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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Hanf als nachwachsender Rohstoff (G-SIG: 12011785)

Untersuchung von Hanf als universeller Nutzpflanze durch das Kölner Katalyse-Institut für angewandte Umweltforschung, ökologische und wirtschaftliche Bewertung von Hanf, Förderung des Hanfanbaus in ländlichen Gebieten, u.a. auf stillgelegten Flächen in den neuen Bundesländern, Verarbeitungsmöglichkeiten, Energieversorgung mit Hanf als Biomasse

Fraktion

Bündnis 90/Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Datum

07.12.1993

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/618215.11.93

Hanf als nachwachsender Rohstoff

des Abgeordneten Dr. Klaus-Dieter Feige und der Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Bereits vor 4 000 Jahren wurde Hanf zur Produktion von Papier, Textilien und auch als Grundnahrungsmittel in China angebaut. Auch in jüngerer Zeit wurde Hanf als Heilkraut in der Medizin, als Brennstoff für Lampen, sogar im Zweiten Weltkrieg in Deutschland noch zur Produktion von Textilien, Seilen, Planen und Papier verarbeitet.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verdrängten die Kunstfasern den Hanf aus dem Textilbereich und die Petrochemie ersetzte Hanf bei der Herstellung von Farben und Lacken durch Pflanzenöle.

Angesichts des drohenden Treibhauseffekts und der damit verbundenen Suche nach Strategien und Wegen zur Verhinderung desselben und angesichts der Gefahren der Atomenergienutzung und der Kosten für fossile Energien sind jedoch die nachwachsenden Rohstoffe wieder ins Gespräch gekommen.

In diesem Jahr wurde in Großbritannien die erste Anbaulizenz für Hanf zur Papierherstellung erteilt und auch in Frankreich wird Cannabis sativa zur Gewinnung, von biologischem Baustoff angepflanzt.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen12

1

Sind der Bundesregierung die Studien des Kölner Katalyse-Instituts für angewandte Umweltforschung bekannt, die Hanf als universelle Nutzpflanze untersucht hat, und wenn ja, wie beurteilt die Bundesregierung die Ergebnisse dieser Studie?

2

Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß Hanf durch seine hohe Standortverträglichkeit auch eine ökologisch wertvolle Nutzpflanze darstellt?

3

Teilt die Bundesregierung die Ansicht, daß Hanf durch seine geringen Ansprüche an Bodenbeschaffenheit und Pflege sowie durch seine Mehrjährigkeit in einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht?

4

Gibt es Pläne von seiten der Bundesregierung, den Anbau von Hanf als nachwachsenden Rohstoff z. B. in ländlichen Gebieten zu fördern bzw. zu ermöglichen?

Wenn nein, warum nicht?

5

Welchen wirtschaftlichen Beitrag könnte der Hanfanbau nach Ansicht der Bundesregierung

a) zur Fasernutzung (Papier-, Textilproduktion),

b) zur Herstellung von Brennstoff,

c) zur Herstellung von Bioenergie,

d) in medizinischer Hinsicht als Heilmittel,

e) zur Herstellung von Speiseöl in der Bundesrepublik Deutschland leisten?

6

Welche Möglichkeiten der Verarbeitung von Hanf zu Papiererzeugnissen, Textilien, Brennstoff und Bioenergie gibt es in der Bundesrepublik Deutschland?

7

Inwieweit könnte der Hanfanbau und seine Verarbeitung zur Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum beitragen?

8

Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, stillgelegte Flächen in den neuen Bundesländern für den kontrollierten Hanfanbau zu nutzen?

9

Welche Entwicklungsmöglichkeiten sieht die Bundesregierung für Kleinbauern durch den Anbau von Hanf z. B. in Mecklenburg-Vorpommern?

10

Welche Entwicklungs- und Fördermöglichkeiten sieht die Bundesregierung für die dezentrale Energieversorgung kleiner Kommunen mit Hanf als Biomasse?

11

Existieren Untersuchungen über klimarelevante Emissionen, die bei der Verarbeitung bzw. Verbrennung von Hanf entstehen?

12

Wurde von seiten der Bundesregierung der kontrollierte Hanfanbau zur Gewinnung von alternativen Energien überhaupt in Betracht gezogen?

Wenn ja, welches sind die Ergebnisse dieser Untersuchungen?

Bonn, den 10. November 1993

Dr. Klaus-Dieter Feige Werner Schulz (Berlin) und Gruppe

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