Weitere Behandlung des strahlenden Molkepulvers
der Abgeordneten Frau Saibold und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Wieweit sind die Vorbereitungen zur Dekontamination in Lingen oder anderswo gediehen?
Wie wird bei der Dekontamination die Sicherheit von Arbeitern, Anwohnern, Boden, Luft und Wasser gewährleistet?
Welche Möglichkeiten der Endlagerung (z. B. in Glas eingeschlossen) oder/und welche Orte (z. B. Herfa Neurode) wurden und werden überprüft?
Staatssekretär Stroetmann erklärte in Hungen, daß das Molkepulver in der jetzigen Verpackung „ca. zwei Jahre haltbar" sei. Wie lange kann oder könnte das radioaktiv verseuchte Molkepulver in den Eisenbahnwaggons noch gelagert werden, ohne daß mikrobiologische oder enzymatische Veränderungen eintreten?
Wann ist mit dem Abtransport des in Mitterhartskirchen bei Straubing noch immer auf dem Bundeswehrgelände gelagerten Molkepulvers zu rechnen, und bis wann soll der Abtransport beendet sein?
In der Übersicht über die über- und außerplanmäßigen Ausgaben im 2. Vierteljahr des Haushaltsjahres 1987 — Drucksache 11/679 — werden 6 Millionen DM für die Kosten der Zwischenlagerung und Beseitigung radioaktiv kontaminierter Molke aufgeführt. Wie wurden diese Mittel im Detail verwendet?
Welche Kosten für Lagerung, Überwachung etc. entstanden bisher in a) Meppen, b) Straubing, c) Forstinning?
Laut Aussagen von Vertretern der Firma Meggle befinden sich über 2 000 Tonnen radioaktiv belastetes Molkepulver, welches in Forstinning gelagert wird, in Bundesbesitz. Treffen diese Angaben zu, was ist hiermit geplant und welche Zeiträume für die Beseitigung sind vorgesehen?