Vorgesehene Schließung von Bahnhöfen an der Bundesbahnstrecke Nürnberg — Bamberg (Kursbuchstrecke 820)
der Abgeordneten Frau Rust, Weiss (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Die Deutsche Bundesbahn beabsichtigt, in den nächsten Jahren mehrere Bahnhöfe/Haltepunkte an der Bundesbahnstrecke Nürnberg — Bamberg nicht mehr im Schienenpersonenverkehr zu bedienen.
Dazu fragen wir die Bundesregierung:
Fragen10
Welche Bahnhöfe/Haltepunkte der Bahnstrecke Nürnberg — Bamberg sind zur Schließung vorgesehen? Zu welchem Zeitpunkt sind die einzelnen Schließungen vorgesehen?
Mit wie vielen Zügen pro Tag werktags, samstags, sonn- und feiertags wurden die Bahnhöfe/Haltepunkte bedient? a) Beste Bedienung innerhalb der letzten 20 Jahre? b) Derzeitige Bedienung?
Wie hat sich das Reisendenaufkommen an diesen Bahnhöfen in den letzten 20 Jahren entwickelt? Sind Zusammenhänge erkennbar zwischen der Verschlechterung der Bedienung und der Entwicklung der Fahrgastzahlen?
Sind Zusammenhänge erkennbar zwischen dem Baufortschritt der Bundesautobahn Nürnberg — Bamberg (Frankenschnellweg) und dem Rückgang der Reisendenzahlen, so daß man davon sprechen kann, daß mit dem Autobahnbau der Nahverkehr auf der Schiene kaputtgemacht worden ist?
Was hat die Deutsche Bundesbahn in den letzten Jahren unternommen, um die Reisendenzahlen von bzw. nach den zur Schließung anstehenden Bahnhöfen/Haltepunkten zu erhöhen?
Wurde geprüft, ob es möglich gewesen wäre, den Schülerverkehr, der mit Bussen teilweise parallel zur Schiene verläuft, wenigstens teilweise auf die Schiene zu verlagern und so das Reisendenaufkommen der betroffenen Bahnhöfe/Haltepunkte zu erhöhen?
Welche Ersatzangebote (Busverkehr) werden von der Bundesbahn angeboten werden? Um wieviel verlängert sich dadurch die Gesamtfahrzeit (Bus und Bahn) von jedem der betroffenen Bahnhöfe/Haltepunkte nach Erlangen Hbf., Nürnberg Hbf. bzw. Bamberg Hbf. (Angabe sowohl in Minuten als auch in Prozent der jetzigen Fahrzeit)?
Geht bzw. ging der Schließung der Bahnhöfe/Haltepunkte die Erstellung eines regionalen Verkehrskonzepts voraus, mit dem die bestmögliche Einbindung der betroffenen Ortschaften in den öffentlichen Verkehr untersucht worden ist?
Gibt es Untersuchungen zu jedem der betroffenen Bahnhöfe/Haltepunkte darüber, wieviel Prozent der Pendler nach Schließung der Bahnhöfe/Haltepunkte auf das Auto als tägliches Verkehrsmittel umsteigen werden?
Wie lauten die Stellungnahmen der betroffenen Gemeinden und Landkreise zur Schließung der Bahnhöfe/Haltepunkte?
Werden einige der jetzt von der Schließung bedrohten Bahnhöfe/Haltepunkte später im Rahmen des geplanten Verkehrsverbunds im Großraum Nürnberg — Fürth — Erlangen dann doch wieder angefahren werden?