Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet
Das "Ostpreußenblatt" und der Rechtsextremismus (II) (G-SIG: 12012159)
Rechtsextreme Inhalte des "Ostpreußenblattes", evtl. Prüfung dieses Blattes, Liste rechtsextremer Autoren im "Ostpreußenblatt", Werbung für rechtsextreme Organisationen und Zeitungen, Förderung des "Ostpreußenblattes" und der Landsmannschaft Ostpreußen
Fraktion
PDS/LL
Ressort
Bundesministerium des Innern
Datum
08.08.1994
Aktualisiert
26.07.2022
BT12/804217.06.1994
Das "Ostpreußenblatt" und der Rechtsextremismus (II)
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
12. Wahlperiode
Drucksache 12/8042
17. 06. 94
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS/Linke Liste Liste
Das „Ostpreußenblatt" und der Rechtsextremismus (II)
In einer Kleinen Anfrage zum „Ostpreußenblatt" und dem
Rechtsextremismus vom Mai 1991 hatte die Gruppe der PDS/Linke Liste
darauf hingewiesen,
— daß in dieser Zeitung rechtsextreme Autoren wie Gerd-Klaus
Kaltenbrunner, Emil Schlee, Hendrik van Bergh, Martin Jenke,
u. v. m. publizieren können,
— daß in dieser Zeitung für rechtsextreme Bücher von Autoren
wie Adolf von Thadden, Pierre Krebs, Richard W. Eichler, Max
Klüver, Dietmar Munier, Emil Schlee, Eckhart Knaul, Alain de
Benoist, Hamilton Fish, Michael Bolle, Herbert Taege, H.-D.
Sander, Michael Braga (alias Hans-Michael Fiedler) u. v. m.
geworben wird.
Die Bundesregierung hatte in ihrer Antwort vom 27. Juni 1991
diese aufgeführten Fakten als „Unterstellungen" zurückgewiesen.
Auf dieser Beurteilung basierend hat die Bundesregierung
festgestellt, daß ihr „keine Informationen" vorliegen, nach denen im
„Ostpreußenblatt" für rechtsextreme Bücher geworben wird.
„Anhaltspunkte für Bestrebungen im Sinne der §§ 3, 4 BVerfSchG"
waren der Bundesregierung nicht bekannt (Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten U lla Jelpe und
der Gruppe der PDS/Linke Liste, „Rechtsextremismus und das
Publikationsorgan ,Ostpreußenblatt"', Drucksache 12/864).
Inwieweit es sich hierbei tatsächlich um „Unterstellungen"
handelt, wurde von der Bundesregierung nicht belegt. Ferner wurde
auch nicht belegt, daß die Gruppe der PDS/Linke Liste falsche
Fakten vorgetragen hätte.
Tatsache ist, daß im Schutze der behaupteten „Unterstellungen"
die Bundesregierung dem „Ostpreußenblatt" vorerst weiterhin
eine Förderung aus Mitteln des Bundeshaushaltes gewährte und
eine Prüfung über eventuelle rechtsextreme Bestrebungen
unterließ.
Dieser Unwille der Bundesregierung, Hinweisen auf
rechtsextreme Bestrebungen im „Ostpreußenblatt" (wie in vielen anderen
Fällen auch) nachgehen zu wollen, bekommt vor dem
Hintergrund der Untersuchungen des den Vertriebenenverbänden eher
wohlgesonnenen Bundesinstituts für ostwissenschaftliche und
internationale Studien eine besondere Bedeutung, weil sie das
ganze Ausmaß an Fahrlässigkeit oder Duldung, Förderung und
Protektion aufzeigt. Dieter Bingen hatte in einer Untersuchung
des Bundesinstituts für ostwissenschaftliche und internationale
Studien — praktisch im Vorbeigehen — anläßlich einer Arbeit über
das Gebiet Kaliningrad festgestellt, daß das neueste Buch des
rechtsextremen Verlegers Dietmar Munier „Das letzte Dorf. Bei
den Rußlanddeutschen in Ostpreußen", erschienen in Muniers
eigenem Verlag, dem rechtsextremen „Arndt-Verlag", im
„Ostpreußenblatt" vom 23. Januar 1993 eine „überaus positive
Besprechung" erfährt. „Unverständlich" erscheint Dieter Bingen auch
die „Intention des Autors" im „Ostpreußenblatt", eines gewissen
Fritz Degenhart. Bingen resümiert: „Das Blatt bzw. der Rezensent
sind offenbar Opfer der bei nicht wenigen organisierten
Vertriebenen verbreiteten Unschärfe bei der Abgrenzung vom
rechtsextremen Spektrum ... " [Dieter Bingen, Das Gebiet Kaliningrad
(Königsberg): Bestandsaufnahme und Perspektiven — Deutsche
Ansichten (II), Köln 1993, S. 16].
Hugo Wellems, Chefredakteur des „Ostpreußenblattes", teilt
diese Meinung Bingens offenbar indirekt, wenn er — wohl mit
Blick gerade auf die Ausrichtung des allgemeinpolitischen Teils
der Zeitung und die Literaturseite — vermerkt, daß das
„Ostpreußenblatt" auch „längst von den Lesern des national-konservativen
Spektrums geschätzt und häufig achtungsvoll zitiert" wird.
(Ostpreußenblatt, 2. April 1994)
Definiert werden müßte jedoch, was von den Machern des
„Ostpreußenblattes" als „national-konservativ" oder „rechtsextrem"
verstanden wird.
Festzustellen ist: Das, was selbst vom Bundesamt für
Verfassungsschutz (BfV) als „rechtsextrem" definiert wird, gilt beim
„Ostpreußenblatt" als „national-konservativ". Ein Beispiel: Das Buch des
Rechtsextremisten Dieter von Glahn „Pat riot und Partisan für
Freiheit und Einheit" — erschienen im neofaschistischen Grabert-
Verlag — wird wie folgt beurteilt: „In nationalen und
konservativen Kreisen ist Dieter von Glahn durch seine patriotische
Gesinnung und seine verschiedenen Aktivitäten seit vielen Jahren
bekannt". (Ostpreußenblatt, 23. Ap ril 1994)
Das, was vom BfV als „rechtsextrem" eingestuft wird, wird vom
„Ostpreußenblatt" mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. So
heißt es in einem Artikel von Hans Jürgen Leersch über den
Verfassungsschutzbericht des Bundes für das Jahr 1993: „Die
Formulierung des Franzosen (gemeint ist Franz-Oliver Gisbert,
Anm. U.J.), der Maastrichter Eurogeld-Vertrag sei für
Deutschland wie ,Versailles ohne Krieg', wurde von den Schlapphüten des
Kölner 'Bundesamtes als ,Anhaltspunkt' für Rechtsextremismus
eingestuft." Zu weiteren Anhaltspunkten für rechtsextreme
Bestrebungen der REP führt der Autor aus: „Als Belege werden
Zitate wie ,multikultureller Wahn', ,planmäßige Überfremdung'
und ,herumlungernde Containerbewohner' genannt. Auch
folgender Satz gilt als rechtsextremistisch: ,Unsere Regierung ist
sogar bereit — sozusagen als letzten Beweis der Umerziehung —,
Hoheitsrechte sowie die deutsche Mark zu opfern.'"
(Ostpreußenblatt, 23. April 1994) Der Unglaube ist hier zwischen den Zeilen zu
lesen, kein Wunder, sind doch diese Anhaltspunkte für
rechtsextreme Bestrebungen die Essentials der Politik des
„Ostpreußenblattes". Und: Die angeführten Belege für diese Bestrebungen
erscheinen tatsächlich harmlos vor dem, was im
„Ostpreußenblatt" an rechtsextremer Gesinnung geboten wird.
Dieter Bingen sprach also nicht umsonst von der weitverbreiteten
Unschärfe bei der Abgrenzung zum Rechtsextremismus. Wie weit
verbreitet diese Unschärfe bei der Abgrenzung zum
Rechtsextremismus ist, soll hier an einigen Beispielen und an einigen
Themenkomplexen gezeigt werden. Es muß aber auch darauf
hingewiesen werden, daß einige Redakteure dieser Zeitung — wenn
man von deren Artikeln ausgeht — über ein geschlossenes
rechtsextremes Weltbild verfügen.
Die thematischen Schwerpunkte des „Ostpreußenblattes", dem
offiziellen Organ der Landsmannschaft Ostpreußen, sind die
Propaganda gegen die bestehenden Grenzen in Europa und die
Forderung nach einer Revision des Status quo, einhergehend mit
einer unübersehbaren Rehabilitierung des deutschen Faschismus
und der permanenten Relativierung der Einmaligkeit der
Verbrechen des NS-Staates. Aus der Leugnung dieser Schuld speist sich
der Gedanke, daß die so verbogene Wahrheit frei macht. Die
Propaganda der „Kriegsschuldlüge" soll die Revanche für den
verlorenen Zweiten Weltkrieg und die Rückgewinne der
Ostgebiete erleichtern.
„Kriegsschuldlüge" und der „Kampf gegen die Umerzieher"
Im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 1993 charakterisiert die
Bundesregierung die Politik der REP, daß sich in derem
Vokabular Begriffe finden, „die für rechtsextremistische Agitation
typisch" sind: „... ,dauerhafte Bußfertigkeit' und ,Umerziehung'
in Verbindung mit der Bewältigung nationalsozialistischer
Vergangenheit knüpfen an bekannte Fofmen rechtsextremistischer
Propaganda an." (Bundesministerium des Innern,
Verfassungsschutzbericht 1993, S. 55).
Die rechtsextreme Politik der Zeitungen der „Deutschen
Volksunion" (DVU), „Deutsche National-Zeitung" (DNZ) und
„Deutsche Wochen-Zeitung/Deutscher Anzeiger" (DWZ/DA) wird im
Verfassungsschutzbericht wie folgt beschrieben: „DNZ und DWZ/
DA relativieren die NS-Verbrechen, indem sie dem
nationalsozialistischen Holocaust permanent Verbrechen anderer Völker
gegenüberstellen, einseitige Vergangenheitsbewältigung und die
Zuweisung der Kollektivschuld beklagen oder fragen ,Wie lange
noch Nazi-Jagd?'" (ebenda, S. 43).
Weiter schreibt das Bundesministerium des Innern und zitiert als
charakteristische Passage aus der DWZ/DA: „Mit Schlagzeilen
wie ,Die Umerziehung der Deutschen — Propaganda im Geist der
Sieger des Zweiten Weltkriegs' wird das demokratische
Verfassungsleben nach 1945 als das Ergebnis einer verfälschten
Geschichtsschreibung und einer ,Umerziehung' vom Guten zum
Schlechten herausgestellt. In einer Serie unter der Überschrift
,50 Jahre Umerziehung und kein Ende — Die systematische
Verteufelung des deutschen Volkes' heißt es: ,Bald ein halbes
Jahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nimmt die
systematische Umerziehung des deutschen Volkes ihren Fortgang.
Täglich werden neue Lügen in der Meinungsindustrie ohne jede
Rücksicht auf die wahren Gegebenheiten gegen Deutschland
aufgetischt unter Konstruktion einer auch alle(n) künftigen
Generationen der Deutschen umfassende(n) ,Kollektivverantwortung'.
(DWZ/DA 12/93)". (ebenda, S. 44)
Mit genau dieser rechtsextremen Programmatik versucht das
„Ostpreußenblatt", seine politischen Ziele durchzusetzen.
Für die Vermittlung eines neuen Abonnenten erhalten die
Leserinnen und Leser des „ „Ostpreußenblattes" eines der vom
Chefredakteur dieser Zeitung, Hugo Wellems, verfaßten Bücher. Es
handelt sich dabei um „Das Jahrhundert der Lüge" des
rechtsextremen Arndt-Verlags. In der Anzeige zu diesem Buch heißt es:
„Nach dem Willen der Umerziehung soll Deutschland für alle
Zeiten als ewige Verbrechernation gebranntmarkt werden. Der
Autor, Chefredakteur des ,Ostpreußenblattes', tritt dieser
Geschichtsverzerrung mit einer imposanten Zitatensammlung
entgegen ... " (Ostpreußenblatt, 13. April 1991)
Hugo Wellems hat in diesem Buch eines seiner wichtigsten
publizistischen Anliegen niedergelegt. In seiner redaktionellen
Tätigkeit für das Organ der Landsmannschaft Ostpreußen sorgt er
dafür, daß die Relativierung der Naziverbrechen an zentraler
Stelle abgehandelt wird; eine Fülle von eigenen Beiträgen
belegen dies. Dabei gibt es im „Ostpreußenblatt" keine Tabus: Die
Bücher der extremsten Geschichtsrevisionisten werden hier den
Leserinnen und Lesern über Anzeigen und Buchempfehlungen
nahegebracht. Egal ob David Irving, Paul Rassinier, David L.
Hoggan, Richard Possel, Herbert Taege oder Alfred Schickel, für
all diese Rechtsextremisten werden im „Ostpreußenblatt" die
Spalten geöffnet.
Das Motto der Geschichtsrevisionisten, „Wahrheit macht frei",
trägt H. W. (das ist Hugo Wellems) in klassischer Weise im
„Ostpreußenblatt" vor. In dem Artikel „Ergebnisse der
Geschichtsverzerrung" führt er aus: „Wer Kontakt zur jüngeren Generation hält
und sich um deren Wissen um die Geschichte unseres Volkes und
darüber hinaus auch unseres Kontinentes bemüht, erschrickt nicht
selten ob des Unwissens, das vor allem ein Beweis für die
Geschichtsverzerrung ist, die nicht zuletzt im Rahmen gezielter
Umerziehung, den Lebensweg dieser Generation begleitet. (...)
Fast ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, bis das nach 1945
geteilte Deutschland wieder vereinigt werden kann. Allerdings
um welchen Preis! Die 1945 unter polnische Verwaltung
gestellten deutschen Länder, als deutsche Ostgebiete bezeichnet, sollen
endgültig an Polen abgetreten werden. Nach dem freien Willen
der Volksvertretungen in Bonn und in Ost-Berlin, deren
Repräsentanten einmal meinen, diesen Preis für den (nur?) von Hitler
angezettelten Krieg zahlen zu müssen, oder aber darauf
hinweisen, daß die westlichen Alliierten diesen Verzicht als
Gegenleistung für ihre Zustimmung verlangen. In Versailles noch diktierte
man; heute beläßt man es bei ,Empfehlungen', die den gewählten
Volksvertretern und einer gesamtdeutschen Regierung den
,Schwarzen Peter' zuschieben. Unser Volk ist durch über eine
Jahrzehnte zielbewußte Medienpolitik, durch kirchliche
Schuldbekenntnisse und, wie eine kanadische Zeitung jüngst schrieb,
,durch eingeredete Alleinkriegs- und Kollektivschuld in eine
Demutswelle versetzt worden ... ' . (Ostpreußenblatt, 4. August
1990)
Der „Pädagoge" H. W. setzt alle seine Mittel ein, um dieser
„Geschichtsverzerrung" entgegenzutreten, denn, so sein
grundlegender Gedanke: Gelingt es, die Alleinschuld des Hitler-
Faschismus am Zweiten Weltkrieg anzuzweifeln und den Schuldanteil
— beispielsweise — der polnischen oder amerikanischen Seite
herauszustellen, dann fällt es leichter, die Forderung nach
Rückgewinnung der „deutschen Ostgebiete" zu stellen und politisch
durchzusetzen. Er bedient sich dabei der Methodik und selbst der
Sprache, die schon die Nazis in der Weimarer Republik
anwandten: Auch sie liefen gegen die „Kriegsschuld" Deutschlands und
das „Versailler Diktat" Sturm.
