Schnellbahnverbindung Köln—Paris
der Abgeordneten Frau Brahmst-Rock, Weiss (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Laut Drucksache 10/5897 werden bisher ausschließlich Trassenvarianten untersucht, welche eine neue Schnellbahnverbindung von Köln nach Paris über Brüssel und den Raum Lille/Roubaix ermöglichen. Nicht einbezogen in die Untersuchung wurde die bestehende direkte Eisenbahnverbindung Köln—Paris über Jeumont. Diese ist um ca. 70 km kürzer als die o. g. Trassenvarianten.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen7
Aus welchen Gründen wird die bestehende direkte Verbindung über Jeumont nicht für den Schnellverkehr zwischen Köln und Paris hergerichtet und benutzt?
Welche Ausbaumaßnahmen sind hierfür erforderlich, wenn als reguläre Streckengeschwindigkeit mindestens 200 km/h zugrundegelegt wird?
Welche Reisezeit zwischen Köln und Paris ist nach Abschluß aller o. g. Ausbaumaßnahmen möglich; der Reisezeit zugrundegelegt sein sollen Aufenthalte in Aachen, Liège, Namur, Charleroi, Maubeuge oder Aulnoye und St. Quentin?
Welche Reisezeit ist im Vergleich hierzu möglich zwischen Köln und Paris unter Zugrundelegung der Variante 1, Drucksache 10/5897; hierbei sollen die Aufenthalte in Aachen, Liège, Brüssel, Raum Lille/Roubaix und Raum Lens/Arras/Douai berücksichtigt werden?
Warum beträgt gegenwärtig die kürzeste Reisezeit Köln—Paris über Jeumont 5 Stunden und 15 Minuten und damit 35 Minuten mehr als Ende der siebziger Jahre?
Welches sind hierfür die Ursachen bei
a) dem Unterbau,
b) dem Oberbau,
c) der elektrischen Versorgung,
d) der Qualität und Ausrüstung von Lok- und Wagenmaterial,
e) dem Gesamtzuggewicht,
f) sonstigen Gründen?
Ist bei der bisherigen Wirtschaftlichkeitsprüfung der neuen Schnellbahnverbindung berücksichtigt worden, daß bisher noch nicht einmal ein Stundentakt mit Intercity-Komfort zwischen Köln und Paris angeboten wird?
Welches erhöhte Fahrgastaufkommen ist zu erwarten, wenn auf dieser Strecke ein Stundentakt mit Eurocity-Komfort bzw. Intercity-Komfort angeboten würde?