. Februar 2009 in Bamberg)?
Welche privaten Anbieter wurden im Rahmen des Bildungspanels in welcher Auftragshöhe mit der Befragung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern beauftragt?
Welche Überlegungen zur langfristigen Sicherung des Nationalen Bildungspanels hat die Bundesregierung bisher angestellt, und wann plant die Bundesregierung, hierzu einen konkreten Vorschlag zu unterbreiten?
Welche Rolle soll nach Auffassung der Bundesregierung die Bildungsforschung im 8. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union spielen, auch und gerade vor dem Hintergrund, dass diese Forschung keine „Marktrelevanz“ besitzt?
Wie bewertet die Bundesregierung die internationale Stellung der bundesdeutschen Bildungsforschung?
Welche Forschungsprojekte, die man der internationalen Bildungsforschung zuordnen kann, hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren unterstützt?
Plant die Bundesregierung die Vorlage eines Forschungsförderungskonzeptes zur frühkindlichen Bildung, und falls ja, mit welcher Aufgabenstellung, und falls nein, aus welchen Gründen nicht?
Welche Forschungsprojekte zu den Anforderungen an Erzieherinnen und Erzieher hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren unterstützt, und welche Forschungsprojekte zu deren Ausbildung?
In welcher Höhe und mittels welcher Maßnahmen hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren die Entwicklung von Konzepten zur individuellen Förderung in der schulischen Bildung unterstützt?
Wie sollte aus Sicht der Bundesregierung verhindert werden, dass durch eine zunehmende Zahl von Tests und Untersuchungen (PISA, IGLU, TIMSS usw.) an Schulen vermehrt auf in Tests abgefragte Kompetenzen abgestellt wird und damit das Spektrum einer umfassenden Bildung beschränkt wird?
Liegen dem Bund Erkenntnisse der empirischen Bildungsforschung vor, welche Auswirkungen Untersuchungen wie PISA u. a. auf den schulischen Alltag und das Spektrum des vermittelten Wissens haben, und falls ja, welche?
Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Mehrbelastung von Lehrerinnen und Lehrern durch die Einführung von Bildungsstandards vor?
Sieht die Bundesregierung angesichts der hiermit einhergehenden Überprüfung von Schülerleistungen auf die Unterrichtsqualität Forschungsbedarf?
In welchem Entwicklungsstadium befindet sich das 2011 gegründete „Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien“, und warum wurde die Arbeit des Zentrums auf die PISA-Studien begrenzt?
Welche Forschungsergebnisse zum Verhältnis der Größe von Schulklassen und der Qualität des Unterrichts bzw. des Lernerfolgs sind der Bundesregierung bekannt, und welche Schlussfolgerungen hat sie bisher aus diesem Wissensstand gezogen?
Welche Forschungsergebnisse sind der Bundesregierung zur Auswirkung des Geschlechts der Lehrenden in der Schule, an Fachhochschulen und Hochschulen auf die Lernenden und auf deren Lernerfolge bekannt?
Welche Forschungsergebnisse sind der Bundesregierung zur Auswirkung des Geschlechts von Erzieherinnen und Erziehern in Kindertageseinrichtungen auf Kinder und deren weitere Entwicklung bekannt?
Welche Forschungsergebnisse sind der Bundesregierung hinsichtlich der Berücksichtigung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen sowie in der Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin bekannt?
Welche Forschungsprojekte mit Bezügen zu Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren gefördert?
Wie bewertet die Bundesregierung den Stand der Forschungsergebnisse zu Möglichkeiten der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in das deutsche Bildungssystem?
Welche Forschungsprojekte hat die Bundesregierung hierzu initiiert bzw. beabsichtigt sie zu initiieren?
Welche Forschungsprojekte hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren bezüglich sonderpädagogischer Diagnostik gefördert?
Plant die Bundesregierung nach 2011 eine Fortführung der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Ganztagsschulprogramm, und falls nein, warum nicht?
Welche Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Architektur, Gestaltung und Ausstattung der Schul- und Klassenräume auf die Qualität des Unterrichts und die Lernergebnisse sowie auf die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler liegen der Bundesregierung vor?
Wie sollen diese Erfahrungen in der Bildungsforschung bzw. in der Forschung zur Bauökologie vertieft werden?
Auf welche Weise sollen die positiven Erfahrungen und Erkenntnisse, die zum Beispiel in den USA mit der Baupädagogik belegt sind, in Deutschland aufgenommen werden?
Wie würde die Bundesregierung den aktuellen Stand des wissenschaftlichen Wissens zur Abhängigkeit des Bildungserfolges vom sozialen Status beschreiben, und welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit 2009 in die Wege geleitet, um dieses Problem abzumildern?