Ein anderes Beispiel aus der Feder von H. W. ist dem Artikel „Ein
Alptraum für deutsche Politiker?" zu entnehmen: „Wenn aber
nun, wie vorgegeben wird, die Alliierten die Abtretung .
Ostdeutschlands als Preis für ihre Zustimmung (zur
Wiedervereinigung, Anm. U. J.) kategorisch tatsächlich verlangt haben sollten,
dann bestätigt sich hier die auch von uns immer wieder vertretene
These, daß der Krieg nicht allein wegen Hitler, sondern gegen
Deutschland geführt wurde mit dem Ziel, die deutsche Position in
Mitteleuropa zu liquidieren. Über bald vier Jahrzehnte ernährt
sich ein Teil der Massenmedien, nicht nur in Deutschland, von
den uns angelasteten Verbrechen. Ganz selten aber wird von
Fakten gesprochen, die, wie jetzt in einer neuen Schrift von
Richard Pemsel dargelegt, zu einer ,Geschichtlichen Entlastung
Deutschlands' (Grabert Verlag, Tübingen) beitragen könnten."
(Ostpreußenblatt, 25. August 1990) Demnach hat nicht der
deutsche faschistische. Staat 1939 den Zweien Weltkrieg begonnen,
um seine ökonomischen und politischen Interessen
durchzusetzen, sondern die Aggression ging von den anderen Ländern
gegen Deutschland aus. Als Beleg für diese abstruse Sicht der
Dinge führt H. W. den rechtsextremen Geschichtsforscher Pemsel
an.
Der Vertriebenenpolitiker Herbert Hupka (Vizepräsident des
Bundes der Vertriebenen zu diesem Zeitpunkt) entwickelt diesen
Gedanken immer wieder. Hupka beklagt unmittelbar nach der
Wiedervereinigung; daß der „Patriotismus auf der Strecke zu
bleiben" scheint, weil ein Großteil der Bevölkerung für die
Anerkennung der polnischen Westgrenze und nicht für deren Revision
ist. Hupka kommentiert diese Meinungsumfragen: „Aber es sieht
ganz danach aus, daß ganz Deutschland nicht gefragt ist. Denn
wäre es an dem, dann müßte es doch eine weit um sich greifende
Beunruhigung, wenn nicht sogar Unruhe geben, weil über ein
Viertel von Deutschland in seinen f riedlichen Grenzen der
Weimarer Republik und nach dem Versailler Friedensdiktat verfügt
werden soll." Die Schlußfolgerung Hupkas ist: „... unser eigenes
Volk aufzurütteln, Unruhe zu entfachen, es aufzuklären und an
seinen Patriotismus zu appellieren ... ". (Ostpreußenblatt,
4. August 1990)
Auch die Ausführungen zur Gründung der „Jungen
Landsmannschaft Ostpreußen" im „Würzburger Bekenntnis" weisen in die
gleiche Richtung: „Geschichte wiederholt sich nicht, aber die
Geschichte kennt auch keinen Schlußstrich. In Landschaften, in
denen Deutsche seit 700 Jahren leben, wirken und gestalten, muß
es möglich sein, dieses historische und kulturelle Erbe mit neuer
Vitalität zu erfüllen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die
Rückkehr zur historischen Wahrhaftigkeit, zur aufrichtigen
Darstellung von Fakten und Entwicklungen und zur Verankerung des
Rechts als Richtschnur politischen Handelns. " (Ostpreußenblatt,
20. April 1991)
Für die von Hupka geforderte „Aufklärung" tritt vor allem Alfred
Schickel, Leiter der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle
Ingolstadt (ZFI), ein, der in der neofaschistischen Presse als
„Legendenkiller" hochgelobt wurde, weil er sowohl die Zahl der
während des Hitler-Faschismus ermordeten Juden weit nach unten,
als auch die Zahlen der polnischen Opfer während des Zweiten
Weltkriegs leugnete.
Im „Ostpreußenblatt" klärt Schickel in unzähligen Artikeln vor
allem darüber auf, welchen Schuldanteil der amerikansiche
Präsident Roosevelt am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte (vgl.
Ostpreußenblatt, 2. Februar 1991, 18. Mai 1991, 10. August 1991)
und wie aggressiv die Vorkriegspolitik der polnischen Regierung
war (Ostpreußenblatt, 23. März 1991). Gerade „Polens
Landhunger" war für Schickel „Keim neuer Krisen" (ebenda).
Über die Tagung anläßlich des zehnjährigen Bestehens der ZFI
schreibt der Burschenschaftler und Neu-Rechte Michael Paulwitz
unter der Überschrift „Gegen die Vorurteile und ,Volkspädagogik' —
Zehn Jahre Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt — Von den
Pfaden der Umerziehung abgewichen" : „Hellmut Diwald rechnete in
seinem Eröffnungsreferat unmißverständlich ab mit dem geltenden
Geschichtsbild der Volkspädagogen: ,Auch nach 1945 war es nicht
vorbei mit den Indoktrinierten und den Indoktrinierenden'. Die der
Wahrheit oftmals feindliche Einflußnahme des Staates reiche von der
Präsentierung des parlamentarisch-demokratischen Systems als
höchster Stufe des Fortschritts auf dem Wege zur besten Lebensform
über die fast völlige Ausblendung der deutschen Ostsiedlung bis hin
zum für Zuwiderhandelnde existenzbedrohenden gesetzlichen
Verbot jeder Infragestellung des größten Schuldspruchs gegen die
Deutschen — ,Auschwitz'. Deutsche Geschichte ein Irrweg? ,Wir
stampfen geduldig mit dem melancholischen Schwermut von
Rindern über die von den Siegern vorgezeichneten Pfade unserer
Geschichte.' Wer wollte widersprechen, daß dieses Umerziehungs-
Geschichtsbild dem neuen, wiedervereinigten Deutschland nicht
angemessen sein kann" (Ostpreußenblatt, 8. Juni 1991).
Die aus der Zeit des Hitler-Faschismus resultierenden Fesseln
sollen abgestreift werden. Hier haben wir das umfassende Welt
-
bild der Rechtsextremisten in reiner Form. Die Leugnung der
Nazi-Verbrechen bis hin zum Versuch, auch den Weg für die
„Auschwitz-Lüge" zu bereiten, geht einher mit der Ablehnung
der Demokratie.
Anläßlich des Todes des Geschichtsrevisionisten Dirk Kunert
schrieb P. F. (vermutlich der Redakteur Peter Fischer), daß Kunerts
Arbeiten „als unverzichtbare Bausteine für jene Disziplin
gewertet werden, die wissen will, wie es wirklich war". Kunert
„erhellte" nach Ansicht von P. F. „mit Akribie das dunkle Kapitel
der Kriegsursachen". (Ostpreußenblatt, 1. Juni 1991) Und an
anderer Stelle schreibt das „Ostpreußenblatt", daß Kunert
„bezüglich der Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges (...)
stereotype Ansichten revidiert" habe. (Ostpreußenblatt, 25. Mai
1991)
Aber auch der britische Geschichtsrevisionist David Irving wird im
„Ostpreußenblatt" als „international ebenso renommierter wie
gefürchteter Zeitgeschichtler" hochgelobt. Über Irvings
Churchill-Biographie, die die Verbrechen Nazi-Deutschlands und
Hitlers relativiert, schreibt Michael Prymelski: „Irving sieht in
Churchill den Totengräber Europas, der machtbesessen,
ruhmsüchtig, persönlich feige und opportunistisch veranlagt schuldig
am Tod von Millionen Menschen ist. " (Ostpreußenblatt,
31. August 1991)
Während in Wunsiedel der militante Flügel des Neofaschismus
durch Aufmärsche den Hitlerstellvertreter Rudolf Heß ehrt, und
ihn wegen seines Englandfluges als „Sendbote des Friedens"
feiert, übt sich in dieser Disziplin auch der berüchtigte
Zeitgeschichtler Alfred Schickel. Schickel stellt in dem Artikel „Rätsel
um Heß" fest, daß „Heß mit Wissen und Willen Hitlers am 10. Mai
1941 nach England geflogen ist, daß er in Übereinstimmung mit
seinem Führer den Krieg gegen Großbritannien zu einem
baldigen Ende bringen wollte ... " . Die „noch fehlenden
dokumentarischen Beweise" für diese Folgerungen, versucht er durch
„handfeste Hinweise" zu einer Legende zu verdichten. Und ähnlich wie
der militante Neofaschismus, versucht Schickel auch eine
Legende um den Tod Heß herauszubilden, denn auch „die
Aufhellung des rätselhaften Todes von Rudolf Heß im August 1987"
sei „der Zeitgeschichtsforschung aufgegeben". (Ostpreußenblatt,
23. März 1991)
Dem Thema „Rudolf Heß" widmet sich auch der Redakteur des
„Ostpreußenblattes" Ansgar Graw. Graw geht der Frage nach, ob
Heß bei seinem Englandflug vor 50 Jahren vom englischen
Geheimdienst in eine „Falle gelockt" wurde. Auch Graw
spekuliert, wie die Anhänger des militanten Neonazi-Lagers darüber,
„ob Hess wirklich durch Freitod starb. Die These, er sei ein Opfer
des britischen Geheimdienstes geworden, um ihm am Reden zu
hindern, gewinnt jedenfalls an Plausibilität" . (Ostpreußenblatt,
22. Juni 1991)
Der „Ostpreußenblatt"-Autor Fritz Degenhart schreibt über das
Buch des ehemaligen NPD-Vorsitzenden Adolf von Thadden
„Zwei Angreifer": „Die Debatte über den Charakter des
deutschen Angriffs auf die Sowjetunion im Juni 1941, der von seriösen
Historikern längst als Präventivschlag erkannt wurde, ist sicher
nicht mehr besonders originell. Inzwischen liegen
bekanntermaßen derart viele Indizien auf dem Tisch, daß lediglich aus
Gründen einer rheinbündlerischen Volkspädagogik an der zunehmend
kühnen These festgehalten werden kann, damals sei die
Sowjetunion Opfer einer unprovozierten Aggression geworden".
(Ostpreußenblatt, 19. März 1994)
Degenhart, der mit dieser NS-Entlastung aus seiner
Übereinstimmung keinen Hehl macht, stellt gleich einen weiteren
„Querdenker aus dem Kreise einer kritischen, nicht etablierten
Historikerschaft" vor, nämlich Max Klüver und dessen
geschichtsrevisionistisches Machwerk „Es war nicht Hitlers Krieg" aus dem
rechtsextremen Verlag Heitz und Höffkes. Die Lektüre des Buches
empfiehlt Degenhart mit folgenden Worten: „Der Zweite Weltkrieg
soll von Deutschland ,entfesselt' worden sein. So wird der
kritiklosen Öffentlichkeit zumindest seit Jahrzehnten suggeriert."
Degenhart weist dann darauf hin, daß „Roosevelts US-
Aggressionskurs wie auch Stalins Provokations- und Bedrohungspolitik
1940/41 (...) völlig ausgeklammert" bleiben. „Auch
ausgeklammert bleibt Polen, das man — wegen der schnellen militärischen
Niederlage? — immer nur in der Rolle des beklagenswerten Opfers
sich anzusehen gewöhnt hat." (Ostpreußenblatt, 19. März 1994)
Joachim Weber, einer der regelmäßigen Autoren im
„Ostpreußenblatt", „belegt" mit Hilfe geschichtsrevisionistischer „Historiker",
daß es sich bei Hitlers Überfall auf die Sowjetunion 1941 nicht um
einen Angriffskrieg gehandelt habe. Weber beruft sich bei seiner
Behauptung von einem Präventivkrieg Nazis-Deutschland gegen
die Sowjetunion auf „militärische Fachleute" und
„andersdenkende Historiker", die „jahrzehntelang als NS-verharmlosende
Außenseiter abgestempelt" wurden. Weber räumt dies selbst ein.
Aber für derlei Leute ist im „Ostpreußenblatt" der Ort, an dem
diese NS-verharmlosenden Thesen in aller Ausführlichkeit
dargelegt werden können. Hier sind diese „Historiker" keine
Außenseiter, sondern angesehene Forscher, wie z. B. die Rechtsextremisten
Max Klüver, Erich Helmdach, Ernst Topitsch, auf die Weber sich
stützt. Mit ihnen wir die Kriegsschuld Nazi-Deutschlands
geleugnet. (Ostpreußenblatt, Rußlandfeldzug: Präventivschlag oder
Überfall? Thesen der deutschen Aggression sind widerlegt, Teil 1
und 2, 25. August 1990 und 1. Sepember 1990) Mit derartigen
Artikeln hat Weber sich dem „Ostpreußenblatt" empfohlen.
Mittlerweile ist er zum Redaktionsmitglied aufgestiegen.
Von Weber angeregt, setzt sich auch Ansgar Graw mit dem
„Unternehmen Barbarossa" auseinander. Unter der Überschrift
„Abschied von der Volkspädagogik" will Graw bestehende
„Denk- und Frageverbote" aufheben und zeitgeschichtliche
„Tabus" brechen. Graw führt dazu aus: „Bis vor wenigen Jahren
wurde allenfalls in Rechtsaußen-Zirkeln und von Amateur-
Historikern (...) die These vertreten und publiziert, es handele sich bei
dem ,Unternehmen Barbarossa' nicht um einen einseitigen
deutschen Überfall, sondern um einen Präventivschlag ... " Ansgar
Graw möchte diese „Rechtsaußen" nun in die Mitte der
Gesellschaft holen, denn die Leugnung der Kriegsschuld soll bei ihm
Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode Drucksache 12 /8042
„unter dem Stichwort ,freies Denken', zur Re-Souveränisierung
unserer Nation" führen. Für Graw scheint gesichert, daß die
„gängigen Darstellungen" vom Überfall Nazi-Deutschlands auf
die Sowjetunion „zu kurz greifen". (Ostpreußenblatt, 22. Juni
1991)
Einer der Spitzenfunktionäre der Landsmannschaft Ostpreußen,
Harry Poley, derzeit Mitglied im erweiterten Bundesvorstand,
davor lange Zeit Bundespressesprecher dieser Landsmannschaft,
schreibt im „Ostpreußenblatt" über Hellmut Diwalds
„schonungslose Abrechnung mit den Umerziehern" in dessen Buch
„Deutschland einig Vaterland". Poley ist sich mit der Zeitung „Welt" darin
einig, daß Diwalds Buch „den Versuch einer Inventur der
deutschen Politik seit 1945" darstellt. Poley streicht heraus: „Mit
unwiderlegbarer Präzision holt Diwald unbequeme, von einer
systematisch betriebenen ,Vergangenheitsbewältigung'
verschüttete Wahrheiten ans Licht einer objektiven Betrachtungsweise."
Diese „verschütteten Wahrheiten" sehen laut Poley so aus: „Für
Diwald ist die Geschichte des Dritten Reiches eine Geschichte des
Aufbruches, der Befreiung, Zustimmung und Zuversicht, der
Begeisterung und Gläubigkeit, der Opferbereitschaft wie auch die
Geschichte der Entrechtung, der Verfolgung, der Rechtswillkür,
der Unmenschlichkeit. Sie ist vor allem aber auch eine Geschichte
der Jugend, ihres Glaubens, ihrer Opferbereitschaft, ihrer
selbstlosen Haltung und ihrem Mut, Ideen und Ideale zu verwirklichen
und in das Gemeinwesen zu übersetzen."
