Tiefstflüge zur Erprobung eines Tornado-Triebwerkes in Ostbayern
der Abgeordneten Helmut Wilhelm (Amberg), Halo Saibold und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Nach jüngsten Verlautbarungen aus dem Bundesministerium der Verteidigung sollen in einem neuen Flugkorridor über Ostbayern nahe der tschechischen Grenze Tiefstflüge bis 60 m zur Erprobung eines neuen Triebwerkes für Tornados durchgeführt werden.
Der vorgesehene Korridor beeinträchtigt massiv die Bevölkerung insbesondere in den Städten Tittling, Deggendorf, Nittenau, Roding, Bruck, Schwandorf, Nabburg und Wernberg. Die gesundheitlichen Schädigungen für Kleinkinder und Kinder durch Tiefflüge und im besonderen Maße durch Tiefstflüge bis 60 m sind unbestritten.
Hinzu kommt, daß die wirtschaftliche Existenz der durch den Korridor beeinträchtigten Region entscheidend vom Fremdenverkehr bestimmt wird.
Die Wahl des Korridors nahe der tschechischen Grenze dürfte das durch die jüngsten Ereignisse ohnehin angespannte Verhältnis zu unseren tschechischen Nachbarn kaum verbessern.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Womit begründet sich die Notwendigkeit zur Durchführung der geplanten Flugtests?
(Antwort bitte mit detaillierten Angaben über Art der neuen Triebwerke, Schallemissionen, Abgasausstoß und Treibstoffverbrauch.)
Ist es technisch üblich und finanziell sinnvoll, neue Geräte in technisch überholten Flugzeuggenerationen zu testen?
Aus welchen Gründen können diese Flugtests nur über bergigem Gelände durchgeführt werden, und welchen Einfluß hat dies auf die Triebwerkskonstruktion?
Welche Faktoren bestimmten außerdem die Wahl dieses Korridors, so daß diese vorrangig zu den oben genannten Beeinträchtigungen gesehen wurden?