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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Entwicklung der Einkommen von Arbeitslosen in der Bundesrepublik Deutschland (G-SIG: 11000961)

Rückgang der verfügbaren Einkommen von Arbeitslosen-Haushalten seit 1982, Rückgriff auf Ersparnisse und Veräußerung von Wohneigentum gegenüber der Bildung von Sparguthaben bei Selbständigen-Haushalten; Auswirkungen der Steuerreform auf den Konsum von Selbständigen und Arbeitslosen

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung

Datum

02.11.1987

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/99120.10.87

Entwicklung der Einkommen von Arbeitslosen in der Bundesrepublik Deutschland

der Abgeordneten Frau Beck-Oberdorf, Hoss, Sellin, Stratmann und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Trifft es zu, daß die verfügbaren Einkommen von Arbeitslosen-Haushalten auch im vergangenen Jahr — und damit seit 1982 in ununterbrochener Reihenfolge — gesunken sind (Quelle: Handelsblatt vom 24. September 1987, „Im Durchschnitt haben die Haushalte ihre Ersparnis um 500 DM erhöht")?

2

Wie beurteilt die Bundesregierung die Entwicklung der Einkommen von Arbeitslosen-Haushalten?

3

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung müssen Arbeitslosen-Haushalte auf Ersparnisse zurückgreifen, um einen Teil ihres laufenden Unterhalts zu bestreiten. Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung daraus? Leben die Arbeitslosen über ihre Verhältnisse oder ist die Arbeitslosenunterstützung unzureichend?

4

Ist der Bundesregierung bekannt, in welchem Ausmaße Arbeitslose gezwungen sind, ihr Wohneigentum zu veräußern?

5

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat festgestellt, daß ein Selbständigen-Haushalt in der Bundesrepublik Deutschland im vergangenen Jahr im Durchschnitt 34 000 DM gespart hat. Einem Arbeitslosen-Haushalt standen hingegen im gleichen Zeitraum für den laufenden Unterhalt nur 18 800 DM zur Verfügung (Quelle: DIW-Wochenbericht 39/87 vom 24. September 1987). Betrachtet die Bundesregierung diesen Sachverhalt als Ausdruck „sozialer Symmetrie"?

6

Nach einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben Selbständige im vergangenen Jahr 27 % ihres Einkommens gespart. Arbeitslosen-Haushalte mußten auf ihre Ersparnisse zurückgreifen. Ist die Bundesregierung vor dem Hintergrund dieses Sachverhalts der Auffassung, daß die Steuerreform bei den Gruppen der Selbständigen und Arbeitslosen zu einem ansteigenden Konsum führt?

Bonn, den 20. Oktober 1987

Frau Beck-Oberdorf Hoss Sellin Stratmann Ebermann, Frau Rust, Frau Schoppe und Fraktion

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