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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Gewerbliche Berufsbildung in Entwicklungsländern (G-SIG: 11001525)

Aus- und Fortbildungsmaßnahmen der gewerblichen Berufsbildung seit 1958 in den verschiedenen Kontinenten, Berufsbilder, Bekämpfung der Armut, angesprochene Zielgruppen, Hilfe für erwerbslose Jugendliche in den ländlichen Gebieten, Anteil der Frauen, Kosten der Berufsbildungshilfe des BMZ

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Datum

22.02.1988

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/174229.01.88

Gewerbliche Berufsbildung in Entwicklungsländern

der Abgeordneten Frau Eid und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Bundesrepublik Deutschland nimmt mit mehr als 1 400 Projekten der „gewerblichen Berufsbildung" in der Dritten Welt einen vorderen Platz in diesem Bereich der Aus- und Fortbildung ein.

Grundlage der „gewerblichen Berufsbildung" ist das „Sektorkonzept" des BMZ, das im In- und Ausland zunehmend auf heftige Kritik und Ablehnung stößt. Dieses Konzept wie die darauf aufbauende „Berufsbildungshilfe" werden von den Kritikern als entwicklungspolitisch schädliche Elitenförderung, als einseitige Begünstigung des „modernen Sektors", als „Zielgruppenverfehlung" und als eurozentristisch eingeschätzt.

Angesichts des von den Verteidigern des Sektorkonzepts angeführten Mangels an objektiven Daten fragen wir die Bundesregierung:

Fragen8

1

Welche konzeptionelle Zuordnung der Aus- und Fortbildung im allgemeinen und der gewerblichen Berufsbildung im besonderen besteht zur einmütig vom Deutschen Bundestag 1982 beschlossenen Ausrichtung der bundesdeutschen Entwicklungshilfe auf das Ziel der Armutsbekämpfung?

2

An welche Zielgruppen wenden sich die von der Bundesregierung finanzierten Maßnahmen/Projekte der gewerblichen Berufsbildung?

3

Wie hoch ist der Anteil der Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Bereich der gewerblichen Berufsbildung seit 1958, aufgeschlüsselt für die Sektoren Industrie, Handwerk, Gewerbe, in den verschiedenen Kontinenten?

Wie hoch ist der Förderanteil im sogenannten informellen Sektor (Aufschlüsselung s. o.)?

4

An welchen Berufsbildern orientiert sich die gewerbliche Berufsbildung der Bundesregierung?

5

Welche Konzepte einer beruflichen Hilfe und Orientierung werden vom BMZ für erwerbslose Jugendliche in den ländlichen Gebieten verwirklicht, wie ist die kontinentale/regionale Aufschlüsselung hierzu, und welche Erfahrungen liegen zu diesem Bereich vor?

6

Wie hoch ist der Anteil der Frauen, die durch vom BMZ finanzierte Maßnahmen der Berufsbildungshilfe erreicht werden, aufgeschlüsselt für die Sektoren Industrie, Handwerk, Gewerbe, Kleingewerbe, in den verschiedenen Kontinenten?

Wie hoch ist der entsprechende Anteil der Frauen im sogenannten „informellen Sektor" (aufgeschlüsselt wie oben)?

7

Wie hoch ist der tatsächliche Beschäftigungsgrad der im „modernen Sektor" im Rahmen der durch das BMZ finanzierten Maßnahmen/Projekte Ausgebildeten in den verschiedenen Kontinenten/Regionen?

8

Wie hoch sind die Kosten der Berufsbildungshilfe des BMZ im Verhältnis zur Größe des begünstigten Bevölkerungsanteils?

Bonn, den 29. Januar 1988

Frau Eid Dr. Lippelt (Hannover), Frau Schmidt-Bott, Frau Vennegerts und Fraktion

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