Öl aus Kunststoffabfall
der Abgeordneten Frau Saibold und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
In der vom Bundesumweltministerium herausgegebenen Publikation „Wir und unsere Umwelt" (Ausgabe 6/87) wird unter der Überschrift „Aus Müll wird Öl" die technische Möglichkeit aufgezeigt, in absehbarer Zeit mit Hilfe eines von der „Union Rheinische Kraftstoff AG" entwickelten Verfahrens aus Kunststoffabfällen aller Art Öl zu erzeugen.
Dazu fragen wir die Bundesregierung:
Fragen6
Wurde die Entwicklung dieses Verfahrens mit öffentlichen Geldern gefördert, und falls ja, in welcher Höhe?
Ist der Bundesregierung bekannt, warum dieses Verfahren vom Patentamt als „eine der wichtigsten Erfindungen des Jahres" bezeichnet wurde und in welchem Zusammenhang dies geschehen ist?
Wie ist der derzeitige Entwicklungsstand dieses Verfahrens, und wann (in welchem Jahr) ist voraussichtlich mit der praktischen Anwendung dieses Verfahrens zu rechnen?
Ist der Bundesregierung bekannt, welche Energiemenge dieses Verfahren z. B. zur Erzeugung der im Bericht angegebenen 800 Kilogramm „Rohöl" aus einer Tonne Kunststoffabfall benötigt?
Welchen Vorteil sieht die Bundesregierung im Vergleich dieses Verfahrens mit der bisher üblichen „thermischen Verwertung" von Kunststoffabfällen in Müllverbrennungsanlagen?
Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse über die Umweltverträglichkeit dieses Verfahrens vor?