Poley weiter mit Diwalds Forderungen: „Einer vier Jahrzehnte
andauernden ,Vergangenheitsbewältigung', mit der die
Umerzieher deutsches Schuldbewußtsein instrumentalisierten, setzt der
Autor die Forderung entgegen, die Schuldthese neu aufzurollen.
Sie darf heute, da nach der Hinwendung zu unserer Geschichte
auch der Weg zur Wiederherstellung Deutschlands nicht mehr zu
blockieren war, nicht weiter Baustein am Monument unserer
Demütigung sein."
Sich von den aus den Erfahrungen mit dem deutschen Faschismus
resultierenden Fesseln zu befreien, um neue Kräfte entfesseln zu
können, das ist das immer wiederkehrende Motto. Genauso wie
die geschehenen Verbrechen des Faschismus als Lügen der
Sieger darzustellen, verknüpft mit der Forderung, die Schuldfrage als
offene Frage zu behandeln, um heute selber die „Anklagen,
Vorwürfe, Unterstellungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin"
untersuchen zu können. Die Anzweifelung der Verbrechen des Hitler
-
Faschismus soll so vom Stallgeruch des neofaschistischen
Treibens gereinigt werden. Aber immerhin: In dieser Beziehung war
Diwald Realist. Er wußte, daß ihm dieser Geruch anhaftet und er
wußte, daß er politisch in der rechtsextremen Ecke zu verorten ist.
Unmittelbar nach der Passage, daß die Schuldfrage neu diskutiert
werden müsse, schreibt er weiter: „Jeder Ansatz dazu kann durch
den plumpen Vorwurf einer ,Verharmlosung' des Dritten Reiches
oder noch umfassender durch die — mit einschlägigen
Ergänzungen des Strafrechts gestützte — Behauptung, hier seien ,
neonazistische' Triebkräfte am Werk, umgehend abgewürgt werden."
(Ostpreußenblatt, Harry Poley,... mit seiner Selbstachtung eins
werden'. Hellmut Diwalds schonungslose Abrechnung mit den
Umerziehern, 24. April 1993)
In dem Artikel polemisiert Bundesvorstandsmitglied Poley übrigens
auch gegen den Innenminister von Baden-Württemberg, weil der
Staatsschutz gegen das Stuttgarter Haus der Geschichte
vorgegangen war, in dessen Bibliothek neofaschistische Literatur zu finden
war. Nun ist Poley nicht der Mann, der erklärt, daß die Bücherei des
Hauses für Geschichte diese Bücher aus wissenschaftlichen
Zwekken angeschafft habe. Bekennerhaft schreibt er: „Man hat dort doch
Gedrucktes von solch geistiger Sprengkraft gefunden, daß nur die
Schließung der Einrichtung Gefahr von einer auf
Selbstbestimmungsverzicht und Bußfertigkeit get rimmten Gesellschaft
abzuwenden geeignet erschien. Soll doch in den inkriminierten Schriften
solch Schreckliches wie ,besetzte deutsche Ostgebiete' und ,
Kriegsschuldlüge' zu lesen sein (. ..). Diwald würde vor den auf den Wogen
der Umerziehung und Kollektivbußfertigkeit schwimmenden
Literaturinquisitoren nicht bestehen können. " (ebenda)
Das Tabu und die „Auschwitz- Lüge"
Mit Alfred Schickel hat das „Ostpreußenblatt" einen Autor, der
schon Anfang der 80er Jahre in der rechtsextremen Zeitung
„Deutschland in Geschichte und Gegenwart" die Zahl der
während des deutschen Faschismus ermordeten Juden beträchtlich
nach unten „diskutierte". Auch in der Frage der „Auschwitz-
Lüge" kennt das „Ostpreußenblatt" keine Tabus.
Der Autor Ullrich Hoppe streicht — wenige Wochen nach dem
Anschlag auf die Lübecker Synagoge — in einer Besprechung des
Buches von Ernst Nolte „Streitpunkte" heraus: „Sensationell muten
die Abschnitte des Buches über die ,Endlösung der Judenfrage' an,
die unter den gegenwärtigen Bedingungen als eine Art Expedition
in die ,Genickschußzone' bezeichnet werden kann. Ist dies doch der
erste Fall, daß ein angesehener Fachhistoriker, noch dazu
Deutschlands führender NS-Experte, wie man wohl ohne Übertreibung
sagen kann, sich mit den Thesen revisionistischer Histo riker
ernsthaft beschäftigt. Statt diese — wie in den Medien üblich — von
vornherein als abartige Verbrecher darzustellen, scheut Nolte sich
nicht, diesen Leuten z. T. zu attestieren, daß sie ,nach Beherrschung
des Quellenmaterials und zumal in der Quellenkritik diejenigen
(Untersuchungen) der etablierten Histo riker in Deutschland
vermutlich übertreffen'. Den Atem verschlägt es einem, wenn Nolte dann
auch die Frage nach ,sechs Millionen' und dem Vorhandensein von
Gaskammern derart stellt, daß die Antwort nicht bereits vorgegeben
ist. " Hoppe, der weiß, was er tut, schreibt, nachdem er seinen Atem
über einen derartig offenen Schulterschluß mit den „Auschwitz
-
Leugnern" wiedergefunden hat, fasziniert über Nolte: „Die
Bewunderung verdient der Verfasser für seine in Deutschland so seltene
Zivilcourage schon jetzt." (Ostpreußenblatt, 23. April 1994)
In diesem Zusammenhang muß unbedingt erwähnt werden, daß
das „Ostpreußenblatt" den Kommentar eines Autoren dieser
Zeitung abdruckte, der durch die Eröffnung des „gigantischen ,
Holocaust-Museum'" in Washington die „Verständigung erschwert"
ansah. Für ihn wird sich durch die Eröffnung des Holocaust
-
Memorial „das ohnehin problematische Deutschlandbild der US
Amerikaner weiter verfinstern". Der Autor achtet nicht die Opfer
und ihm ist das Erinnern an die Grauen des Faschismus und das
Mahnen vor einer Neuerstehung völlig zuwider. Hier ist kein Platz
für das Gedenken an die ermordeten Menschen durch die
deutschen Faschisten.
An der Einmaligkeit von Auschwitz rüttelnd, fährt er aufrechnend
fort: „Und mußte es ausgerechnet in Amerika sein? Es ist
durchaus kein Antiamerikanismus, wenn dezent darauf hingewiesen
wird, wie dieses Amerika zustande kam, wem das Land früher
einmal gehörte und wie mit den Ureinwohnern verfahren wurde."
(Ostpreußenblatt, H. T., Verständigung erschwert, 1. Mai 1993)
Rückgewinnung der „deutschen Ostgebiete"
Aus der Leugnung der Kriegsschuld Nazi-Deutschlands ergibt
sich für die organisierten Vertriebenen folgerichtig die Forderung,
die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges zu revidieren. Unter der
Parole „Verzicht ist Verrat" wird gegen die Anerkennung der
Oder-Neiße-Grenze mobilisiert und zum „Schutz" für die
deutschen Minderheiten in Osteuropa werden umfangreiche
Minderheitenrechte gefordert. Kombiniert wird dies mit einer zügellosen
antipolnischen Hetze.
Erinnert sei hier, wie die Bundesregierung die Politik der
rechtsextremen „Deutschen Volksunion" (DVU) im neuen
Verfassungsschutzbericht des Bundes für das Jahr 1993 charakterisiert. Da
steht im Verfassungsschutzbericht über die Zeitungen „Deutsche
National-Zeitung" (DNZ) und „Deutsche Wochen-Zeitung/
Deutscher Anzeiger" (DWZ/DA), Sprachrohre der DVU: „Die
Zeitungen hielten an ihrer Forderung nach Verwirklichung eines ,
Großdeutschlands' fest. " Als Beleg wird dafür folgende Passage aus
der DWZ/DA angeführt: „In den nächsten anderthalb
Jahrzehnten wird sich in vier deutschen Gebieten, die jetzt noch fremder
Macht unterworfen sind, Entscheidendes tun, ob die Bonner
Etablierten wollen oder nicht: im nördlichen Ostpreußen (...), im
Sudetenland (...), im deutschbesiedelten Belgien (...), in
Südtirol (DWZ/DA 29/93, S. 5)". Weiter heißt es dann im
Verfassungsschutzbericht zur Politik der DVU: „Agitationspunkt war
erneut die Forderung nach Rückgabe des nördlichen Ostpreußens
an die Bundesrepublik Deutschland und ein Bemängeln fehlender
Rückgabeforderungen durch die Bundesregierung. " Als Beispiel
wird angeführt: „Tatsächlich sind alle Chancen, Ostpreußen
wieder deutsch zu besiedeln, gegeben. Aber während andernorts
in Europa künstliche (Staats-)Grenzen fallen und vieles neu
,gewogen' wird, betreiben derzeit Regierende in Deutschland
eine ,Vogel-Strauß-Politik', indem sie sich darauf fixieren, daß die
in Jalta und Potsdam von ,Siegermächten' des Zweiten
Weltkrieges verteilten Gewichte und die an Oder und Neiße
gezogene Linien Ewigkeitsbestand haben sollen (DNZ 4/93, S. 8)".
(Bundesministerium des Innern, Verfassungsschutzbericht 1993,
S. 44)
Vergleicht man diese zitierten Äußerungen der DVU-Zeitungen
mit den politischen Vorstellungen, die im „Ostpreußenblatt" zum
Tragen kommen, läßt sich eine weitgehende Identität feststellen.
Agitationsschwerpunkt ist auch hier die Forderung nach einem
„Großdeutschland", nach „Rückgabe der deutschen Ostgebiete",
sowie dem Kampf gegen das „System der Siegermächte von Jalta
und Potsdam".
Einige Beispiele mögen dies illustrieren; wobei angemerkt wird,
daß es sich hierbei nicht um vereinzelte Äußerungen handelt. Die
gesamte politische Ausrichtung des „Ostpreußenblattes" ist auf
die Rückgewinnung (nicht nur) des nördlichen Ostpreußens
orientiert.
Herbert Hupka: „Ist die Vertreibung nach 46 Jahren zum Recht
geworden? Ist die von Josef Stalin gezogene Grenzlinie an Oder
und Neiße nach 46 Jahren eine völlig zu Recht gezogene
Grenzlinie? Ist jetzt die Stunde des Schweigens, des willenlosen
Hinnehmens, des Sichabfindens angebrochen? Bestimmt nicht."
(Ostpreußenblatt, 27. Juli 1991)
Die Junge Landsmannschaft Ostpreußen: „Die Oder-Neiße-Linie
ist nicht das Ergebnis von Verhandlungen; es gibt weder einen
rechtlichen, noch einen moralischen, noch einen historischen Titel
für die Begründung. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker kam
hier nicht zur Anwendung." Ihre Forderung lautet: „Freies
Reisen, Niederlassungs- und Ansiedlungsfreiheit sollte allen
Menschen zuteil werden. All jene, welche sich zur deutschen Sprache
bekennen, darf deren Gebrauch nicht verwehrt oder unmöglich
gemacht werden." (Ostpreußenblatt, 4. Mai 1991)
Dieser unverschämten Anmaßung gegenüber dem polnischen
Staat folgt die unverschämte Hetze. Hier werden die Grundsteine
für die von Hupka geforderte praktizierte „entfachte Unruhe" der
Heimatvertriebenen gelegt.
Das geschieht auch durch Angebote rechtsextremer Sudelwerke
im „Ostpreußenblatt" wie etwa Werner Fuchs „Selbstzeugnisse
polnischen Eroberungswillens" aus dem neofaschistischen
„Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur".
Der Rechtsextremist Karl-Heinz Spiess schreibt und hetzt in
seinem Artikel „Ostpreußen an der Emscher" u. a. über das
Verhältnis der Deutschen und der Polen: „... Doch das ist nicht das
eigentliche Problem, sondern es lag und liegt immer an der
nachweislichen Intoleranz Polens, das 1920 die Russen von der
Weichsel zurück zur Oka expedierte, zeitweilig ukrainische
Gebiete okkupierte und 1939 sich so stark gegen Deutschland
exponierte, daß der Zweite Weltkrieg unvermeidbar wurde. (...)
Sprechen wir daher zutreffenderweise über die anscheinend
angeborene polnische Intoleranz seinen Nachbarn gegenüber. Ich
habe mich bemüht, in diesem Bericht deutlich die Toleranz
deutscherseits darzustellen, die bis heute nicht erwidert, sondern
überheblich ausgenutzt wurde — bis hin zum Bromberger
Blutsonntag. " Und drohend geht es weiter: „Heute steht Polen
wiederum im Begriff, die Fehler der Vergangenheit gegenüber den
deutschen Nachbarn zu wiederholen: Die im Land bis heute
zurückgehaltene und jahrzehntelang entrechtete deutsche
Minderheit weiß darüber zu berichten. Das nationalpolitische
Verhalten kann man somit auf einen einleuchtenden Nenner bringen:
Fast 75 Jahre Polen — und doch nicht weise." (Ostpreußenblatt,
11. Mai 1991)
Der Redakteur des „Ostpreußenblattes", Heckel, schreibt nach
einem Besuch in Görlitz drohend in Richtung der polnischen
Bevölkerung: „Die Oder-Neiße-Linie ist das Mahnmal des Verbrechens,
das zu ihr führte." Heckel meint natürlich nicht den Überfall Nazi
-
Deutschlands auf Polen, sondern das „Verbrechen der
Vertreibung" . Deswegen müssen für ihn auch die Polen Schuldgefühle
haben: „Was muß es für ein Gefühl für die Menschen sein, ihr Haus
zu betreten und zu wissen, daß es einst jemanden gestohlen wurde,
den man vertrieben, vielleicht umgebracht hat. Auch wenn die
heutigen Polen sicher nicht mehr für den Diebstahl verantwortlich
zu machen sind, wenn sie damals noch viel zu jung oder gar nicht
geboren waren, so leben auch sie in der stetigen Gewißheit, daß sie
ihre Anwesenheit in Görlitz einem gigantischen Raub verdanken."
(Ostpreußenblatt, 18. Mai 1991)
Erhard Bastek beklagt sich im „Ostpreußenblatt" darüber, daß im
ehemaligen Schlesien „polnischer Chauvinismus" aufkommt. Er
bezog seine Schlußfolgerung darauf, daß der polnische
Verteidigungsminister gegenüber Journalisten geäußert haben soll, daß er
in „Schlesien germanische Sentiments wiederaufleben" sieht.
Allein aus dieser Äußerung des polnischen
Verteidigungsministers zieht der Autor im „Ostpreußenblatt" den Schluß, daß dies
ein „starker Affront" gegen „Deutschland" sei, und daß die
deutsche Minderheit (ähnlich wie die Kurden im Iran) eigentlich die
USA um (militärischen) Beistand bitten müsse, weil Hilfe von der
Bundesregierung nicht zu erwarten sei. (Ostpreußenblatt,
31. August 1991) Bastek ist keineswegs ein verschrobener
Einzeltäter. Die hier offen vorgetragene Konsequenz, daß der
„Benachteiligung der deutschen Minderheit", dem „Raub der Heimat" der
ökonomische, politische, aber auch militärische Konter zu folgen
habe, durchzieht die Artikel im „Ostpreußenblatt" wie ein
brauner Faden.
