Bau der Atombombe und Wackersdorf
der Abgeordneten Frau Kelly und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Stimmt die Bundesregierung der Aussage des Bundesministers für Forschung und Technologie Dr. Riesenhuber zu, die er in einem Interview formulierte: „Das in Wackersdorf anfallende Uran und Plutonium kann aus physikalischen Gründen überhaupt nicht zur Herstellung von Atombomben verwendet werden ..."?
Ist der Bundesregierung bekannt, daß in der zukünftigen WAA Wackersdorf eine Mixtur der Plutonium-Typen 238, 239, 240 und 241 anfallen wird, vor allem PU 240?
Ist die Bundesregierung der Meinung, daß sich mit der in Frage 2 genannten Mixtur keine explosionstüchtige Atombombe bauen läßt?
Sind der Bundesregierung Aussagen von amerikanischen Wissenschaftlern bekannt, die darauf hinweisen, daß Atombomben nicht nur mit reinem PU 239 zünden?
Kennt die Bundesregierung die Aussagen des bekannten Nuklearphysikers Theodore Taylor, der erklärt hat, daß alle Plutoniumisotope, die in der WAA Wackersdorf anfallen werden, zum Bau von Atomwaffen verwendet werden können?
Wie definiert die Bundesregierung das „Implosionsverfahren" bei der Herstellung von Atombomben?
Ist es nach Meinung der Bundesregierung grundsätzlich möglich, über eine Wiederaufbereitungsanlage Atombomben zu bauen?
Ist der Bundesregierung bekannt, welche heute noch lebenden deutschen Wissenschaftler am Uranprojekt der Nazis mitgearbeitet hatten?
Welche Unterlagen sind der bundesdeutschen Öffentlichkeit über das Uranprojekt im Deutschen Reich zugänglich?