Welche Projekte der vom Bund geförderten Bildungsforschung befassen sich mit Möglichkeiten zur Verbesserung der Bildungschancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund?
Mittels welcher Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung Forschungsprojekte zum Übergang zwischen Bildungseinrichtungen (Kindergarten, Schule, Universität, Weiterbildung)?
Welche Forschungsprojekte aus dem Themenfeld der politischen Bildung werden durch den Bund im Rahmen der Bildungsforschung unterstützt?
Welche deutschen Forschungsprojekte aus den letzten vier Jahren sind der Bundesregierung bekannt, die sich mit Maßnahmen zur Bekämpfung des politischen Extremismus im Rahmen der Bildungsförderung befasst haben, und sieht die Bundesregierung hier einen verstärkten Förderbedarf?
Mit welchen Maßnahmen und im Rahmen welcher Projekte wird die Nutzung neuer Medien in der Bildung durch Forschungsprojekte begleitet bzw. befördert?
Welche in den letzten vier Jahren vom Bund geförderten Projekte der Bildungsforschung lassen sich dem Themenkomplex eLearning/distant learning zuordnen?
Welche Forschungsprojekte zum Einsatz von digitalen Medien im Unterricht hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren gefördert bzw. plant sie zukünftig zu fördern?
Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung aus den jüngsten Ergebnissen der Bildungsforschung gezogen, die einen massiven Handlungsbedarf in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung konstatiert haben?
In welcher Höhe hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren die Alphabetisierungsforschung und in welcher Höhe die Forschung im Bereich der Grundbildung gefördert?
Welche Fördermaßnahmen plant das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Anschluss an den von 2008 bis 2012 laufenden Förderschwerpunkt „Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für Erwachsene“?
Welche Maßnahmen und Forschungsprojekte zur Verbesserung der Bildungsberatung hat die Bundesregierung im Nachgang zum Bericht „Bestandsaufnahme in der Bildungs-, Berufs- und Beschäftigungsberatung und Entwicklung grundlegender Qualitätsstandards“ vom Mai 2007 in die Wege geleitet?
Wie bewertet die Bundesregierung den bisherigen Verlauf der Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI), und welche politischen Initiativen hat die Bundesregierung in Reaktion auf die bisherigen Ergebnisse gestartet?
Welche Forschungsprojekte fördert die Bundesregierung aktuell zu den Hintergründen für den Abbruch einer Ausbildung (bitte um tabellarische Übersicht)?
Welche der in den letzten vier Jahren vom Bund geförderten Forschungsprojekte haben sich mit den Hintergründen für den Abbruch eines Studiums befasst?
Wie bewertet die Bundesregierung den Erkenntnisstand bezüglich der Verfügbarkeit und der Nutzung von Angeboten der Weiterbildung – insbesondere vor dem Hintergrund des konstatierten Fachkräftemangels, und welche Maßnahmen plant die Bundesregierung in der Bildungsforschung, um hier Verbesserungen zu erzielen?
Welche wissenschaftlichen Kenntnisse liegen der Bundesregierung bezüglich der Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Bildungsstrukturen und -einrichtungen in Deutschland vor?
Welche Auswirkungen des demographischen Wandels erwartet die Bundesregierung für das Bildungssystem (neue Schwerpunktsetzungen, wachsende Bedeutung des lebenslangen Lernens usw.), und liegen zu dieser Frage bereits Forschungsergebnisse vor?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass der demographische Wandel zu erheblichem Veränderungsbedarf bei Bildungsangeboten führen wird, und mit welchen Projekten unterstützt die Bundesregierung den Aufbau von Wissensgrundlagen zur Gestaltung dieser Veränderungen?
Welche Rolle soll die Bildungsforschung im Rahmen der geplanten Forschungsagenda Demographischer Wandel der Bundesregierung einnehmen, und sind hier neue Programme/Förderprojekte geplant?
Welche Bedeutung hat die Hochschullehre im Rahmen der Förderung der Bildungsforschung durch den Bund in den letzten vier Jahren eingenommen?
Wie bewertet die Bundesregierung den Stand an vergleichenden Studien zur Qualität der Lehre an deutschen Hochschulen?
Wie ist geplant, die Auswirkungen des Qualitätspaktes Lehre zu evaluieren, und welcher Vergleichsmaßstab soll angelegt werden, um die Verbesserungen der Qualität der Lehre zu messen?
Hält die Bundesregierung den aktuellen Stand der Forschungsaktivitäten zur Hochschuldidaktik für ausreichend, und welchen Stellenwert gibt die Bundesregierung der Forschung zur Hochschuldidaktik in ihrer Bildungsforschungsstrategie?
