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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Radioaktive Belastung von Fleisch- und Milchprodukten (G-SIG: 11000040)

Bundesweite Heraufsetzung der Grenzwerte für Milch entsprechend dem Vorschlag des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums; Mengenanfall an Milchpulver in Bayern und Baden-Württemberg; radioaktive Belastung von Molkepulver, Heu und Silagen 1987 nach Regionen sowie von Schweine- und Rindfleisch und aller Milchprodukte aufgrund der Verfütterung sowie Gegenmaßnahmen der Bundesregierung; Zwischen- und Endlagerung von radioaktivem Molkepulver; Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Molkereien; Information der Gemeinden und Kreise

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

28.04.1987

Aktualisiert

19.01.2023

BT11/3805.03.1987

Radioaktive Belastung von Fleisch- und Milchprodukten

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

[Drucksache 11/38 05.03.87 Sachgebiet 212 Deutscher Bundestag 11. Wahlperiode Kleine Anfrage des Abgeordneten Kreuzeder und der Fraktion DIE GRÜNEN Radioaktive Belastung von Fleisch- und Milchprodukten Nach Berichten des „stern" ist seit Oktober 1986 die radioaktive Belastung der Milch wieder angestiegen. Im Januar 1987 wurden im süddeutschen Raum ähnlich hohe Becquerel-Werte ermittelt wie kurz nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl. Das „Münchner Umweltinstitut " ermittelte Werte von 300 Becquerel, die dem ohnehin unter Experten strittigen EG-Grenzwert von 370 Becquerel bedenklich nahekommen. Experten des Landwirtschaftsamtes in Laufen z.13. befürchten einen Anstieg der radioaktiven Belastung der Milch bis zu 500 Becquerel. Die Experten des Landwirtschaftsministeriums im CDU-regierten Schleswig-Holstein haben sich auf eine Interventionsmarge von 20 Becquerel geeinigt. Wir fragen die Bundesregierung: 1. Wird die Bundesregierung der Risikoeinschätzung des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums folgen und die Grenzwerte bundesweit auf 20 Becquerel/Liter festsetzen? 2. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie hoch die radioaktive Belastung des Molkepulvers, des Heus und der Silagen in den einzelnen Landkreisen und Ländern der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere Bayerns und Baden-Württembergs seit Anfang des Jahres 1987 ist? 3. Welche Menge an Molkepulver wird insgesamt in Bayern und Baden-Württemberg vom 1. Mai 1986 bis 1. Juni 1987 anfallen? 4. Welche radioaktiven Belastungen des Schweine- und Rindfleischs und aller Milchprodukte sind nach Einschätzung der Bundesregierung aus der Verfütterung von radioaktivem Heu, Silage und Molke zu erwarten, welche Werte wurden bislang bei den Fleisch- und Milchprodukten (einschließlich Molke, Trinkmolke, Joghurt) von den Landwirtschaftskammern/ Landwirtschaftsämtern, Lebensmittel-Untersuchungs- und Kontrollstellen in den Landkreisen und Ländern ermittelt, und wie wurden diese Ermittlungen durchgeführt (Art der Proben, Häufigkeit, statistische Auswertung)? 5. Welche Maßnahmen wird die Bundesregierung ergreifen, um die radioaktive Belastung des Schweinefleischs durch die Ver- Drucksache 11 /38 Deutscher Bundestag - 11. Wahlperiode fütterung radioaktiver Molke zu verhindern, und aus welchen Gründen darf Molke in flüssiger Form verfüttert werden? 6. Welche Pläne hat die Bundesregierung, um die Zwischen- und Endlagerung alles anfallenden radioaktiven Molkepulvers sicherzustellen, und wann wird sie die Bürger und betroffenen Gemeinden davon in Kenntnis setzen? 7. Welche Unterstützungsmaßnahmen sind für die am stärksten betroffenen Molkereien vorgesehen? 8. Inwieweit macht die Bundesregierung den einzelnen Gemeinden und Kreisen Untersuchungsergebnisse über die radioaktive Belastung landwirtschaftlicher Produkte und Flächen zugänglich und unterstützt sie im Rahmen der Aufklärungs - und Informationsarbeit? Bonn, den 5. März 1987 Kreuzeder Ebermann, Frau Rust, Frau Schoppe und Fraktion]

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