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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Mobilitätsverhalten von Studentinnen und Studenten (G-SIG: 13011573)

Entfernung von Studienort und Wohnort, Austausch zwischen alten und neuen Bundesländern, Benutzung von Verkehrsmitteln, Semester-Tickets, Förderung der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie

Datum

14.05.1996

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/448426. 04.96

Mobilitätsverhalten von Studentinnen und Studenten

der Abgeordneten Elisabeth Altmann (Pommelsbrunn) und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

In der Bundesrepublik Deutschland studieren derzeit 1 829 121 Studentinnen und Studenten (Zahlen des Wintersemesters 1995/ 96). Zumindest bei Aufnahme des Studiums von zulassungsfreien Fächern kann davon ausgegangen werden, daß eine maßgebliche Anzahl von Studentinnen und Studenten sich für die Aufnahme eines Studiums an der nächstliegenden Hochschule mit der gewünschten Fächerkombination entscheidet.

Bei der Wahl des Wohnorts muß des weiteren Berücksichtigung finden, daß gerade in Städten mit großen Hochschulen die Wohnungsmieten überdurchschnittlich hoch liegen. Dies bedingt ein gewisses Mobilitätspotential durch Pendlerinnen- und Pendlerverhalten. Hinzu kommt mittlerweile, daß viele Hochschulen sog. „Semester-Tickets" anbieten. Auch hier verbirgt sich ein gewisses Mobilitätspotential.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Wie viele Studentinnen und Studenten besuchen nach Kenntnis der Bundesregierung eine Hochschule, die a) mehr als 5, b) mehr als 10, c) mehr als 20, d) mehr als 50, e) mehr als 100 km vom Wohnort entfernt liegt?

2

a) Wie viele Studentinnen und Studenten aus den alten Bundesländern besuchen nach Kenntnis der Bundesregierung eine Hochschule in den neuen Bundesländern? b) Wie viele Studentinnen und Studenten aus den neuen Bundesländern besuchen nach Kenntnis der Bundesregierung eine Hochschule in den alten Bundesländern?

3

Wie viele Studentinnen und Studenten benutzen nach Kenntnis der Bundesregierung bei ihren Hochschulbesuchen in der Regel a) ein Verkehrsmittel des Öffentlichen Personennahverkehrs, b) ein Auto, c) ein Motorrad/Moped/Mofa oder d) ein Fahrrad e) oder gehen zu Fuß?

4

a) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung bezüglich signifikanter Unterschiede im Mobilitätsverhalten der Studentinnen und Studenten in den einzelnen Bundesländern vor? b) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung darüber vor, ob es signifikante Unterschiede im Mobilitätsverhalten zwischen Studentinnen und Studenten des Grund- bzw. Hauptstudiums gibt? c) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung bezüglich der Abhängigkeit des Mobilitätsverhaltens von der Größe der Hochschule vor? d) Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, daß das Mobilitätsverhalten der Studentinnen und Studenten deutlich von der Höhe der Wohnungsmieten beeinflußt wird? Wenn ja, welche?

5

a) An welchen Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland ist nach Kenntnis der Bundesregierung mittlerweile ein „ Semester-Ticket" eingeführt? b) Wie viele Studentinnen und Studenten besitzen ein „Semester-Ticket"?

6

Hält die Bundesregierung ein „Semester-Ticket" für ein geeignetes Mittel, um den motorisierten Individualverkehr zu begrenzen und Parkprobleme zu beseitigen? Wie begründet die Bundesregierung ihre Ansicht?

7

Welche Maßnahmen hält die Bundesregierung für geeignet, um in sog. strukturschwachen Gebieten Studentinnen und Studenten zum Verzicht auf den motorisierten Individualverkehr zu bewegen?

Bonn, den 26. April 1996

Elisabeth Altmann (Pommelsbrunn) Joseph Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion

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