Welche Position vertritt die Bundesregierung zu Forderungen nach Durchführung einer so genannten Hochschul-PISA-Studie?
Welche Konzepte von welchen Organisationen zur Durchführung einer „Hochschul-PISA“ sind der Bundesregierung bekannt, und wie bewertet die Bundesregierung diese?
Zu welchen dieser Konzepte liegen bereits Ergebnisse von Machbarkeitsstudien vor, und zu welchen Ergebnissen sind diese gekommen?
Welche Forschungsprojekte hat der Bund in den letzten vier Jahren gefördert, die sich mit einer verbesserten Vermittlung einer wissenschaftlichen Grundbildung (science literacy) befasst haben?
Plant die Bundesregierung die Vorlage eines Forschungsförderkonzeptes zur kulturellen Bildung?
In welcher Höhe und mit welchen Maßnahmen hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren die Entwicklung von Konzepten zur kulturellen Bildung im Rahmen des Schulunterrichts bzw. der außerschulischen kulturellen Bildung unterstützt?
In welcher Höhe und mit welchen Maßnahmen plant die Bundesregierung, Forschung zur Verankerung des Themen- bzw. Berufsfelds „Soziokultur“ in Kulturstudiengängen zu unterstützen?
Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, dass der Unterrichtsalltag an deutschen Schulen aus Sicht der Bildungsforschung mangels umfassender Datengrundlagen als „black box“ bezeichnet werden muss, und falls nein, warum nicht?
Welche durch den Bund geförderten Projekte der letzten vier Jahre lassen sich der Unterrichts- und Lehrerforschung zuordnen, und plant die Bundesregierung für diese Fragen ein eigenständiges Forschungsförderprogramm?
Wie bewertet die Bundesregierung den Forschungsstand zu der Frage, was eine „gute Lehrerin“ bzw. einen „guten Lehrer“ ausmacht, und in welcher Weise bildet sich diese Bewertung in den Schwerpunkten der Bildungsforschung ab?
Welche Vergleichsstudien zur Situation von Lehrerinnen und Lehrern unterstützt die Bundesregierung aktuell, und welche weiteren Studien sollen zukünftig von der Bundesregierung gefördert werden?
Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung darüber vor, wie sich Absolventen der neuartigen Lehrerausbildung in „schools of education“ (wie zum Beispiel in München, Erfurt oder Bochum) im Schulalltag zurecht finden und ob sie ihre Ausbildung als positiv einschätzen?
Wird sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass Deutschland bei zukünftigen Studien im Rahmen des Projekts TALIS (Teaching and Learning International Survey; auch als „Lehrer-PISA“ bezeichnet) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teilnimmt, und falls nein, warum nicht?
Wie bewertet die Bundesregierung den Stand der Forschung, die sich mit der Situation deutscher Lehrerinnen und Lehrer befasst und hierbei insbesondere mit den Auswirkungen der aktuellen Rahmenbedingungen der Tätigkeit von Lehrerinnen und Lehrer (eigener Arbeitsplatz, Arbeitszeiten, Arbeitsbelastung usw.)?
Wie bewertet die Bundesregierung den Stand der internationalen vergleichenden pädagogischen Forschung zur Frage, in welchen Staaten die Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer verpflichtend vorgeschrieben ist?
In welchen Staaten finden nach Kenntnis der Bundesregierung regelmäßig Unterrichtsbesuche durch externe Gutachter statt, und welche Auswirkungen haben diese Vorgaben auf die Leistungsfähigkeit des Schulsystems?
Beabsichtigt die Bundesregierung, Initiativen zur vergleichenden pädagogischen Forschung zu ergreifen, und wenn ja, mit welchen Schwerpunkten?
Teilt die Bundesregierung die Einschätzung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V. (Pressemitteilung vom 8. August 2011 „Note: Mangelhaft!“), dass derzeit „weder ein brauchbares Instrumentarium zur Qualitätsmessung in der Lehrerbildung noch ein aussagekräftiges Monitoring über die Resultate“ der Ausbildung existieren, und welche Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung in die Wege zu leiten, um hier Abhilfe zu schaffen?
Gibt es Pläne zur Einführung einer bundesweiten Berichterstattung über die Qualität der Lehrerbildung – die vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft in der Pressemitteilung vom 8. August 2011 ebenfalls angemahnt wurde –, und falls nein, warum nicht?
Stünden der Einführung einer bundesweiten Berichterstattung über die Qualität der Lehrerbildung nach Wissen der Bundesregierung rechtliche Hürden im Weg, und falls ja, welche?