Ausländerfeindliche Ausführungen im „Ostpreußenblatt"
Während für die deutschen Minderheiten in aller Welt alle
möglichen Freiheiten verlangt werden, wird im „Ostpreußenblatt"
ausländerfeindliche Propaganda bet rieben und Abschottung von
Flüchtlingen und Immigrantinnen und Immigranten gefordert.
Die ganze Programmatik des Rechtsextremismus wird hier
aufgeboten. Die Ängste vor „Überfremdung", vor „Flüchtlingsströmen"
wird mobilisiert und gleichzeitig versucht, die „nationale Identität
der Deutschen" herzustellen.
In Artikeln wird die „europäische Abwehrhaltung" gefordert,
oder positiv beschrieben. Sympathien zu der „Ausländer raus"
Politik des französischen Rechtsextremisten Le Pen sind
unübersehbar (vgl. Ostpreußenblatt, 24. August 1991, Frankreich: ,... zu
viel Araber!')
Backes/Jesse weisen mit Recht bezüglich dieser rassistischen
Programmatik darauf hin, daß von „Überfremdung" nur dann
geredet werden könne, „wenn ein Ideal der Rassereinheit
vorausgesetzt wird". Zu der Verwendung der Begrifflichkeit der
„nationalen Identität" in rechtsextremen und neu-rechten Kreisen
schreiben sie weiter: „,Identität' kann der einzelne nach dieser Logik
nur in seiner ,Ethnie' entwickeln, während die ,Ethnie' an der.
,Überfremdung' durch Individuen und Gruppen aus anderen ,
Ethnien' biologisch und kulturell verkommt. Die Konsequenz: Jede
,Ethnie' muß biologisch intakt gehalten werden, was vor allem
bedeutet, sie vor der ,Überfremdung' zu schützen. " (Backes/Jesse,
Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland,
Bonn 1993, Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische
Bildung, Bd. 272.)
Zur Untermauerung dieser ausländerfeindlichen Programmatik
werden die Theoretiker des Rassimismus im „Ostpreußenblatt"
herangezogen:
So schreibt der wegen seiner ausländerfeindlichen Tiraden in
seinem Buch „Sturm auf Europa" strafversetzte Manfred Ritter (in
der rechtsextremen Presse wird er deswegen hochgelobt!): „Wir
können jedoch nur unter zwei Übeln das für uns kleinere
auswählen, und dies war seit Anbeginn der Menschheit die Verteidigung
des eigenen ,Reviers' gegen die fremden Eindringlinge." Weiter
schreibt Ritter an anderer Stelle zum Abwehrverhalten: „Es wäre
daher naheliegend, sich nach Verbündeten umzusehen. Daß diese
in erster Linie bei den weißen Völkern zu finden sind, versteht
sich von selbst. " (Ostpreußenblatt, 27. Juli 1991)
Mit welchen Methoden die Flüchtlinge entmenschlicht werden,
demonstriert P. F. (vermutlich der „Ostpreußenblatt" -Redakteur
Peter Fischer): „Doch nicht nur die Führungsschichten der
Länder, aus denen Asylsuchende zu uns strömen, sind anzuprangern,
der Flüchtige befreit sich selbst von der jedem Menschen
auferlegten Pflicht, seinen Kampf ums Dasein würdevoll bestehen zu
können. Damit begibt er sich selbst in die Niederungen des
menschlichen Daseins, wird in seiner Entwurzelung und
Entfremdung von seinem Heimatboden zum beliebig manipulierbaren
Massentypus, der nie oder selten den Anschluß an die
Gepflogenheiten des Gastvolkes finden will oder kann, um schließlich mit
Haß auf die ungefragten Gastgebenden zu reagieren. " Für den
Autor ist nicht nur ausgemacht, daß die „Kriminalisierung unserer
Städte und Gemeinden sprunghaft auch und gerade durch die
Asylanten wächst" , er kritisiert auch — in Anspielung auf die NS
-
Verbrechen! — daß „in Bonn noch immer die einschlägigen
Schlachten von vorvorgestern über die
Vergangenheitsbewältigung geschlagen" werden, daß man deshalb „nicht dürfe, was
eigentlich vernünftig wäre, nämlich zu selektieren, ob es sich um
einen wirklichen politischen Führer einer auswärtigen
Oppositionsbewegung handelt ...". (Ostpreußenblatt, 24. August 1991)
Der schon erwähnte Manfred Ritter schreibt nach dem Pogrom
von Rostock-Lichtenhagen verständnisvoll: „Sind die Krawalle in
Rostock und zunehmend in anderen Städten und Kommunen
Deutschlands erst der Anfang einer zunehmenden
Radikalisierung? (...) Der offene oder zumindest versteckte Beifall großer
Volksgruppen, die normalerweise keinerlei Sympathie für Unruhe
und Gewalt haben, sollte für unsere Politiker ein ernsthaftes
Warnsignal sein. Auch dem einfachen Wahlbürger platzt
inzwischen offenbar der Kragen, wenn er sieht, wie Deutschland, das
mit der Wiedervereinigung große Probleme hat, von einer
Einwanderungslawine (...) überschwemmt wird, ohne daß man in
Bonn die Notbremse zieht. " Ritter fragt dann weiter, ob es die.
„Asyllobby" war, „die den Politikern über die wahre Stimmung
im Volk falsche Informationen lieferte, oder war es die
zunehmende Weltfremdheit und Volksferne unserer Abgeordneten in
Bonn, die sie daran hinderte, das Ausmaß der Verärgerung im
Volk über die jede Logik verhöhnende Asylpolitik zu erkennen?"
Ritter fordert von den Politikern die Abkehr von der „anormalen
Politik". (Ostpreußenblatt, 7. November 1992)
In einer vom „Ostpreußenblatt" selbstredend abgedruckten
Anzeige der „Deutschen Konservativen" mit dem Text „Kriminelle
Zigeuner - raus aus Deutschland" wird in volksverhetzender Art
und Weise ausgeführt: „Sie nennen sich Sintis oder Romas. Das
hört sich besser an als Zigeuner - ziehende Gauner. (...) Kriminelle
Zigeuner sind wie eine Heuschrecken-Plage über Deutschland
hergefallen. Sie nennen sich Aslyanten, sind aber durchweg
kriminell und kosten uns Milliarden. (...) Das Grundrecht auf Asyl muß
total gestrichen werden. Keine Frage: Asyl für wirklich Verfolgte.
Aber raus mit kriminellen Schein-Asylanten, Sozial-Touristen und
Zigeunern." (Ostpreußenblatt, 31. Oktober 1992) Wegen derlei
Äußerungen wurde übrigens der Vorsitzende der „Deutschen
Konservativen", Joachim Siegerist, von einem Hamburger Gericht
wegen Volksverhetzung verurteilt. Im „Ostpreußenblatt" übte
K. M. - vermutlich die Redakteurin K. Morawietz - mit dem
Verurteilten Solidarität. Vor dem Hintergrund der volksverhetzenden
Äußerungen, stellte sie empört fest, daß es dem Gericht „nicht
darauf" ankam, „ob Siegerists Behauptungen stimmten".
(Ostpreußenblatt, 30. April 1994) Die Redakteurin demonst riert damit, daß
sie absolut keine Vorstellung davon hat, was „Volksverhetzung"
ist. Oder will sie - etwa mit alten NS-Rassegutachten - belegen,
daß der „Zigeuner" doch ein „ziehender Gauner" ist?
Der schon wegen seiner Bewunderung für die offen vorgetragene
Relativierung des Holocaust vorgestellte Ullrich Hoppe, trägt
ebenso einen offenen Rassismus im „Ostpreußenblatt" vor. Über
den Fall des Apartheid-Regimes und die Einführung
demokratischer Verhältnisse in Südafrika schreibt er in einem Kommentar,
daß „viele Kenner der Verhältnisse auf dem schwarzen
Kontinent" immer wieder darauf aufmerksam gemacht haben, „daß ein
derartiges Verfahren die politische Mündigkeit vieler Schwarzer
überfordert". (Ostpreußenblatt, 30. April 1993)
Huldigung der preußischen Tugenden und damit verbundene
antidemokratische Vorstellungen
Im „Ostpreußenblatt" wird auch die Pflege des Preußentums
betrieben. Helmut Kamphausen bedauert den „erzwungenen
Abschied" vom Staat Preußen, der durch die „Siegerwillkür
verteufelt" wurde. Trotzig vermerkt Kamphausen: „die Idee lebt
weiter". Ja, im „Ostpreußenblatt" allemal. Die Auflösung des
Staates Preußens wurde durch den Kontrollratsbeschluß vom
25. Februar 1947 verfügt. In der Präambel wird festgestellt, daß
Preußen „seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in
Deutschland gewesen" sei. Von der Auflösung Preußens
versprachen sich die Alliierten u. a. die „Wiederherstellung des
politischen Lebens in Deutschland auf demokratischer Grundlage".
Gegen diesen Kontrollratsbeschluß läuft Kamphausen Sturm. Er
beklagt, daß man nicht nur ein „Wiedererstarken Mitteleuropas
gänzlich verhindert" hätte, sondern daß „man Preußen im
Nachhinein verteufelte". Durch „Umerziehung des deutschen Volkes"
wollte man „auch die Seele des besiegten Volkes zerstören".
Kamphausen singt das Hohelied auf den preußischen Staat und
die preußischen Tugenden: „Es war ein Vernunftstaat, Produkt
und Staatsräson, ohne Charme und Eleganz, aber unerhört
funktionstüchtig und leistungsstark. Er war immer Staat, nie Nation.
Seine Tugenden hießen Ehre und Treue; sein alle — vom König bis
zum letzten Tagelöhner — bindendes und als selbstverständlich
anerkanntes Gesetz war das der Pflichterfüllung für das Ganze.
(...) Preußen war ein Staat der Disziplin und des Gehorsams, der
Nüchternheit und Kühle, der zweckbestimmten Funktionalität
und der Sparsamkeit. " Preußen, umgeben von äußeren Feinden,
mußte „immer auf dem Posten sein. Alle Kräfte wurden auf die
Erhaltung, Sicherung und Fortentwicklung des Staates
konzentriert. " Kamphausen macht keinen Hehl daraus, daß er Anhänger
des „totalen Staates" ist, wenn er schreibt: „Preußen nahm jeden
in die Pflicht und forderte alle ganz. " (Ostpreußenblatt, Helmut
Kamphausen, Der erzwungene Abschied. Durch Siegerwillkür
verteufelt — die Idee lebt weiter, Februar 1994)
Kamphausen präsentiert damit ein Staats- und Politikverständnis,
das völlig im Widerspruch zur Demokratie und den
Individualrechten steht. Hier kommt eine völlig antiliberale und
antipluralistische Grundhaltung zum Tragen. Die Volksgemeinschaft ist
alles, der einzelne nichts.
Für den Politikwissenschaftler Wolfgang Gessenharter ist eine
derartige politische Einstellung zum Staat und zum Menschen
„der zentrale Ausgangspunkt der Neuen Rechten". Dieser ist „die
vorrangige Stellung des Kollektivs, der ,Gemeinschaft', des
,Staates' gegenüber dem Individuum. Hierin knüpft sie (die Neue
Rechte, Anm. U. J.) an ein grundsätzlich gegen Liberalismus,
Pluralismus und soziale Demokratie gerichtetes Politik- und
Verfassungsverständnis an". (Wolfgang Gessenharter, Kippt die
Republik? Die Neue Rechte und ihre Unterstützung durch Politik
und Medien, München 1994, S. 58)
Kamphausen würde diese Einschätzung wohl keineswegs
bestreiten, denn aus der Tatsache, daß er die Verfassung der
Bundesrepublik Deutschland ablehnt, macht er keinen Hehl: „In der
geplanten Umerziehung der Deutschen wurde deutlich, daß der
Zweite Weltkrieg in noch größerem Maße ein
Weltanschauungskrieg war als der Krieg 1914 bis 1918. (...)
Geschichtslosigkeit zeichnet die Deutschen in der
Bundesrepublik Deutschland aus. Sie repräsentieren eine
Konsumgesellschaft, die den Egoismus auf die Spitze get rieben hat. Vielleicht
nicht wissentlich, aber durch die Vertreter des Staates dazu
verführt. Die Tugenden Preußens: Pflichterfüllung und Akkuratesse
— also Genauigkeit bei allem was das Ganze angeht — ist heute, für
die Masse der Bevölkerung dieser Bundesrepublik Deutschland,
eine unzumutbare Selbstverpflichtung. Die preußische Idee, das
preußische Denken und Handeln ist bei der Gründung der
Bundesrepublik Deutschland von den damals Verantwortlichen
bewußt ausgeklammert worden. Das lag auch im Interesse der
Siegermächte." (Helmut Kamphausen, a.a.O.)
Ähnlich wie Kamphausen fühlt sich ebenfalls Erich Nietsch in
einem Artikel „Preußen verpflichtet" . Sein Credo: „Dem Staate zu
dienen, die letzte Kraft für ihn willig und freudig zu opfern,
jederzeit verantwortungsbewußt die Möglichkeiten zu erfassen,
die zu seiner Förderung beitragen könnten, ohne Rücksicht auf
Opfer und Leiden, die dem einzelnen daraus erwachsen könnten,
wurde die Bereitschaft, die der preußische Pflichtbegriff auslöste."
Der „Geist von Potsdam" der hier durchbricht, ist die Rückkehr in
die Zeit des (nicht einmal aufgeklärten) Monarchismus, ist der
Rückruf auf Untertanen, aber nicht auf Bürger. Von Demokratie
keine Spur. Es wundert nicht, daß der Autor hofft, daß die
Deutschen die Begeisterung, die Dichter wie Fichte und Arndt
auslösten, und die Ideenwelt eines Stein, Hardenberg und Scharnhorst
wiederfinden mögen, damit die Deutschen abermals die „Kraft
der Erhebung" finden und „sich von der Überfremdung" befreien
und „ihre politische Freiheit Deutsche in Deutschland zu sein"
wiedergewinnen. (Ostpreußenblatt, Erisch Nietsch, Der Geist von
Potsdam, 8. Januar 1994)
Der preußischen Traditionspflege fühlt sich das
„Ostpreußenblatt" sehr verpflichtet, beispielsweise dem preußischen
Schrifttum: Die neue Herausgabe der Zeitung „Altpreußische
Forschungen" aus der Zeit von 1924 bis 1943 als Rep rint wird breit
angepriesen. Auch oder gerade, weil diese Forschungen zur Nazi-Zeit
betrieben wurden, ist dies ein Grund, sie zur Lektüre zu
empfehlen und gleichzeitig einen Schlag gegen „die pauschale
Verurteilung von Forschung und Lehre der deutschen Geistes- und
Humanwissenschaften in der Zeit des Dritten Reiches" zu führen,
wie dies der jetzige „Ostpreußenblatt" -Redakteur Joachim Weber
in der Ausgabe vom 5. Januar 1991 tat. Obwohl die Herausgeber
1940 vermerkten: „Der Korridor, diese unseligste aller
geschichtswidrigen Erfindungen des Diktatfriedens von 1919, ist nicht
mehr ... " Weber schreibt heute dazu: „Eine Einschätzung, die von
vielen namhaften ausländischen Politikern geteilt wurde und die
auch dem Rezensenten vor dem geschichtlichen Hintergrund
zumindest verstehbar erscheint. " (Ostpreußenblatt, Joachim
Weber, Eine Lücke geschlossen, 5. Januar 1991)
Ein weiteres Beispiel erfolgt durch die Huldigung neu-rechter
Schriftsteller und Preußen-Forscher wie Wolfgang Venohr (vgl.
