Abbau von Ausbildungsplätzen im Bereich der gewerblich-technischen Ausbildungsberufe der Deutschen Bahn AG in Südbayern
des Abgeordneten Albert Schmidt (Hitzhofen), Gerald Häfner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Das Dienstleistungszentrum Bildung der Deutschen Bahn AG (DB AG) hat am 10. Oktober 1995 unter dem Titel „Betriebswirtschaftlicher Bedarf von Auszubildenden 1996" seine aktuellen Planungen zur Ausbildungspolitik der DB AG dargelegt.
Aus dieser Übersicht geht hervor, daß die DB AG beabsichtigt, mittelfristig ca. 1 000 kochqualifizierte Ausbildungsplätze sowie 20 Arbeitsplätze für Ausbilder abzubauen.
Bereits ab 1996 sollen in der Ausbildungswerkstätte Ingolstadt keine neuen Auszubildenden mehr angestellt werden, und mittelfristig soll die Ausbildung in den Bereichen der gewerblichtechnischen Berufe bei der Bahn AG im gesamten Bereich München-Ost total abgebaut werden. Betroffen davon sind neben dem Standort Ingolstadt auch die bisherigen Ausbildungseinrichtungen in Mühldorf, Freilassing und München-Mitte. Für Augsburg wurde bereits 1995 entschieden, daß keine neuen Auszubildenden mehr anzustellen sind; auch der Ausbildungsstandort Kempten soll auf Null zurückgeführt werden.
Demnach bliebe nur noch das Ausbildungswerk Neuaubing und für den Bereich der kommunikationselektronischen Ausbildung die Ausbildungswerkstatt Aubing übrig.
Während 1992 noch 287 Auszubildende eingestellt wurden, sollen es im Jahr 1996 im gesamten Bereich Südbayern nur noch 82 sein. Dies bedeutet, daß nach Abschluß der Ausbildung der derzeitigen Auszubildenden die Gesamtzahl der Ausbildungsplätze von jetzt 1124 mittelfristig auf ca. 100 reduziert werden soll.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bundesregierung:
Fragen5
Ist der Bundesregierung bekannt, daß damit die Zahl der Ausbildungsplätze -der DB AG in Südbayern von derzeit 1124 auf etwa 100 reduziert werden soll?
Wie beurteilt die Bundesregierung diese Entscheidungen der DB AG angesichts der aktuellen Debatte um die Schaffung neuer Ausbildungs- und Arbeitsplätze?
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, darauf Einfluß zu nehmen, daß das bundeseigene Unternehmen DB AG auch künftig qualifizierten technischen Nachwuchs ausbildet?
Hält die Bundesregierung einen derart massiven Abbau von Ausbildungsplätzen innerhalb weniger Jahre für verantwortbar und angebracht?
Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, die angesprochene Entwicklung positiv zu beeinflussen?