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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Probleme von Hörgeschädigten mit Post und Telekom (G-SIG: 13010997)

Einrichtung von Vermittlungsstellen zwischen normalem und Schreibtelefon, Sondertarif für Schreibtelefonbenutzer, Ausstattung von Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdiensten mit Schreibtelefonen, Kompatibilität von digitalen Telefonen und Hörgeräten, Preissenkung für Spezialtelefone, hörgeschädigtengerechte Ansagedienste, Verbesserung der Kommunikation an sicherheitsverglasten Post- und Bahnschaltern, Sozialtarif bei Doppelanschluß wegen Faxnutzung für Hörgeschädigte

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Post und Telekommunikation

Datum

04.12.1995

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/271819. 10. 95

Probleme von Hörgeschädigten mit Post und Telekom

des Abgeordneten Dr. Manuel Kiper und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Auch für Hörgeschädigte spielt das Telefon als Kommunikationsmittel sowohl im Beruf als auch im Freizeitbereich eine bedeutende Rolle. Sie sind dabei allerdings zumeist auf Schreibtelefone angewiesen. Normal hörende Gesprächspartner können damit aber nur angerufen werden, wenn die Vermittlungsstelle in der Lage ist, zwischen normalem Telefon und Schreibtelefon eine Verbindung herzustellen. Die Benutzer von Schreibtelefonen brauchen für Telefonate im übrigen mindestens die fünffache Zeit, was bereits jetzt, mehr aber noch nach der Tarifstrukturreform 1996 einen beträchtlichen Kostenfaktor darstellt. Weitere Probleme gibt es dadurch, daß mit Schreibtelefonen nicht überall Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen oder auch Sorgentelefone zu erreichen sind. Die Hörgeschädigten haben darüber hinaus die Befürchtung, daß in Zukunft keine Schreibtelefon- und verstärkergerechten Telefonendgeräte mehr auf dem Markt zu erhalten sein werden. Außerdem beklagen sie, daß bei Zuweisung eines zweiten Telefonanschlusses für einen Faxanschluss (für Hörgeschädigte ein ideales Kommunikationsmittel, allerdings mit dem Nachteil der fehlenden Möglichkeit zum direkten Dialog) keine Sozialvergünstigung besteht. Schließlich entstehen für Hörgeschädigte durch verglaste Sicherheitsscheiben in Postämtern wie an Bahnschaltern nur schwer zu behebende Kommunikationsschwierigkeiten.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen13

1

Wie viele der oben beschriebenen Vermittlungsstellen besitzt die Telekom?

2

Wie viele weitere Vermittlungsstellen dieser Art sollen eingerichtet werden?

3

Wie viele solcher Vermittlungsstellen wären für eine flächendeckende Versorgung der Hörgeschädigten erforderlich?

4

Ist ein Sondertarif für Schreibtelefonbenutzer geplant? Wenn nein, warum nicht?

5

Warum sind nicht alle Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdienststellen mit einem Schreibtelefon zu erreichen?

6

Welche Möglichkeiten sehen die Telekom bzw. die Bundesregierung, um hier Abhilfe zu schaffen?

7

Wird die Telekom weiterhin schreibtelefon- und verstärkergerechte Telefonendgeräte auf dem Markt anbieten? Wenn nein, warum nicht?

8

Was unternehmen Telekom und Bundesregierung, um digitale Telefone und digitale Hörgeräte technisch kompatibel zu machen?

9

Ist die Telekom bereit, die unzumutbar hohen Preise der Spezialtelefone für Hörgeschädigte (Reihe Audiophon) zu senken? Wenn nein, warum nicht?

10

Welche Verbesserungen plant die Telekom, um ihre Ansagedienste hörgeschädigtengerechter zu machen (Trennung der Telefonnummern in Einzelzahlen, Wechsel von höherer und tieferer Stimme)?

11

Welche technischen Verbesserungen sind von der Deutschen Post AG vorgesehen, um die Kommunikation an den sicherheitsverglasten Postschaltern zu verbessern?

12

Welche technischen Verbesserungen sind von der Deutschen Bahn AG vorgesehen, um die Kommunikation an den sicherheitsverglasten Bahnschaltern zu verbessern?

13

Ist die Telekom bereit, einen Sozialtarif bei Doppelanschluß wegen Fax-Nutzung für Hörgeschädigte anzubieten? Wenn nein, warum nicht?

Bonn, den 13. Oktober 1995

Dr. Manuel Kiper Joseph Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion

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