Ostpreußenblatt, Peter Fischer, Die Wiederkehr einer Idee,
2. Februar 1991).
Oder durch die Huldigung obskurer Vereine, wie dem
„Preußeninstitut" und der „Vereinigung Freistaat Brandenburg-Preußen
e. V.". Diese agitiert nach dem Motto: „Preußen, das ist nicht nur
die Bezeichnung eines Staates. Preußen, das ist Haltung und
Bewußtsein des einzelnen, daß es ohne Pflichten keine Rechte
geben kann." (vgl. Ostpreußenblatt, Helmut Kamphausen, Gibt es
bald wieder ein Land Preußen?, 2. Februar 1991)
„Ostpreußenblatt" gegen kulturellen Verfall der Gesellschaft und
für das Gedenken an große Deutsche
Das Mitglied der sudentendeutschen Landsmannschaft, Prof.
Richard W. Eichler, der seine Bücher auch im rechtsextremen
Grabert-Verlag publizieren läßt, führt im „Ostpreußenblatt" im
Namen Herbert Ammons den Kampf gegen diejenigen, die „die
Schuld der Väter am lautesten proklamieren" und gegen die
„Anti-Auschwitz-Schickeria" und plädiert mit dem neu-rechten
Chefdenker Armin Mohler für „das agonale (kämpferisch
strebende, d. Verf.) Denken und Fühlen". Und Eichler zitiert Mohler
weiter: „Es ist kein Zufall, daß gerade derjenige Menschentypus,
der durch die Jahrhunderte hindurch, aus der agonalen Sicht der
Wirklichkeit heraus, die großen Kulturen geschaffen hat, heute
mit allen Mitteln der Desinformation und der Wortverdrehung
geächtet wird. " Dieser Ansicht Mohlers schließt Eichler sich mit
einem „wie wahr" an. [Ostpreußenblatt, Von der Not der Kultur —
Die Deutschen müssen auch geistig gesunden (II) 5. Januar 1991]
Diese von Eichler so gelobte „agonale Sicht der Wirklichkeit"
Mohlers, veranlaßt den Politologen Professor Wolfgang
Gessenharter zu der Einschätzung, daß es sich bei Mohler um einen
„philosophischen Herrenmenschen" handelt. (Wolfgang
Gessenharter, Kippt die Republik? Die Neue Rechte und ihre
Unterstützung durch Politik und Medien, München 1994, S. 105)
Mit dem Regisseur Syberberg geht Richard W. Eichler gegen das
„Wischiwaschi der multikulturellen Gesellschaft" vor, da sie „zur
Beseitigung der Eigenwerte" führe und konstatiert mit dem
Herausgeber der rechtsextremen „Staatsbriefe", Hans-Dietrich
Sander, daß die geistige Auseinandersetzung mit den Argumenten
der Rechten seit längerem stattfindet. (Ostpreußenblatt, Der Fall
Syberberg, 16. Februar 1991)
Während des deutschen Faschismus wurde der Freikorpsmann
Albert Leo Schlageter, der von den Franzosen 1923 hinge richtet
wurde, zum nationalen Helden gemacht. Diese Ehrung wurde ihm
nach der Befreiung vom Faschismus nicht mehr zuteil. Lediglich
in kleinen rechtsextremen Verlagen und Zeitungen gedachte man
seiner. Im „Ostpreußenblatt" freilich auch. Harry Poley, aus dem
erweiterten Bundesvorstand der Landsmannschaft Ostpreußen,
bedauert: „Nach 1945 schleifen deutsche Behörden das an der
Hinrichtungsstätte auf der Golzheimer Heide errichtete
Gedenkkreuz. In West- und Mitteldeutschland soll kein Straßenname
mehr an den Freiheits- und Widerstandskämpfer erinnern. (...)
Am 30. Oktober 1937 lief als drittes der deutschen
Segelschulschiffe nach der ,Gorch Fock' und der ,Horst Wessel' die ‚Albert
Leo Schlageter' in Hamburg vom Stapel. Bis 1945 trug sie den
Namen des Kämpfers gegen die Fremdherrschaft über die Meere,
ehe sie von den Siegern des Zweiten Weltkrieges der
brasilianischen Marine übergeben wurde. Heute ist der Freiheitskämpfer,
der so jung sein Leben geben mußte, weitgehend vergessen."
(Ostpreußenblatt, Harry Poley, Erschossen auf Frankreichs Befehl,
22. Mai 1993)
Eintreten für die rechtsradikalen „Republikaner"
Unmittelbar nach dem Anschlag auf die Synagoge in Lübeck und
nachdem der Parteivorsitzende der rechtsradikalen
„Republikaner", Franz Schönhuber, den Vorsitzenden des Zentralrats der
Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, einen „Volksverhetzer"
genannt hatte, weil Bubis die „Republikaner" als geistige Urheber
des, Anschlags bezeichnet hatte, gerieten die „Republikaner"
politisch unter Druck und waren gesellschaftlich weitgehend
isoliert.
Doch nicht alle rückten von den „Republikanern" ab. Fürsprecher
fanden die „Republikaner" im „Ostpreußenblatt", was in dieser
zugespitzten Situation ein hohes Maß an Solidarität und
inhaltlichem Einklang offenbart. Im Leitartikel schrieb der Redakteur für
Politik und Zeitgeschehen, Hans Heckel: „Damit lag Ignatz Bubis
voll im Trend. Sämtliche Bonner Parteien ,wußten' schon am Tage
nach dem Lübecker Anschlag, wo die Schuldigen waren und — vor
allem — wer in den Augen der Öffentlichkeit hinter ihnen zu
stehen hat: die Republikaner. In Nordrhein-Westfalen soll ein
REP-Funktionär sogar an ausländerfeindlichen Ausschreitungen
beteiligt gewesen sein, was die Parteispitze versucht habe zu
vertuschen. Da soll es einen Zeugen geben. Dieser allerdings hat,
laut Nachrichtenmagazin ,Focus', seine Aussage mittlerweile
widerrufen. Doch es hilft alles nichts. Die Anti-REP-Front will sich
die Legitimation für ihren Kreuzzug nicht von lästigen Aussagen
und vorläufigen Ermittlungsergebnissen aufweichen lassen. " Daß
Hans Heckel nicht in die „Anti-REP-Front" gehört, das versteht
sofort, wer seine Artikel liest. Heckel fährt wenig später fort: „Den
Republikanern nun wird stets vorgeworfen, sie stünden nicht auf
dem Boden der Demokratie und wollten diese abschaffen.
Dagegen haben die Republikaner ihre loyale Haltung zur freiheitlich
-
demokratischen Grundordnung immer und immer wieder betont.
Keine Chance, man glaubt ihnen nicht. Statt dessen heftet man
ihnen die geistige Urheberschaft für ausländerfeindliche und
antisemitische Übergriffe an. " (Ostpreußenblatt, Hans Heckel,
Demokratie: Wer nur mit einem Flügel schlägt, 16. April 1994)
Breiten Raum findet im „Ostpreußenblatt" auch Klaus Kunze, um
die juristischen Auseinandersetzungen zwischen dem
Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und den
„Republikanern" um deren Parteistiftung darzulegen. Kunze führt aus:
„... So ein Wunderding von Stiftung wollten die Republikaner
auch gern haben und zum kalten Buffet der indirekten
Staatsfinanzierung vordringen — doch das ging nicht an! Republikaner,
fiel dem Ministerium 1993 urplötzlich ein, stünden ,im Verdacht'
der Verfassungsfeindlichkeit, und darum könnte ihre
Parteistiftung das Gemeinwohl gefährden. In ihrem Parteiprogramm,
ergänzte sein Beamter Wiek jetzt vor dem Verwaltungsgericht,
würden die Republikaner gar die Endgültigkeit der Oder-Neiße
-
Grenze ablehnen! Die gegenwärtigen Grenzen, so begab er sich
abwegig auf völkerrechtlich schlüpfriges Parkett, seien durch den
2+4-Vertrag endgültig und ewig unverrückbar festgeschrieben.
Schwerste außenpolitische Verwicklungen könnte es
heraufbeschwören — hier wurde seine Stimme besonders leise und
eindringlich —, wenn NRW die Stiftung einer Partei genehmige, die das nicht
anerkenne! Nicht nur die Republikaner sahen das ganz anders, und
als das Land in ihnen eine Gefahr für die Völkerverständigung sehen
wollte, konterten sie: Bewiese nicht schon der österreichische Paß
ihres bei der Verhandlung anwesenden designierten
Geschäftsführers der Schönhuber-Stiftung, wie sie sich um Völkerverständigung
bemühten?" (Ostpreußenblatt, 9. April 1994) Klar ist, daß Klaus
Kunze diesen Artikel nicht wegen seiner journalistischen
Fähigkeiten schreiben konnte. Hier geht Nachricht in Engagement für die
„Republikaner" über. Aber die Kennerin und den Kenner der Szene
wundert dies nicht, ist Kunze nicht nur Autor in der „Jungen
Freiheit", sondern auch Autor in der Parteizeitung „Der
Republikaner" . Zumindest 1989 war Klaus Kunze Landespressesprecher der
„Republikaner" in Niedersachsen und kandidierte 1990 auf der
Liste der „Republikaner" zu den Landtagswahlen.
Im „Ostpreußenblatt" vom 5. März 1994 beschwert sich ein H. T.
darüber, daß in Baden-Württemberg die „Schlammschlacht"
begonnen hat, daß der Innenminister zum „Propagandasturm auf
Republikaner" bläst. In einer vom Innenministerium in Auftrag
gegebenen Ausstellung werden die „Republikaner" mit
„rechtsextremen Brandstiftern in einem Topf verrührt" . H. T. beklagt, daß
dem Fraktionsvorsitzenden der „Republikaner" im Landtag
„nicht einmal das allen anderen Fraktionen zugestellte Schreiben
hinsichtlich der ,Ausstellung' vom Innenminister gesandt
worden" ist.
Auch wenn der Autor des „Ostpreußenblattes", Helmut
Kamphausen, sich nicht explizit für die Wahl der einen oder anderen
neofaschistischen Gruppierung anläßlich des ,Superwahljahres
1994' ausspricht, so wird seine rechtsextreme Gesinnung und
demokratiefeindliche Haltung doch überaus deutlich. Auch
Kamphausen kann auf eine entsprechende rechtsextreme
Karriere zurückblicken. Er war u. a. Autor in der neurechten Zeitung
„Criticón", Buchautor im rechtsextremen Arndt-Verlag, unterhielt
Beziehungen zum Bund Heimattreuer Jugend, war Referent beim
rechtsextremen „Norddeutschen Forum" und Chefredakteur des
REP-nahen Deutschlandbriefs". Kamphausen schreibt im
„Ostpreußenblatt" : „Ähnlich wie in der Sowjetunion das Regime
zuletzt an der Lebenswirklichkeit von Völkern und Menschen
scheiterte (...), scheint es nun auch der Bonner
Parteiendemokratie zu gehen. Das eigene Volk gilt ihm wenig und ist in seiner
Eigenschaft als Abstammungsgemeinschaft für viele handelnde
Politiker augenscheinlich eine Belastung. (...) Man gewinnt
immer deutlicher den Eindruck als wollten sich die Deutschen nun
selbst abschaffen. Nach außen in der Preisgabe jeder
Eigenständigkeit zugunsten der ,Europaidee', im Innern durch die
Zerstörung jeder nationalen Homogenität mit Hilfe der ,multikulturellen
Gesellschaft'. Das westdeutsche Mediensystem, aus der schon
eindeutig ausgerichteten ,Umerziehungsschule' der
Besatzungsmächte hervorgegangen und von Anfang an mit dem westlichen
Parteiensystem verwoben (...), dient sowohl der
Herrschaftssicherung der etablierten Parteien als auch der Propagierung eines
antinationalen Daseins der Deutschen." An anderer Stelle des
Artikels schreibt Kamphausen drohend im Sinne rechter
Mobilmachung: „Gefährliche Ausmaße nimmt geradezu naturnotwendig
die Entwicklung im Innern an, wenn die negativen Folgen der
westdeutschen Vereinigungspolitik mit den Konsequenzen aus
einer grenzenlosen Asylantenpolitik zusammentreffen. Dadurch
könnte die Bundesrepublik auf eine innere Destabilisierung
zutreiben. " Darunter versteht Kamphausen u. a.: „Die Entschlossenheit
innerhalb der deutschen Jugend zu anderen Mitteln zu greifen, da
problemgerechte Lösungen nicht gewünscht sind und eine
grundgesetzkonforme, d. h. systemimmanente Oppositionsbildung
offenkundig unmöglich gemacht wird, wird zunehmen. Die Mehrheit
wird sich nicht damit abfinden, daß die eigene Heimat, daß
Deutschland von einem nicht mehr abwählbaren, zunehmend
gesinnungstotalitäre Züge annehmenden Herrschaftssystem zum
Drogendealer-, Scheinasylanten- und Kriminellen-Sammelplatz
einer ganzen Welt erniedrigt wird." (Ostpreußenblatt, Helmut
Kamphausen, Das Bonner Parteiensystem, 16. April 1994)
Für die hier vorliegende kleine Anfrage wurden einige Ausgaben
des „Ostpreußenblattes" auf ihre rechtsextreme inhaltliche
Ausrichtung, eine Zusammenarbeit mit Rassisten und
Rechtsextremisten und rechtsextremen Organisationen, sowie auf eine
Besprechung und Werbung für rechtsextreme Verlage, Bücher,
Zeitungen etc. untersucht. Die Untersuchung bezog sich u. a. auf
einen Zeitraum vom 4. August 1990 bis zum 15. September 1990
sowie vom 1. Januar 1991 bis 31. August 1991 (diese beiden
Zeiträume wurden gewählt, weil das „Ostpreußenblatt" in dieser
Zeit weiterhin aus Mitteln des Bundeshaushaltes gefördert wurde
und die Bundesregierung keine ausreichenden Anhaltspunkte für
rechtsextreme Bestrebungen erkennen konnte). Ferner wurden
stichprobenartig die Ausgaben vom 31. Oktober 1992 bis zum
14. November 1992, vom 24. April 1993 bis zum 26. Juni 1993
sowie vom 8. Januar 1994 bis zum 28. Mai 1994 herangezogen.
Die hier angeführten Fakten erheben keineswegs den Anspruch
auf Vollständigkeit, sondern sollen nur ausschnittsweise einen
Eindruck über das ungefähre Ausmaß der rechtsextremen
Durchdringung dieser Vertriebenenzeitung illustrieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Würde die Bundesregierung die im Vorspann zu dieser
Kleinen Anfrage angeführten Textpassagen aus dem
„Ostpreußenblatt" auch als rechtsextrem einstufen?
2. Ist der Bundesregierung bekannt, daß es sich bei diesen
wiedergegebenen Textpassagen aus dem „Ostpreußenblatt" nur
um wenige Beispiele von rechtsextremen Äußerungen
handelt, daß sie jedoch die gesamte Ausrichtung des
allgemeinpolitischen Teils des „Ostpreußenblattes" widerspiegeln?
3. Würde die Bundesregierung zustimmen, daß allein die
zitierten Äußerungen, besonders die zur „Kriegsschuldlüge" und
zur Leugnung des Ausmaßes des Holocaust — vor allem vor
dem Hintergrund des Anschlages auf die Lübecker
Synagoge — ausreichen müßten, um sofort dem „Ostpreußenblatt"
und der herausgebenden Landsmannschaft Ostpreußen
sämtliche finanzielle und politische Förderung zu entziehen?
