Der Alkoholkonsum in Deutschland 2000
der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. Ruth Fuchs und der Fraktion der PDS
Vorbemerkung
Der Alkoholkonsum in der Bundesrepublik Deutschland und seine Folgen waren auch im Jahr 2000 wieder erschreckend. Weltweit mit an der Spitze liegt die Bundesrepublik Deutschland nicht nur beim Pro-Kopf-Konsum von alkoholischen Getränken, sondern auch bezüglich der Zahl der Geschädigten durch den Genuss von alkoholischen Getränken. Die Zahl der Alkoholabhängigen in der Bundesrepublik Deutschland ist sehr hoch; desgleichen die Zahl derjenigen, die an den Folgen des Alkoholkonsums erkranken und sterben bzw. derjenigen, die erwerbsunfähig und sozial deklassiert werden.
Trotz der besorgniserregenden Zahlen gibt die Bundesregierung keine periodischen Darstellungen oder Berichte über das Ausmaß des Alkoholkonsums und seiner medizinischen und gesellschaftlichen Folgeerscheinungen heraus.
Tatsache ist, dass der Staat aus dem Vertrieb des Alkohols steuerliche Vorteile erzielt.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen15
Wie hoch war nach den Erkenntnissen der Bundesregierung der Alkoholverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland 2000 sowohl in absoluten Zahlen als auch nach dem Pro-Kopf-Verbrauch?
Wie hat sich der Alkoholverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten zehn Jahren sowohl in absoluten Zahlen als auch pro Kopf entwickelt?
Wie hoch war die Zahl der Alkoholabhängigen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2000 (bitte die Vergleichszahlen der letzten zehn Jahre angeben)?
Wie hoch ist der Anteil von Frauen und von Jugendlichen an den Alkoholabhängigen 2000, und wie hat sich deren Anteil in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Welche allgemeinen Entwicklungen und Trends hat die Bundesregierung bezüglich der Alkoholabhängigkeit von Frauen und Jugendlichen in den letzten zehn Jahren festgestellt?
Wie viele Personen sind in den Jahren 1990 bis 2000 durch die Folgen des Alkoholkonsums gestorben?
Wie viele Personen mussten 2000 durch die Folgen des Alkoholkonsums medizinisch versorgt werden (bitte nach langfristiger therapeutischer und akuter stationärer Behandlung aufschlüsseln)?
Wie haben sich die vorgehaltenen medizinischen und psychosozialen therapeutischen Kapazitäten für Alkoholkranke in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Hält die Bundesregierung die derzeit für Alkoholkranke vorgehaltenen medizinischen und psychosozialen therapeutischen Kapazitäten für ausreichend, und wenn nein, welche Aktivitäten plant die Bundesregierung zur Verbesserung des Therapieangebots für Alkoholkranke?
Wie viele Personen waren 2000 in Folge des Alkoholkonsums erwerbsunfähig, sozialhilfebedürftig, obdachlos, und wie hat sich deren Zahl in den vergangenen zehn Jahren jeweils entwickelt?
Wie viele Personen wurden durch alkoholbedingte Unfälle getötet (bitte nach Todesfällen im Straßenverkehr und anderen Unfällen aufschlüsseln)?
Wie viele Personen wurden durch alkoholbedingte Unfälle schwer verletzt, leicht verletzt (bitte die Verletztenzahlen nach Verkehrsunfällen und anderen Unfällen aufschlüsseln)?
Wie viele Straftaten und Ordnungswidrigkeiten wurden 2000 bedingt durch Alkoholkonsum verübt (bitte nach Tötungs- bzw. Körperverletzungsdelikten, Sachbeschädigungen, Trunkenheit am Steuer und sonstigen Delikten aufschlüsseln)?
Wie hoch sind die Steuereinnahmen, die die Bundesregierung 2000 durch den Alkoholverbrauch erzielen konnte (bitte auch die Vergleichszahlen für die letzten zehn Jahre anführen)?
Wie hoch sind die Kosten, die dem Bund, den Ländern und den Kommunen 2000 durch die Folgen des Alkoholkonsums entstanden sind?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung 2000 ergriffen, um aufklärerisch auf die Gefahren des Alkoholkonsums hinzuweisen, und wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse ihrer präventiven Maßnahmen?
Wieso gibt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung keine jährlichen Darstellungen bzw. Berichte über das Ausmaß des Alkoholkonsums und seiner Folgen heraus? Gedenkt die Bundesregierung dies ab sofort zu tun, und wenn nein, warum nicht?
Welche präventiven Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung zu ergreifen, um die Folgen des Alkoholkonsums einzudämmen?