Umweltschonender Straßenbau — Zwischenquerschnitt b2+1
der Abgeordneten Monika Ganseforth, Robert Antretter, Angelika Barbe, Friedhelm Julius Beucher, Rudolf Bindig, Dr. Ulrich Böhme (Unna), Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk, Klaus Daubertshäuser, Dr. Marliese Dobberthien, Ludwig Eich, Carl Ewen, Elke Ferner, Lothar Fischer (Homburg), Klaus Hasenfratz, Dr. Liesel Hartenstein, Reinhold Hiller (Lübeck), Lothar Ibrügger, Renate Jäger, Dr. Ulrich Janzen, Susanne Kastner, Ernst Kastning, Siegrun Klemmer, Walter Kolbow, Rolf Koltzsch, Volkmar Kretkowski, Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Robert Leidinger, Klaus Lennartz, Dr. Dietmar Matterne, Heide Mattischeck, Ulrike Mehl, Dr. Franz-Josef Mertens (Bottrop), Siegmar Mosdorf, Michael Müller (Düsseldorf), Albrecht Müller (Pleisweiler), Jutta Müller (Völklingen), Dr. Rolf Niese, Adolf Ostertag, Siegfried Scheffler, Dietmar Schütz, Ernst Schwanhold, Dr. Peter Struck, Hans Georg Wagner, Wolfgang Weiermann, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz, Lydia Westrich, Inge Wettig-Danielmeier, Dr. Margrit Wetzel, Berthold Wittich, Uta Zapf, Hans-Ulrich Klose und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
In dem Bericht der Projektgruppe der Bundesanstalt für Straßenwesen „Einsatz von Zwischenquerschnitten" kann die Lücke zwischen der Leistungsfähigkeit einer „normalen" Landstraße (nach bisheriger Auffassung ca. 12 000 Kfz/24 h) und der sinnvollen Mindestbelastung einer Autobahn (ca. 25 000 Kfz/24 h) durch dreistreifige Straßen geschlossen werden. Der sogenannte b2+1-Querschnitt, bei dem der mittlere Fahrstreifen abwechselnd den beiden Fahrtrichtungen fest zugeordnet wird, wird positiv beurteilt und als Alternative für außerörtliche Hochleistungsstraßen „unterhalb der Autobahn" und „oberhalb der normalbreiten Landstraße" bezeichnet. Befragungen von Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern zeigen eine sehr hohe Akzeptanz für diesen Querschnitt. Die Straßenmeistereien im Straßenbetriebsdienst sehen keine Gründe, die gegen den Einsatz des b2+1-Querschnittes sprechen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Wie beurteilt die Bundesregierung die Aussagen zum Querschnitt b2+1 in dieser Studie im Vergleich mit zwei- und vierstreifigen Straßen in bezug auf — die Kosten, — die Unfallrate, — die Unfallkostenrate, — den Landschaftsverbrauch, — die Leistungsfähigkeit, — die Ökobilanz?
Wie viele Straßenkilometer sind in der Bundesrepublik Deutschland dreistreifig ausgebaut, und um welche Streckenabschnitte handelt es sich?
Warum ist im Bundesverkehrswegeplan der Zwischenquerschnitt 2b+1 nicht berücksichtigt worden, obwohl schon seit Jahren hiermit positive Erfahrungen im Ausland vorliegen?
Beabsichtigt die Bundesregierung bei Bundesstraßenneubauten — auch aus Kostengründen — öfter statt vierstreifig dreistreifig zu bauen, und wenn ja, auf welchen Strecken, und ab wann?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Möglichkeit, durch Rückbau bzw. Ummarkierung von vierstreifigen in dreistreifige Straßen das Kfz-Aufkommen gezielt zu reduzieren?
Beabsichtigt die Bundesregierung bereits bestehende zweistreifige überbreite Bundesstraßen in dreistreifige (b2+1) umzumarkieren, und wenn ja, auf welchen Strecken?
Welche Erfahrungen liegen in anderen Ländern, z. B. in Frankreich, mit dreistreifigen Straßenführungen vor?