Wenn nein, wieso nicht?
4. Aufgrund welcher sorgfältigen Prüfungen konnte die
Bundesregierung feststellen, daß es sich bei den im Vorspann zur
Kleinen Anfrage „Rechtsextremismus und das
Publikationsorgan ,Ostpreußenblatt" (Drucksache 12/667) angegebenen
Fakten um „Unterstellungen" (Drucksache 12/864) handelte,
und würde die Bundesregierung diese Ansicht heute immer
noch vertreten?
Wenn ja, wie begründet sie dies?
5. Welche Ausgaben des „Ostpreußenblattes" hatte wer für die
Bundesregierung für die Beantwortung dieser Anfrage
(Drucksache 12/667) verantwortlich geprüft?
6. Hat die Bundesregierung die im Vorwort der Kleinen Anfrage
(Drucksache 12/667) aufgeführten Fakten über eine
Zusammenarbeit des „Ostpreußenblattes" mit Rechtsextremisten,
rechtsextremen Verlagen und die Durchdringung des
„Ostpreußenblattes" mit rechtsextremen Inhalten als
Anhaltspunkte zur Prüfung auf Bestrebungen im Sinne der §§ 3,
4 BVerfSchG genommen und dieses Vertriebenenorgan
ausgewertet?
a) Wenn ja, zu welchen Ergebnissen ist sie bei dieser Prüfung
gekommen?
b) Wenn nein, wieso nicht und auf wessen Veranlassung hin
unterblieb sie?
7. Hat die Bundesregierung die in der Veröffentlichung von
Dieter Bingen, „Das Gebiet Kaliningrad (Königsberg):
Bestandsaufnahme und Perspektiven — Deutsche Ansichten
(II) ", 1993, enthaltenen neuen Hinweise über die mangelnde
Abgrenzung des „Ostpreußenblattes" zum rechtsextremen
Spektrum als Anhaltspunkt zur Prüfung auf Bestrebungen im
Sinne der §§ 3, 4 BVerfSchG genommen und dieses
Vertriebenenorgan ausgewertet?
a) Wenn ja, welche Ergebnisse hatte diese Prüfung?
b) Falls es zu keiner Prüfung kam, wieso und auf wessen
Veranlassung unterblieb auch nach diesen neuerlichen
Hinweisen (nun aus den wissenschaftlichen Forschungen
des Bundesinstituts für ostwissenschaftliche und
internationale Studien) eine Prüfung des „Ostpreußenblattes"?
8. Würde die Bundesregierung sagen, daß Dieter Bingen nur
aufgrund unse riöser Forschungen zu der Aussage über die bei
den „organisierten Vertriebenen" und beim
„Ostpreußenblatt" festzustellende „Unschärfe bei der Abgrenzung vom
rechtsextremen Spektrum" kommen konnte?
9. Ist der Bundesregierung bekannt, daß folgende rechtsextreme
Autoren im „Ostpreußenblatt" schreiben bzw. folgende im
„Ostpreußenblatt" erschienenen Artikel rechtsextreme
Inhalte haben:
* Hans Heckel, Weltkrieg: Deutsche Opfer meist
verschwiegen (Ostpreußenblatt, 4. August 1990)
* Karl Breyer, Südafrika: Blutiger Machtkampf
(Ostpreußenblatt, 11. August 1990)
* Alfred Schickel, Geschichtskorrektur: Edward VIII: Nach
den Bahamas verbannt? (Ostpreußenblatt, 11. August 1990)
* H. W. (das ist Hugo Wellems), Ein Alptraum für deutsche
Politiker? (Ostpreußenblatt, 25. August 1990)
* Hans Peter Rullmann, Jugoslawien: Größte Fehlinvestition
seit Kriegsende (Ostpreußenblatt, 25. August 1990)
* Karl-Heinz Spiess, Kloster Pelplin: Ein deutsches
Kulturzentrum (Ostpreußenblatt, 25. August 1990)
* Joachim Weber, Rußlandfeldzug: Präventivschlag oder
Überfall? Thesen von deutscher Aggression sind widerlegt
(I) (Ostpreußenblatt, 25. August 1990)
* Karl-Heinz Spiess, Uran-Bergbau kostete Menschenleben
(Ostpreußenblatt, 1. September 1990)
* Joachim Weber, Rußlandfeldzug: Präventivschlag oder
Überfall? Thesen von deutscher Aggression sind widerlegt
(II) (Ostpreußenblatt, 1. September 1990)
* Joachim Weber, Sowjetunion: Rußlanddeutsche hoffen auf
Jelzin (Ostpreußenblatt, 8. September 1990)
* Alfred Schickel, Vor 70 Jahren: Warschaus Truppen mar
-
schierten bis Kiew (Ostpreußenblatt, 8. September 1990)
* H. W., Freie Bahn für Wahrheit und Recht (Ostpreußenblatt,
8. September 1990)
* Alfred Schickel, Zeitgeschichte: Roosevelt und die
katholischen Bischöfe (Ostpreußenblatt, 15. September 1990)
* Joachim Weber, Eine Lücke geschlossen (Ostpreußenblatt,
5. Januar 1991)
* Albrecht Jebens, Völkerfrühling (Ostpreußenblatt,
5. Januar 1991)
* Prof. Richard W. Eichler, Von der Not der Kultur, Teil 2
(Ostpreußenblatt, 5. Januar 1991)
* Alfred Schickel, Vertriebene versagten sich teilweise (Ost
-preußenblatt, 12. Januar 1991)
* Klaus Kunze, Kuweit und das deutsche Interesse
(Ostpreußenblatt, 12. Januar 1991)
* Alfred Schickel, Kann Bush ohne Kongreß eingreifen?
(Ostpreußenblatt, 19. Januar 1991)
* Uwe Greve, Kunststaat voller Kulturreichtum
(Ostpreußenblatt, 19. Januar 1991)
* Hans Peter Rullmann, Fluchtburg für schwarze Schafe der
SU (Ostpreußenblatt, 26. Januar 1991)
* Michael Paulwitz, Eine deutsche Provinz im Zeitenwandel
(Ostpreußenblatt, 26. Januar 1991)
* Joachim Weber, Etikettenschwindel um die vernachlässigte
Geopolitik (Ostpreußenblatt, 26. Janaur 1991)
* Alfred Schickel, F. D. Roosevelts Weg in den Krieg
(Ostpreußenblatt, 2. Februar 1991)
* Helmut Kamphausen, Gibt es bald wieder ein Land
Preußen? (Ostpreußenblatt, 2. Februar 1991)
* Michael Paulwitz, Prophet und Patriarch (Ostpreußenblatt,
16. Februar 1991)
* Hans Peter Rullmann, Rehabilitierung der Volksdeutschen
(Ostpreußenblatt, 16. Februar 1991)
* Prof. Richard W. Eichler, Der Fall Syberberg
(Ostpreußenblatt, 16. Februar 1991)
* Helmut Kamphausen, Deutsche Haltungsschäden traten
zutage (Ostpreußenblatt, 2. März 1991)
* Hans Heckel, Das umgedrehte Deutschland
(Ostpreußenblatt, 9. März 1991)
* Karl Breyer, Südafrika: Der letzte weiße Treck
(Ostpreußenblatt, 16. März 1991)
* Alfred Schickel, Rätsel um Heß (Ostpreußenblatt, 23. März
1991)
* A. S. (vermutlich Alfred Schickel), Polens Landhunger war
Keim neuer Krisen (Ostpreußenblatt, 23. März 1991)
* Claus P. Clausen, SWAPO- Kämpfer bedrohen Bevölkerung
(Ostpreußenblatt, 23. März 1991)
* Prof. Klaus Hornung, Gestoppte Dampfwalzen der
Ideologien (Ostpreußenblatt, 13. April 1991)
* Alfred Schickel, Macht zählebiger Kriegsversionen
(Ostpreußenblatt, 13. April 1991)
* Helmut Kamphausen, Soldaten zweier Klassen?
(Ostpreußenblatt, 20. April 1991)
* Helmut Kamphausen, Jugoslawien — eine neue Aufgabe für
Wien? (Ostpreußenblatt, 20. April 1991)
* Karl Breyer, Verspielt Südafrika seine letzte Chance?
(Ostpreußenblatt, 27. April 1991)
* Alfred Schickel, Roosevelt: ,Schwarze Listen'
(Ostpreußenblatt, 4. Mai 1991)
* Hans Peter Rullmann, Asylbewerber zwischen Not und
Betrug (Ostpreußenblatt, 4. Mai 1991)
* Michael Prymelski, Müssen die Deutschen weiter zahlen?
(Ostpreußenblatt, 11. Mai 1991)
* Karl Breyer, Maputo gleicht dem verkommenen Paradies
(Ostpreußenblatt, 11. Mai 1991)
* Karl-Heinz Spiess, Ostpreußen an der Emscher
(Ostpreußenblatt, 11. Mai 1991)
* Alfred Schickel, Zweiter Weltkrieg: Doch Roosevelt hielt
weiter zu Stalin (Ostpreußenblatt, 18. Mai 1991)
* Helmut Kamphausen, Vor der Entscheidung
(Ostpreußenblatt, 15. Juni 1991)
* Hans Heckel, Kreta 1941: Wer nennt die Schuld der
anderen? (Ostpreußenblatt, 15. Juni 1991)
* Ansgar Graw, ,Unternehmen Barbarossa': Abschied von
der Volkspädagogik (Ostpreußenblatt, 22. Juni 1991)
* Alfred Schickel, ,Unternehmen Barbarossa': Der Anfang
vom Ende (Ostpreußenblatt, 22. Juni 1991)
* Pastor Peter Voss, Volkswerdung: Die beste Arznei ist die
Selbstbestimmung — Die schwer erschütterte nationale
Identität der Deutschen muß erst neuerlich hergestellt
werden (Ostpreußenblatt, 22. Juni 1991)
* Ansgar Graw, Flog Rudolf Hess in eine Falle?
(Ostpreußenblatt, 22. Juni 1991)
* Dr. Harald Rüddenklau, Alternative Allianzen — Hitler,
Stalin und der Westen im Ringen um Europa (I)
(Ostpreußenblatt, 6. Juli 1991)
* Dr. Harald Rüddenklau, Alternative Allianzen — Hitler,
Stalin und der Westen im Ringen um Europa (II)
(Ostpreußenblatt, 16. Juli 1991)
* Hans Peter Rullmann, Gesinnungskurven der ,
Ordnungsmächte' (Ostpreußenblatt, 13. Juli 1991)
* Karl-Heinz Spiess, Als Agram noch nicht Zagreb hieß .. .
(Ostpreußenblatt, 13. Juli 1991)
* Hans Peter Rullmann, Eagleburger und diverse EG-Gelder
(Ostpreußenblatt, 20. Juli 1991)
* Manfred Ritter, Der Feldzug der Armut (Ostpreußenblatt,
27. Juli 1991)
* Ernst Arndt, Symbol der Nation (I) (Ostpreußenblatt,
3. August 1991)
* Ernst Arndt, Symbol der Nation (II) (Ostpreußenblatt,
10. August 1991)
* Alfred Schickel, Washingtons heimlicher Krieg gegen
Japan (Ostpreußenblatt, 10. August 1991)
* Helmut Kamphausen, ,Vom Sinn preußischer Tugenden'
(Ostpreußenblatt, 17. August 1991)
* P. F. (vermutlich Peter Fischer), Die Pflicht zur
Entscheidung (Ostpreußenblatt, 24. August 1991)
* Werner Mühlbradt, Rückbesinnung: Wo bleibt denn
eigentlich das ,Reich'? (Ostpreußenblatt, 24. August 1991)
* Dr. Alfred Schickel, Gescheiterte Strategie: ,Berlin 400 km
westlich verlegen' (Ostpreußenblatt, 24. August 1991)
* Dr. Alfred Schickel, ,Deutschland-Lied' hat 150. Geburtstag
(Ostpreußenblatt, 31. August 1991)
* Michael Prymelski, Winston Churchill: Ketzerisches über
eine Legende (Ostpreußenblatt, 31. August 1991)
* Manfred Ritter, Böses Erbe verfehlter Asylpolitik
(Ostpreußenblatt, 7. November 1992)
* Helmut Kamphausen, Die myste riöse Macht des Manfred
Stolpe (Ostpreußenblatt, 14. November 1992)
* Harry Poley„... mit seiner Selbstachtung eins werden' —
Hellmut Diwalds schonungslose Abrechnung mit den
Umerziehern (Ostpreußenblatt, 24. April 1993)
* Hans Heckel, Cannstatter FDP-Chef wehrt sich — Manfred
Roth hörte Republikanern zu: Partei entzog Mitgliedsrechte
(Ostpreußenblatt, 1. Mai 1993)
* H. T., Kommentar: Verständigung erschwert
(Ostpreußenblatt, 1. Mai 1993)
* Stalins Kriegsplan enthüllt — Russischer Histo riker erhellt
Hintergründe von ,Unternehmen Barbarossa'
(Ostpreußenblatt, 1. Mai 1993)
* Joachim F. Weber, Hamburg: ,Ziel ist nationale
Selbständigkeit — Reinhard Uhle-Wettler kritisiert die Politik
etablierter Bonner Parteien (Ostpreußenblatt, 8. Mai 1993)
* Manfred Ritter, Siegt 1994 die ,Nichtwählerpartei'?
(Ostpreußenblatt, 15. Mai 1993)
* Jan Bremer, Blockflöten West? (Ostpreußenblatt, 15. Mai
1993)
* Harry Poley, Erschossen auf Frankreichs Befehl — Vor 70
Jahren starb Albert Leo Schlageter (Ostpreußenblatt,
22. Mai 1993)
* H. T., Stuttgart: Der Brief war eine Fälschung — Attacke
gegen ,Haus der Heimat' -Leiter Reich
zusammengebrochen (Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* Hans Heckel, CDU: Bangen um Mehrheitsfähigkeit —
Mayer-Vorfelder nur noch ,derzeit' gegen Koalition mit
Republikanern (Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* Alfred Schickel, Die ,Fünfte Kolonne' der Revolution
(Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* Hans-Joachim Mischke, Die Umerziehung gestern und
heute (Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* Vorhut im Parlament (Ostpreußenblatt, 5. Juni 1993)
* Alfred Schickel/J. F. W. (vermutlich Joachim F. Weber), Sein
Vermächtnis Verpflichtung für die Deutschen. Größter
deutscher Histo riker der Gegenwart — Zum Tode von Prof.
Hellmut Diwald (Ostpreußenblatt, 12. Juni 1993)
* Peter Campioni, Zeitgeschichte: Nationalbewußtsein völlig
austreiben — Empfehlungen eines smarten Professors der
Havard-Universität im Jahre 1943 (Ostpreußenblatt,
12. Juni 1993)
* H. W., Die ,deutsche Bestie' ist ein Phantom
(Ostpreußenblatt, 12. Juni 1993)
* Volkmar Oesterle, Der Schuldkomplex und die Folgen.
