BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Auslaufen des Bundesmodellprogrammes "Ausbau ambulanter Hilfen für AIDS-Erkrankte im Rahmen von Sozialstationen" (G-SIG: 12010065)

Evtl. Verlängerung des Modellprogramms, Finanzierung der Schwerstkrankenpflege, Obdachlosigkeit AIDS-Kranker, Situation Berlins im AIDS-Bereich

Fraktion

PDS/LL

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

23.05.1991

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/42424.04.91

'Auslaufen des Bundesmodellprogrammes „Ausbau ambulanter Hilfen für AIDS-Erkrankte im Rahmen von Sozialstationen"

der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS/Linke Liste

Vorbemerkung

Durch das Auslaufen des Bundesprogrammes „Ausbau ambulanter Hilfen für AIDS-Erkrankte im Rahmen von Sozialstationen" im Laufe dieses Jahres zeichnet sich ab, daß

  • eine adäquate ambulante Versorgung schwerstkranker Menschen mit AIDS nicht mehr möglich sein wird,
  • zahlreiche Organisationen der Selbsthilfe in diesem Bereich ihre Arbeit werden einstellen müssen und
  • die Entwicklung neuer ganzheitlicher Pflegekonzepte im AIDS-Bereich im Ansatz enden wird.

Darüber hinaus wird mit der generellen Mittelkürzung im AIDS-Bereich der Situation dort in keinster Weise Rechnung getragen.

Daher fragen wir die Bundesregierung:

Fragen7

1

Wird eine Verlängerung des Bundesmodellprogrammes „Ausbau ambulanter Hilfen für AIDS-Erkrankte im Rahmen der Sozialstation" in Erwägung gezogen?

Wenn ja:

1.1 Sollen insbesondere die Organisationen der Selbsthilfe durch dieses Programm unterstützt und in ihrer hervorragenden Arbeit angemessen gefördert werden?

Wenn nein:

1.2 Wie sollen AIDS-Patienten/innen demnächst im notwendigen Umfang ambulant versorgt werden?

2

Welche Mittel werden zur finanziellen Absicherung der Arbeit bestehender spezialisierter Hauskrankenpflegestationen für Menschen mit HIV und AIDS im Haushaltsjahr 1991 zur Verfügung stehen?

3

Wie wird die Bundesregierung dafür eintreten, daß die Übernahme der durch Pauschalsätze nicht abzudeckenden Mehrkosten bei der Schwerstkrankenpflege — nicht nur bei AIDS-Kranken, sondern generell — erfolgt?

4

Welche Maßnahmen will die Bundesregierung gegen die zunehmende Obdachlosigkeit HIV-positiver und an AIDS erkrankter Menschen ergreifen?

5

Wie erklärt die Bundesregierung die Mittelkürzungen beim Fachverband der AIDS-Selbsthilfegruppen, der Deutschen AIDS-Hilfe?

6

Hält die Bundesregierung AIDS-Prävention für inzwischen weniger notwendig, weil weiterhin „lediglich" Schwule und Fixer/innen sich infizieren und erkranken?

7

Wie stellt sich die Bundesregierung zur spezifischen Situation Berlins im AIDS-Bereich? Ist an eine besondere Unterstützung der AIDS-Arbeit in der Stadt gedacht, in der täglich ein Mensch an AIDS erkrankt?

Bonn, den 24. April 1991

Ulla Jelpke Dr. Gregor Gysi und Gruppe

Ähnliche Kleine Anfragen