Differenz zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen
der Abgeordneten Frau Saibold und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Wie erklärt die Bundesregierung das krasse Mißverhältnis zwischem dem Erzeuger- und Verbraucherpreis bei Kartoffeln, das nach Angaben der Landwirtschaftskammer Rheinland darin besteht, daß Landwirte vielfach nur 2 Pfennige Erlös für ein Kilogramm Kartoffeln erzielen, während die Verbraucher durchschnittlich zwischen 70 und 80 Pfennige pro Kilogramm Kartoffeln bezahlen müssen?
Wie bewertet die Bundesregierung diese spezielle Tatsache, und wie will sie diesem Mißverhältnis politisch entgegenwirken?
Wie kann bei einem Mehipreisanteil von ca. 1 Pfennig pro Brötchen aus Auszugsmehl und bei gesunkenen Getreidepreisen trotzdem eine Stückpreiserhöhung erklärt werden?
Wie erklärt und bewertet die Bundesregierung die oft zu beobachtende Tatsache, daß z. B. in Supermärkten Bauchfleisch zu einem Kilopreis von 2,98 DM angeboten werden kann, obwohl in den gleichen Geschäften Hundefutter zum Kilopreis von 3,98 DM verkauft wird?
Wie ist die Aussage von Bundeslandwirtschaftsminister Kiechle zu erklären, daß „die Verbraucherpreise trotz der schlechten Ernte stabil bleiben, das Einkommen der Bauern aber sinken wird"?
Ist es im Sinne der Bundesregierung, daß von 1 DM, die die Verbraucher/innen für Nahrungsmittel ausgeben, nur mehr durchschnittlich 20 Pfennige beim Erzeuger ankommen?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung der GRÜNEN, daß es dringend notwendig ist, durch eine Umstrukturierung der Lebensmittelversorgung die Wege von der Erzeugung zum Verbraucher stark zu verkürzen?
Was wird die Bundesregierung in der nächsten Zeit praktisch in die Wege leiten, um das Auseinanderklaffen von Erzeuger- und Verbraucherpreisen zu vermindern, und welche Maßnahmen plant sie hierfür langfristig, um diesem Mißstand abzuhelfen?