Wenn die Dämme brechen — Eine Nation zersetzt sich selbst
(Ostpreußenblatt, 19. Juni 1993)
* M. D., Dr. Alfred Schickel wurde 60 Jahre — Suche nach
historischer Wahrheit ist zur Lebensaufgabe geworden
(Ostpreußenblatt, 19. Juni 1993)
* Jan Bremer, Italien: Signal an Euro-Zentralisten. Sieg der
,Lega Nord': Die Gleichmacherei provoziert Spaltung
(Ostpreußenblatt, 19. Juni 1993)
* Helmut Kamphausen, Versailles ohne Krieg? Einige
Hintergründe zum Vertrag von Maastricht (Ostpreußenblatt,
26. Juni 1993)
* E. Roschinski, Volksmeinung: ,Betrachten wir mal meinen
Fall' (Ostpreußenblatt, 26. Juni 1993)
* Alfred Schickel, Churchill wußte die Wahrheit über Katyn
(Ostpreußenblatt, 26. Juni 1993)
Alfred Schickel, ,Ich bin ein Berliner!' (Ostpreußenblatt
26. Juni 1993)
* Erich Nietsch, Der Geist von Potsdam — Warum wir Preußen
verpflichtet bleiben (Ostpreußenblatt, 8. Januar 1994)
* Alexander Evertz, Evangelische Kirche und
Nationalbewußtsein (Ostpreußenblatt, 15. Januar 1994)
* H. T., Versammlungsfreiheit: Kein Saal für die
Republikaner (Ostpreußenblatt, 15. Januar 1994)
* Hans Heckel, Rumpfdeutschland erneut spalten?
Nationaler Selbsthaß treibt neue Blüten: Neueste Phanatasien zur
Abschaffung unseres Landes (Ostpreußenblatt, 29. Januar
1994)
* Alfred Schickel/P. F., Krieg für alle Zukunft ausschließen —
Vor 60 Jahren schlossen das Deutsche Reich und die
Republik Polen eine Nichtangriffsvereinbarung
(Ostpreußenblatt, 29. Januar 1994)
* Hans Peter Rullmann, Der Drang zum ,serbischen Meer'
(Ostpreußenblatt, 29. Januar 1994)
* Alois Bude, Polen: Erde ist eine sich drehende Kugel
(Ostpreußenblatt, 5. Februar 1994)
* Hans Georg Prager, Täter und Opfer vertauscht — Wie
Chaoten und einige Politiker ein Nationalsymbol in Verruf
bringen (Ostpreußenblatt, 5. Februar 1994)
* Hans Peter Rullmann, Belgrad droht noch immer mit
Überfall (Ostpreußenblatt, 12. Februar 1994)
* Agnes Harder, Natur (Ostpreußenblatt, 12. Februar 1994)
* H. T., Luftkrieg: Alliierte begingen Völkermord — Vortrag:
,Deutsche und englische Ang riffe nicht vergleichbar'
(Ostpreußenblatt, 19. Februar 1994)
* Alfred Schickel, Mit blinder Vernichtungswut — Die
sinnlose Zerstörung des Klosters Monte Cassino vor 50 Jahren
(Ostpreußenblatt, 19. Februar 1994)
* P. F. (das ist Peter Fischer), Nördliches Ostpreußen: ,
Bemühungen um Rückgabe unterstützen' — Straßburg fabrizierte
einen Antrag über Ostprovinz/Parlamentarier: Allein
deutsche und russische Angelegenheit (Ostpreußenblatt,
19. Februar 1994)
* Peter Fischer, Die ,Faschismus-Keule' ist längst hohl
(Ostpreußenblatt, 26. Februar 1994)
* W. v. G., Endlich Bekennermut (Ostpreußenblatt,
19. Februar 1994)
* Helmut Kamphausen, ,Preußenverbot' am 25. Februar
1947: Der erzwungene Abschied. Durch Siegerwillkür
verteufelt — die Idee lebt weiter (Ostpreußenblatt, 26. Februar
1994)
* Peter Fischer, Parteienkrisen: Die Lebensfragen unserer
Nation lösen (Ostpreußenblatt, 26. Februar 1994)
* H.T., Baden-Württemberg: Die Schlammschlacht hat
begonnen. Innenminister bläst zum Propagandasturm auf
Republikaner (Ostpreußenblatt, 5. März 1994)
* Manfred Ritter, Wahljahr 1994: Die bisherigen Strukturen
beginnen zu bröckeln (Ostpreußenblatt, 5. März 1994)
* Joachim F. Weber, Im Felde unbesiegt geblieben. Vor
dreißig Jahren starb General Paul v. Lettow-Vorbeck, der ,Löwe
von Afrika' (Ostpreußenblatt, 5. März 1994)
* Klaus Müller, Benesch, London und die Vertreibung. Der
Exilpolitiker spielte dem Bolschewismus in die Hände — die
Briten stimmten zu (Ostpreußenblatt, 12. März 1994)
* Hans-Joachim von Leesen, Kiel: ,Deutsche sind hinterhältig
und feige'. Plakatausstellung leistet einen zweifelhaften
Beitrag gegen Gewalt und Fremdenhaß (Ostpreußenblatt,
19. März 1994)
* H. W. (das ist Hugo Wellems), Erlöst und vernichtet
zugleich ... (Ostpreußenblatt, 26. März 1994)
* Helmut Kamphausen, ,Skandalöser Mißbrauch des
Gastrechts' (Ostpreußenblatt, 26. März 1994)
* Helmut Kamphausen, Zeitgeschichte: ,... sie wissen nicht,
was sie tun'. Militärgeschichtliches Forschungsamt
bezweifelt mit dünnen Argumenten Bombenopfer von Dresden
(Ostpreußenblatt, 2. April 1994)
* Peter Fischer, Neuorientierung: Wohin driftet Deutschland?
Über ein denkwürdiges Buch und die Lage unseres Volkes
(Ostpreußenblatt, 9. April 1994)
* Hans Heckel, Vergangenheit: Abwälzen ist eben doch viel
leichter. Die deutsche Geschichte gerinnt zur Müllkippe
internationaler Verdrängung (Ostpreußenblatt, 9. April
1994)
* Michael Paulwitz, Goethe wider Willen. Zweimal Halley
und fast ein Jahrhundert: Ernst Jünger ist 99
(Ostpreußenblatt, 9. April 1994)
* Hans Heckel, Demokratie: Wer nur mit einem Flügel
schlägt. Politisches Gleichgewicht — Basis unserer
Grundordnung (Ostpreußenblatt, 16. April 1994)
* Helmut Kamphausen, Allianzen: Der Nordatlantik-Pakt
wurde 45 Jahre. ,Ein Bündnis, um die Amerikaner drinnen,
die Russen draußen und die Deutschen niederzuhalten'
(Ostpreußenblatt, 16. April 1994)
* Helmut Kamphausen, Das Bonner Parteiensystem. Eine
kritische Betrachtung zum ,Superwahljahr' 1994
(Ostpreußenblatt, 16. April 1994)
* Alois Bude, Recht: Darf Ost-Deutschland ,verraten'
werden? BVG 1973: Kein Verfassungsorgan darf die
Wiederherstellung der Einheit als politisches Ziel aufgeben
(Ostpreußenblatt, 16. April 1994)
* Helmut Kamphausen, Stendal: Des Reichskanzlers Geist in
der Altmark (Ostpreußenblatt, 23. April 1994)
* Alfred Schickel, Erinnerung: Die folgenreiche Täuschung
Deutschlands. Vor 75 Jahren übergaben die Siegermächte
des Ersten Weltkrieges den ,Versailler Vertrag'
(Ostpreußenblatt, 23. April 1994)
* Ullrich Hoppe, Südafrika: Ein Anfang am Kap?
(Ostpreußenblatt, 30. April 1994)
* Claudia Schute, Abschied von deutscher Ersatzidentität.
Ein Sammelband gegen die Zwangsjacke Maastricht — für
ein Europa der Vielfalt (Ostpreußenblatt, 30. April 1994)
* K. M., Prozeß: ,Darf man das nicht mehr sagen?' Journalist
wurde in Hamburg wegen Volksverhetzung verurteilt
(Ostpreußenblatt, 30., April 1994)
* Hans Heckel, Oberschlesien: Deutsche haben Angst.
Radikaler Mob macht sich über Volksgruppe her
(Ostpreußenblatt, 21. Mai 1994)
* Hans Heckel, Europawahl: Bonner Populisten. Warum klärt
die Deutschen niemand über Maast richt auf?
(Ostpreußenblatt, 28. Mai 1994)
* Peter Fischer, Von zukünftigen deutschen Dingen
(Ostpreußenblatt, 28. Mai 1994)
* H. K., Berlin Preußen als ,Kraftquelle der Nation'
(Ostpreußenblatt, 28. Mai 1994)
* A. Th., Bundesverfassungsgericht: Indizierung eines
Buches aufgehoben. Artikel 5 des Grundgesetzes deckt
,Geschichtsinterpretationen' ab (Ostpreußenblatt, 28. Mai
1994)
* Jan Bremer, das Neuste: Faschismus ,differenziert' sehen.
Fazit einer Debatte: Nur ,deutsche' Despoten sind wirklich
böse (Ostpreußenblatt, 28. Mai 1994)
* Alfred Schickel, Das Pokerspiel feindlicher Freunde.
50-Jahr-Jubelfeier der Normandie-Invasion verdeckt
Vorgeschichte (Ostpreußenblatt, 28. Mai 1994)?
10. Ist der Bundesregierung bekannt, daß für folgende Bücher von
rechtsextremen Autoren, aus rechtsextremen Verlagen bzw.
mit rechtsextremen Inhalten im „Ostpreußenblatt" geworben
wurde:
* Frans Beekmann, Sturmangriff aus der Luft, Vowinckel
-
Verlag (Ostpreußenblatt, 4. August 1990)
* Breyer/Koop, Die Deutsche Kriegsmarine 1935 bis 1945,
Podzun-Pallas-Verlag (Ostpreußenblatt, 4. August 1990)
* Michael Damböck, Das deutsche Jahr in Brauchtum, Sage
und Mythologie, Verlag Michael Damböck
(Ostpreußenblatt, 4. August 1990)
* Johann Huber, So war es wirklich. Das letzte Jahr an der
Ostfront, Vohwinckel-Verlag (Ostpreußenblatt, 4. August
1990)
* Heinrich Lummer, Standpunkte eines Konservativen,
Sinus-Verlag (Ostpreußenblatt, 4. August 1990)
* Ulrich Stern (Hrsg.), Die wahren Schuldigen am Zweiten
Weltkrieg, FZ-Verlag (Ostpreußenblatt, 4. August 1990)
* Hans Wahls, Die Drachensaat. Das kollektive Unbewußt
-
sein der Deutschen, Universitas-Verlag (Ostpreußenblatt,
18. August 1990)
* Nikolaus von Preradovich, Deutschland und Polen 1919 bis
1939, Türmer-Verlag (Ostpreußenblatt, 1. September 1990)
* Gordon Lang„... die Polen verprügeln ...', Bd. 1, Askania-
Verlag (Ostpreußenblatt, 15. September 1990)
* Uwe Greve, Lager des Grauens, Arndt-Verlag
(Ostpreußenblatt, 5. Januar 1991)
* Hugo Wellems, Das Jahrhundert der Lüge, Arndt-Verlag
(Ostpreußenblatt, 11. August 1990, 25. August 1990, 8.
September 1900, 19. Januar 1991, 2. Februar 1991, 16. Februar
1991, 2. März 1991, 16. März 1991, 30. März 1991, 13. April
1991, 8. April 1993, 30. April 1994)
* Anzeige des Heimat-Buchdienst Banszerus
(Ostpreußenblatt, 4. August 1990, 18. August 1990, 1. September 1990,
15. September 1990, 19. Januar 1991, 2. Februar 1991,
16. Februar 1991, 2. März 1991, 16. März 1991, 30. März
1991, 13. April 1991, 27. April 1991, 11. Mai 1991, 25. Mai
1991, 8. Juni 1991, 22. Juni 1991, 6. Juli 1991, 20. Juli 1991,
3. August 1991, 17. August 1991, 31. August 1991, 7.
November 1992, 19. Februar 1994)
* Hrsg. Dr. Gert Sudholt, Deutsche Annalen, Jahrbuch des
Nationalgeschehens 1990, Druffel-Verlag
(Ostpreußenblatt, 26. Januar 1991)
* Hrsg. Helmut Damerau, Deutsches Soldatenjahrbuch 1991,
Schild-Verlag (Ostpreußenblatt, 26. Januar 1991)
* Deutscher Almanach 1991, Türmer-Verlag
(Ostpreußenblatt, 26. Janaur 1991)
* Bernhard Barkholdt, Asylbetrug und Überfremdung, DSZ-
Verlag (Ostpreußenblatt, 2. Februar 1991)
* Siegfried Breyer/Gerhard Koop, Die deutsche Kriegsmarine
1935 bis 1945, Bd. 5, Podzun-Pallas-Verlag
(Ostpreußenblatt, 2. Februar 1991)
* Gordon Lang, ... die Polen verprügeln ..., 2. Bd., Askania-
Weißbuchreihe (Ostpreußenblatt, 16. Februar 1991)
* David Irving, Deutschlands Ostgrenze, Arndt-Verlag
(Ostpreußenblatt, 30. März 1991)
* Franz Schönhuber, Ich war dabei, Langen-Müller Verlag
(Ostpreußenblatt, 30. März 1991)
* Rudolf Schöttler, Menschenrechte für jeden oder ,
Sterbehilfe' von Anfang bis zum Ende? Sinus-Verlag
(Ostpreußenblatt, 30. März 1991)
* Michael Voslensky, Sterbliche Götter, Straube Verlag
(Ostpreußenblatt, 30. März 1991)
* Heinz Zimmermann, Der Atlantikwall, Schild-Verlag
(Ostpreußenblatt, 30. März 1991)
* Michael Damböck, Das deutsche Jahr im Brauchtum, Sage
und Mythologie, Verlag Michael Damböck
(Ostpreußenblatt, 6. April 1991)
* Deutscher Kalender 1991, FZ-Verlag (Ostpreußenblatt,
6. April 1991)
* Heinrich Schlifkowitz, Die alpendeutschen
Personennamen, Verlag Michael Damböck (Ostpreußenblatt, 6. April
1991)
* Franz Schönhuber, Freund in der Not, Langen -Müller
Verlag (Ostpreußenblatt, 6. April 1991)
* Rudolf Schrenk, Die Entgeudung des Menschen, Verlag
Michael Damböck (Ostpreußenblatt, 6. April 1991)
* Dr. Bernhard Steidle, Lexikon der Skandale, FZ-Verlag
(Ostpreußenblatt, 6. April 1991)
* Jochen Wittmann, Die Dalinger/,Piasten' und die
germanische Kontinuität, Verlag Michael Damböck
(Ostpreußenblatt, 6. April 1991)
* Anzeige des Patria-Versand (Ostpreußenblatt, 13. April
1991)
* Otto von Bismarck an Johanna von Bismarck,
Verlagsgemeinschaft Berg (Ostpreußenblatt, 20. April 1991)
* Anzeige K. Riedel für Briefaufkleber (Ostpreußenblatt,
27. April 1991, 18. Mai 1991, 8. Juni 1991, 15. Juni 1991,
3. August 1991)
* Werner Fuchs, Selbstzeugnisse polnischen
Eroberungswillens, Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur
(Ostpreußenblatt, 4. Mai 1991)
* Ansgar Graw, Der Freiheitskampf im Baltikum, Straube
-
Verlag (Ostpreußenblatt, 18. Mai 1991 und 20. Juli 1991)
* Rainer Beckmann u. a., Abtreibung in der Diskussion,
Sinus-Verlag (Ostpreußenblatt, 15. Juni 1991)
* Anzeige des Grabert Verlag u. a. für die Bücher: Johannes
P. Ney, Reizwort Rasse; Paul Rassinier, Die
Jahrhundertprovokation; David L. Hoggan, Der erzwungene Krieg; Richard
Pemsel, Geschichtliche Entlastung Deutschlands
(Ostpreußenblatt, 15. Juni 1991)
* Helmut Günther, Die Sturmflut und das Ende. Geschichte
der 17. SS-Panzergrenadier -Division ,Götz von Berlichin
-gen' Bd. 3, Schild-Verlag (Ostpreußenblatt, 6. Juli 1991)
* Manfred Ritter, Sturm auf Europa, Verlag Hase & Köhler'
(Ostpreußenblatt, 27. Juli 1991)
* David Irving, Churchill, Herbig (Ostpreußenblatt, 31.
