Deutsche Beteiligung an der EXPO 2010 in Shanghai
der Abgeordneten Heidrun Bluhm, Dr. Gesine Lötzsch, Eva Bulling-Schröter, Lutz Heilmann, Hans-Kurt Hill, Dr. Lukrezia Jochimsen und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
„Better City, Better Life“ – unter diesem Motto findet zwischen dem 1. Mai und 31. Oktober 2010 in Shanghai (Volksrepublik China) die Weltausstellung statt. Länder und internationale Organisationen sind aufgefordert, mit ihren Auftritten Lösungsansätze zu zeigen für die Probleme, die sich aus dem Leben in der Stadt des 21. Jahrhunderts ergeben. Die Erwartungen an die deutsche Beteiligung von Seiten der chinesischen Veranstalter – und nicht nur von diesen – sind hoch. Die Bundesrepublik Deutschland gilt als Vorreiter unter anderem auf dem Gebiet des ökologischen Bauens, des Umweltschutzes, der alternativen Energiegewinnung und der Stadtplanung sowie der Stadtentwicklung. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Bundesrepublik Deutschland, sich mit einem „Pavillon aus einem Guss“ zu präsentieren, der dem Besucher einen größtmöglichen Überblick über die technologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten unseres Landes geben soll.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen15
In welchem Stadium befindet sich die Konzeptsuche für den deutschen Pavillon, mit dem sich die Bundesrepublik Deutschland auf der EXPO 2010 präsentieren wird?
Liegen bereits Detailkonzepte vor, wenn ja, wie viele?
Wann ist die Entscheidung über das endgültige Konzept des deutschen Pavillons zu erwarten?
Welches Ausschreibungsverfahren zur Auswahl des endgültigen Konzeptes ist vorgesehen?
Wie steht die Bundesregierung zu Aussagen des Bundesverbandes der Bildenden Künstler (BBK) oder auch des Bundes Deutscher Architekten (BDA), nach deren Auffassung das gewählte Verfahren nicht geeignet ist, einen architektonisch geeigneten Entwurf zu erhalten, wodurch eine Blamage im Vergleich zu früheren EXPO-Auftritten drohe?
Wann und in welcher Form wird die Öffentlichkeit über die zur Wahl stehenden Konzepte informiert und gegebenenfalls an der Auswahl beteiligt, und wenn nicht, warum nicht?
Auf welcher Grundlage wird die Bundesregierung bzw. die Jury ihre abschließende Auswahl zum Konzept des deutschen Pavillons treffen?
Welche konkreten Maßstäbe will die Bundesregierung mittels des deutschen Pavillons im Hinblick auf nachhaltige Stadtentwicklung setzen?
Sieht die Bundesregierung in den bisher vorliegenden Konzeptentwürfen der Bundesrepublik Deutschland die zugeschriebene Vorreiterrolle in nachhaltiger Stadtentwicklungspolitik umgesetzt?
Welchem konkreten Anforderungsprofil muss nach Auffassung der Bundesregierung der deutsche Pavillon auf der EXPO 2010 entsprechen, um vor dem Hintergrund der Gründung der Bundesstiftung Baukultur und der bevorstehenden Aufnahme der Kultur als Staatsziel in das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland als Kulturnation auch im Bereich der Architektur und Baukultur eindrucksvoll zu werben?
Sieht die Bundesregierung in den bisher vorliegenden Konzeptentwürfen die der Bundesrepublik Deutschland zugeschriebene Tradition als Kulturnation auch im Bereich Architektur und Baukultur umgesetzt?
Wie soll nach den Vorstellungen der Bundesregierung der Betrag zur Finanzierung des deutschen Pavillons aufgebracht werden?
Mit welchem Anteil wird sich der Bund an der Finanzierung des Vorhabens deutscher Pavillon beteiligen?
Welchen Anteil an der Finanzierung tragen externe Dritte über Spenden, Sponsoring oder Finanzierungsmodelle?
Aus welchen Gründen ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und nicht der Staatsminister und Beauftragte für Kultur und Medien Bernd Naumann oder das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) mit der Organisation des deutschen Beitrags für die EXPO 2010 in Shanghai beauftragt?