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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Bau der Atombombe und Wackersdorf (G-SIG: 11000499)

Verwendung des in der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf anfallenden Urans und Plutoniums für die Herstellung von Atombomben, Uranprojekt im Dritten Reich

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Forschung und Technologie

Datum

23.06.1987

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/43704.06.87

Bau der Atombombe und Wackersdorf

der Abgeordneten Frau Kelly und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Stimmt die Bundesregierung der Aussage des Bundesministers für Forschung und Technologie Dr. Riesenhuber zu, die er in einem Interview formulierte: „Das in Wackersdorf anfallende Uran und Plutonium kann aus physikalischen Gründen überhaupt nicht zur Herstellung von Atombomben verwendet werden ..."?

2

Ist der Bundesregierung bekannt, daß in der zukünftigen WAA Wackersdorf eine Mixtur der Plutonium-Typen 238, 239, 240 und 241 anfallen wird, vor allem PU 240?

3

Ist die Bundesregierung der Meinung, daß sich mit der in Frage 2 genannten Mixtur keine explosionstüchtige Atombombe bauen läßt?

4

Sind der Bundesregierung Aussagen von amerikanischen Wissenschaftlern bekannt, die darauf hinweisen, daß Atombomben nicht nur mit reinem PU 239 zünden?

5

Kennt die Bundesregierung die Aussagen des bekannten Nuklearphysikers Theodore Taylor, der erklärt hat, daß alle Plutoniumisotope, die in der WAA Wackersdorf anfallen werden, zum Bau von Atomwaffen verwendet werden können?

6

Wie definiert die Bundesregierung das „Implosionsverfahren" bei der Herstellung von Atombomben?

7

Ist es nach Meinung der Bundesregierung grundsätzlich möglich, über eine Wiederaufbereitungsanlage Atombomben zu bauen?

8

Ist der Bundesregierung bekannt, welche heute noch lebenden deutschen Wissenschaftler am Uranprojekt der Nazis mitgearbeitet hatten?

9

Welche Unterlagen sind der bundesdeutschen Öffentlichkeit über das Uranprojekt im Deutschen Reich zugänglich?

Bonn, den 4. Juni 1987

Frau Kelly Ebermann, Frau Rust, Frau Schoppe und Fraktion

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