August 1991)
* Dr. Karlheinz Weißmann, Rückruf in die Geschichte,
Ullstein-Verlag (Ostpreußenblatt, 7. November 1992)
* Wilfried Böhm/Ansgar Graw, Königsberg morgen —
Luxemburg an der Ostsee, Mut-Verlag (Ostpreußenblatt, 7.
November 1992)
* Anzeige des Podzun-Pallas-Verlags (Ostpreußenblatt,
14. November 1992)
* Hellmut Diwald, Deutschland einig Vaterland, Ullstein
(Ostpreußenblatt, 24. April 1993)
* Hans Karl Peterlini, Bomben aus zweiter Hand. Zwischen
Gladio und Stasi. Südtirols mißbrauchter Terrorismus,
Edition Raetia (Ostpreußenblatt, 24. April 1993)
* Reinhard Pozorny (Hrsg.), Deutsches National-Lexikon,
DSZ-Verlag (Ostpreußenblatt, 24. April 1993)
* Deutsches Soldatenjahrbuch 1991/1992, Schild-Verlag
(Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* Alfred Zänker, Epoche der Entscheidungen, Mut -Verlag
(Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* Georg Franz-Willing, Umerziehung, Die De-
Nationalisierung besiegter Völker im 20. Jahrhundert, Nation Europa-
Verlag (Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* Georg Franz-Willing, Vergangenheitsbewältigung.
Bundesrepublikanischer Nationalmasochismus, Nation
-
Europa-Verlag (Ostpreußenblatt, 29. Mai 1993)
* (Hg) Stefan Ulbrich, Multikultopia. Gedanken zur
multikulturellen Gesellschaft, Arun-Verlag (Ostpreußenblatt, 26.
Juni 1993)
* Agnes Harder, Die kleine Stadt, Orion-Heimreiter-Verlag
(Ostpreußenblatt, 12. Februar 1994)
* Günter Kiesling, Versäumter Widerspruch, Hase & Köhler
Verlag (Ostpreußenblatt, 19. Februar 1994)
* W. Rosenberg, Simon Wiesenthal. Der ,Nazi- Jäger' und die
sogenannten NSG-Prozesse, Verlag Werner Symanek
(Ostpreußenblatt, 19. Februar 1994)
3 Dr. Otto Scrinzi (Hrsg.), Ich bin stolz Deutscher zu sein. Die
Antwort an die Nestbeschmutzer, DSZ Verlag
(Ostpreußenblatt, 19. Februar 1994)
* Erwin Soratroi, Attilas Enkel auf Davids Thron. Chasaren,
Ostjuden, Israeliten, Grabert-Verlag (Ostpreußenblatt, 19.
Februar 1994)
* Jörg Haider, Die Freiheit, die ich meine. Das Ende des
Proporzstaates, Plädoyer für die dritte Republik, Ullstein-
Verlag (Ostpreußenblatt, 19. Februar 1994)
* Werner Plume, Mein ,einfaches' Leben im amerikanischen
Jahrhundert. Bd. 1, Verlag Werner Symanek,
(Ostpreußenblatt, 5. März 1994)
* Gert Sudholt, In Haft. Landsberg 1993. Persönliches und
politisches Tagebuch eines deutschen Verlegers, Druffel
Verlag, (Ostpreußenblatt, 5. März 1994)
* Dominik Venner, Ein deutscher Heldenkampf. Die
Geschichte der Freikorps 1918 bis 1923. Söldner ohne Sold,
Arndt-Verlag (Ostpreußenblatt, 5. März 1994)
* Hans Werner Woltersdorf, Die Ideologie der neuen
Weltordnung: Rakowski und die Protokolle der Weisen von
Zion, Selbstverlag H. W. Woltersdorf (Ostpreußenblatt,
5. März 1994)
* Adolf von Thadden, Zwei Angreifer. Der Angriff der
deutschen Wehrmacht auf die auch zum Angriff aufmarschierte
Rote Armee im Juni 1941. Eine kommentierte
Dokumentation, Verlag Heitz und Höffkes (Ostpreußenblatt, 19. März
1994)
* Max Klüver, Es war nicht Hitlers Krieg. Neues aus dem
britischen Staatsarchiv, Verlag Heitz und Höffkes
(Ostpreußenblatt, 19. März 1994)
* Antonino Trizzino, Die verratene Flotte. Tragödie der
Afrikakämpfer, Arndt-Verlag (Ostpreußenblatt, 19. März 1994)
* Katalog-Beilage des Arndt-Verlags im Ostpreußenblatt
vom 19. März 1994
* Dieter von Glahn, Patriot und Partisan für Freiheit und
Einheit, Grabert-Verlag (Ostpreußenblatt, 23. April 1994)
* Ernst Nolte, Streitpunkte. Heutige und künftige
Kontroversen um den Nationalsozialismus, Propyläen-Verlag
(Ostpreußenblatt, 23. April 1994)
* Michael Paulwitz, Krieg gegen Mitteleuropa. Analysen und
Reportagen aus Bosnien und Kroatien 1991 bis 1994, MOST
— Gesellschaft für deutsch-kroatischen Kulturaustausch
(Ostpreußenblatt, 23. April 1994)
* Manfred Brunner (Hrsg.), Kartenhaus Europa? Abkehr vom
Zentralismus — Neuanfang durch Vielfalt, Verlag Bonn
aktuell (Ostpreußenblatt, 30. April 1994)
* Nikolaus von Preradovich, Königsberg. Eine deutsche Stadt
im Wandel der Zeiten, Verlagsgesellschaft Berg
(Ostpreußenblatt, 7. Mai 1994)
* Schlesien deutsches Land seit 1 000 Jahren. Deutsche
Geschichte, Heft 1/94, Verlagsgesellschaft Berg
(Ostpreußenblatt, 7. Mai 1994)
* Gustav Sichelschmidt, Friedrich Wilhelm II. Der ,
Vielgeliebte' und seine galante Zeit. Eine Biographie,
Verlagsgesellschaft Berg (Ostpreußenblatt, 7. Mai 1994)
* Hans Terran, Mecklenburg-Strelitz. Glanz und Elend im
20. Jahrhundert, Verlagsgesellschaft Berg
(Ostpreußenblatt, 7. Mai 1994)?
11. Ist der Bundesregierung bekannt, daß im „Ostpreußenblatt"
für folgende rechtsextreme Organisationen geworben wird
bzw. mit diesen Organisationen zusammengearbeitet wird:
* Hinweis auf eine Veranstaltung von der Jungen
Landsmannschaft Ostpreußen und dem Neuen Deutschen
Nationalverein (Ostpreußenblatt, 12. Januar 1991)
* Hinweis auf eine Veranstaltung des „Deutschen
Nationalkongresses " (Ostpreußenblatt, 19. Januar 1991)
* Bericht über eine Veranstaltung mit dem Neuen Deutschen
Nationalverein und dem Bismarck-Bund (Ostpreußenblatt,
26. Januar 1991)
* Artikel zum zehnjährigen Bestehen der Zeitgeschichtlichen
Forschungsstelle Ingolstadt (Ostpreußenblatt, 6. April 1991)
* Artikel über die Verleihung der „Dr.-Walter-Eckhardt-
Ehrengabe für Zeitgeschichte" bei der Zeitgeschichtlichen
Forschungsstelle Ingolstadt (Ostpreußenblatt, 4. Mai 1991)
* Artikel von Michael Paulwitz über die „Zeitgeschichtliche
Forschungsstelle Ingolstadt" — Von den Pfaden der
Umerziehung abgewichen (Ostpreußenblatt, 8. Juni 1991)
* Anzeige „Die Heimattreue Jugend e. V." (Ostpreußenblatt,
7. November 1992)
* Claudia Schute, Brunner lehrt Bonn das Fürchten — Der
Kämpfer gegen Maastricht-Europa tritt jetzt mit einer Partei
an (Ostpreußenblatt, 8. Januar 1994)
* ZFI, Forschung: Benesch Ideen zum Egerland — CSR-
Präsident wollte 1943 Grenzgebiete an Deutschland abtreten
(Ostpreußenblatt, 8. Januar 1994)
* Michael Deutsch, Bürgerprotest: Für ein ,Europa der
Vaterländer'. In Wiesbaden wurde die Partei ,Bund freier Burger'
gegründet (Ostpreußenblatt, 29. Januar 1994)
* Karin Morawietz, Friedrichsruh: Feierstunde zum
Reichsgründungstag (Bismarck-Bund, Die Heimattreue Jugend)
(Ostpreußenblatt, 29. Januar 1994)
* ZFI, Fakten brechen Tabus. Die jüngste ZFI-Tagung rückte
manche Dinge gerade (Ostpreußenblatt, 2. Ap ril 1994)
* Klaus Kunze, Parteien: Die unendliche Geschichte einer
Stiftung. Nach zehnmonatigem Prozeß erkannte
Düsseldorfer Gericht die schon 1989 angestrebte Genehmigung an
(Ostpreußenblatt, 9. April 1994)
* Hinweis auf einen Vortrag des Deutschen Kulturwerks
Europäischen Geistes in Hamburg mit dem Schriftsteller
Reinhold Frank zum Thema „Die tragische Geschichte der
Wolgadeutschen" (Ostpreußenblatt, 9. April 1994)
* ZFI, Fakten brechen Tabus. Die jüngste Tagung der
Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt rückte manche
Dinge gerade (Ostpreußenblatt, 9. April 1994)
* Anzeige „Bund freier Bürger" (Ostpreußenblatt, 28. Mai 1994)?
12. Ist der Bundesregierung bekannt, daß für folgende
rechtsextreme Zeitungen im „Ostpreußenblatt" geworben wurde:
* Besprechung der Zeitschrift „Mut" (Ostpreußenblatt,
18. August 1990)
* Anzeige der „Nation" aus dem RVG Verlag
(Ostpreußenblatt, 18. August 1990)
* Anzeige der „Unabhängigen Nachrichten"
(Ostpreußenblatt, 26. Januar 1991)
* Anzeige der „Jungen Freiheit" (Ostpreußenblatt,
18. August 1990, 23. März 1991)
* Anzeige der „Tiroler" (Ostpreußenblatt, 11. Mai 1991)
* Anzeige von „Europa vorn" (Ostpreußenblatt, 18. Mai
1991)
* Joachim F. Weber, Ohne Blatt vorm Mund. Jetzt
wöchentlich — der Aufstieg der ,Jungen Freiheit' (Ostpreußenblatt,
15. Januar 1994)
* Interview mit Dieter Stein, Chefredakteur der ,Jungen
Freiheit' (Ostpreußenblatt, 15. Januar 1994)?
13. Ist der Bundesregierung bekannt, daß das „Ostpreußenblatt"
folgende rechtsextreme Bestrebungen unterstützt hat:
* Meldung über den Tod des Geschichtsrevisionisten Prof.
Dirk Kunert (Ostpreußenblatt, 25. Mai 1991)
* Artikel von P. F. (vermutlich der Redakteur Peter Fischer)
über den Tod von Prof. Dirk Kunert (Ostpreußenblatt,
1. Juni 1991)
* Prophezeiung von David Irving zu den deutschen
Ostgebieten (Ostpreußenblatt, 22. Juni 1991)?
14. Trifft es zu, daß das „Ostpreußenblatt" 1993 eine Leser- und
Leserinnenschaft von über 200 000 hatte?
15. Wie hat sich die Auflagenentwicklung des
„Ostpreußenblattes" innerhalb der letzten zehn Jahre entwickelt?
16. Wie viele Gelder hat das „Ostpreußenblatt" 1991 aus Mitteln
des Bundeshaushaltes — eventuell über den Bund der
Vertriebenen (BdV) — und aus Mitteln der Bundeszentrale für
politische Bildung erhalten (bitte genau nach Zuwendungsgeber
auflisten)?
17. Lief die Förderung des „Ostpreußenblattes" 1991 aus und
wenn nicht, wie viele Gelder hat das „Ostpreußenblatt" in den
folgenden Jahren aus Mitteln des Bundeshaushaltes —
eventuell über den BdV — und aus Mitteln der Bundeszentrale für
politische Bildung erhalten (bitte genau nach Jahr und
Zuwendungsgeber auflisten)?
18. Wurde die Bezuschussung des „Ostpreußenblattes" in den
letzten zehn Jahren schriftlich beantragt und wenn ja,
a) wer hat die Förderung in welchem Jahr beantragt,
b) wie ist der Antrag jeweils begründet worden,
c) welche Bundesbehörde hat diese Anträge in dem
angegebenen Zeitraum jeweils bearbeitet, und welche
Bundesbehörde hat die Aufsicht über die Vergabe der Gelder
durchgeführt,
d) welche Bundesbehörde hat verantwortlich die Verwendung
der bewilligten Gelder in dem angegebenen Zeitraum
kontrolliert und wieso wurde hier nicht sofort eingegriffen, als
im „Ostpreußenblatt" rechtsextreme Artikel erschienen
und Bücher aus rechtsextremen Verlagen angepriesen
wurden?
19. Wie konnten derlei rechtsextreme Bestrebungen im
„Ostpreußenblatt"
a) dem Bundesamt für Verfassungsschutz,
b) dem Bundesministerium des Innern
verborgen bleiben?
20. Welche Konsequenzen gedenkt die Bundesregierung
gegenüber dem „Ostpreußenblatt" und der Landsmannschaft
Ostpreußen zu ziehen?
21. Gedenkt die Bundesregierung innerhalb des BfV und des BMI
Konsequenzen zu ziehen wegen des Übersehens dieser
Anhaltspunkte für rechtsextreme Bestrebungen im
„Ostpreußenblatt"?
a) Wenn ja, welche?
b) Wenn nein, was muß geschehen, damit ein derartiges
Übersehen rechtsextremer Bestrebungen die Bundesregierung
zum Handeln veranlaßt?
22. Wie viele Gelder hat die Landsmannschaft Ostpreußen in den
letzten zehn Jahren aus Mitteln des Bundeshaushaltes
(gegebenenfalls über den BdV) und aus Mitteln der Bundeszentrale
für politische Bildung erhalten (bitte genau nach Jahr und
Zuwendungsgeber auflisten)?
Bonn, den 16. Juni 1994
Ulla Jelpke
Dr. Gregor Gysi und Gruppe]
Ähnliche Kleine Anfragen
"Generation Deutschland" - Vorfälle beim Gründungstreffen und Kontinuitäten zur "Jungen Alternative"
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN29.01.2026
Gewalt gegen Einsatzkräfte
AfD28.01.2026
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das Jahr 2025 - Schwerpunktfragen zu Widerrufsverfahren
DIE LINKE22.01.2026
Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen im islamistischen Extremismus
AfD26.01.2026