Geheimhaltung von Störfällen in Atomkraftwerken
der Abgeordneten Frau Rust und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Geheimhaltung von Störfällen in Atomkraftwerken
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Warum hat das Bundesumweltministerium die Werte (speziell die beobachteten Verhältnisse von Jod 131 zu Xenon 133 sowie Xenon 135 zu Xenon 133) geheimgehalten, die zur Vermutung Anlaß gaben, es könnte sich ein Unfall in einem sowjetischen Atomkraftwerk ereignet haben?
Wo wurden erhöhte Werte gemessen, und wie hoch waren diese?
Warum hat die Bundesregierung nichts unternommen, um von der Sowjetunion nähere Informationen über die Herkunft der Radioaktivität zu bekommen, obwohl ministeriumsintern die Möglichkeit eines sowjetischen Reaktorstörfalls diskutiert wurde?
Warum wurde der Untersuchungsbericht des Instituts für Atmosphärische Radioaktivität geheimgehalten?
Zu welchen Ergebnissen ist die Strahlenschutzkommission bei der Diskussion des Berichts des Instituts für Atmosphärische Radioaktivität gekommen, und warum hat sie diese der Öffentlichkeit vorenthalten?
Was sagt die Bundesregierung zu dem Vorwurf, daß der damalige Bundesumweltminister Dr. Wallmann während seiner Zeit als Spitzenkandidat der CDU die erhöhten Werte bewußt verschwiegen haben soll mit dem Ziel, seine Wahlchancen nicht zu gefährden?