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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Erhaltung des Stückgutbahnhofes Niebüll (G-SIG: 11001047)

Geplanter teilweiser Abbau 1988, Einsatz privater Speditionen zum Stückgutbahnhof Flensburg

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

16.11.1987

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/102230.10.87

Erhaltung des Stückgutbahnhofes Niebüll

des Abgeordneten Wüppesahl und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Kleine Anfrage

des Abgeordneten Wüppesahl und der Fraktion DIE GRÜNEN

Erhaltung des Stückgutbahnhofes Niebüll

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Trifft es zu, daß

a) im Jahre 1988 der Stückgutbahnhof Niebüll zumindestens teilweise abgebaut werden soll,

b) die Versorgung zur Insel Sylt im Stückgutverkehr nach wie vor vom Bahnhof Niebüll erfolgen soll,

c) die übrigen Versandstücke von privaten Speditionen zum Stückgutbahnhof Flensburg befördert und dort zu Wagenladungen zusammengestellt werden sollen?

2

Falls nein, welche Maßnahmen bezüglich des Stückgutbahnhofes sind statt dessen im einzelnen ab wann geplant?

3

Wie viele Arbeitsplätze werden durch die geplanten Maßnahmen am Bahnhof Niebüll wegfallen?

4

Aus welchen Erwägungen erachtet die Bundesregierung es für vertretbar, daß die Deutsche Bundesbahn (DB) an diesem Stückgutbahnhof, welcher für die ohnehin benachteiligte und wegen hoher Arbeitslosigkeit strukturschwache Region an der Westküste Schleswig-Holsteins lebensnotwendig ist, weitere Arbeitsplätze abbaut?

5

Wie beurteilt die Bundesregierung die Gefahr, daß Niebüll durch die geplanten Maßnahmen als Gewerbestandort insgesamt empfindlich getroffen werden könnte, angesichts der Tatsache, daß gerade in dieser strukturschwachen Region für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe eine direkte Anbindung an das Stückgutnetz der Deutschen Bundesbahn ein wichtiger Faktor ist?

6

Wie beurteilt die Bundesregierung die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen auf den grenzüberschreitenden Verkehr zum dänischen Wirtschaftsraum, welcher heute wesentlich durch den Stückgutverkehr der Deutschen Bundesbahn gewährleistet wird?

7

Wenn demnächst der Großteil der Versandstücke von privaten Speditionen zum Stückgutbahnhof Flensburg befördert und dort zu Wagenladungen zusammengestellt werden soll, wie beurteilt die Bundesregierung angesichts der hierdurch abnehmenden Kundenfreundlichkeit des DB-Angebotes (längere Anfahrtswege etc.) die Gefahr, daß bisherige DB-Versender zukünftig abspringen und sich für den gesamten Transportweg sogleich privater Speditionen bedienen?

8

Wie bewertet die Bundesregierung die Vorteile bei einer Beibehaltung des Stückgutbahnhofes im bisherigen Umfang in Niebüll, wenn dort eine Stückgutbearbeitung durch die DB von und nach Sylt ohnehin erhalten bleibt und der Stückgutverkehr Westerlands von dort über Niebüll weiter nach Altona geleitet wird?

9

Wie bewertet die Bundesregierung angesichts der Tatsache, daß die Stückgutwaggons ohnehin in Niebüll rangiert werden müssen, die Möglichkeit, ohne weiteren Zeitaufwand einen zusätzlichen Güterwaggon, der das Stückgut in Niebüll aufnimmt, an den Zug Westerland/Hamburg anzukoppeln, wodurch das Stückgutaufkommen Niebülls und der angrenzenden Region weiterhin dort abgefertigt werden könnte?

Bonn, den 30. Oktober 1987

Wüppesahl Ebermann, Frau Rust, Frau Schoppe und Fraktion

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