Ausbau der S-Bahn Stuttgart
der Abgeordneten Haar, Daubertshäuser, Adler, Antretter, Bachmaier, Bamberg, Bindig, Dr. von Bülow, Conradi, Dr. Däubler-Gmelin, Dr. Dobberthien, Erler, Ewen, Faße, Hämmerle, Dr. Hartenstein, Hasenfratz, Huonker, Ibrügger, Kirschner, Kretkowski, Dr. Niese, Odendahl, Pauli, Purps, Roth, Schäfer (Offenburg), Dr. Scheer, Dr. Soell, Dr. Spöri, Weisskirchen (Wiesloch), Dr. Vogel und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Die S-Bahn Stuttgart erfreut sich wachsender Beliebtheit. Nach einer Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung erzielte der Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbund mit einem Zuwachs im Beförderungsaufkommen von 1,5 % 1986 das beste Ergebnis aller Verkehrsverbände. Das Verkehrskonzept Stuttgarts liegt auf dem richtigen Weg.
Die steigenden Reisendenzahlen in Stuttgart bringen es jedoch mit sich, daß die S-Bahn in Hauptverkehrszeiten ihre Kapazitätsgrenze bereits erreicht hat. Es ist daher dringend erforderlich, weitere S-Bahn-Züge anzuschaffen, um weiterhin einen ansprechenden Service für die S-Bahn-Kunden zu gewährleisten.
Um die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Stuttgarter Region zu erhöhen, ist ein weiterer Ausbau des S-Bahn-Netzes notwendig. Auch das Ifo-Institut kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis: „Das in den 70er Jahren eingeleitete Nahverkehrskonzept ist der richtige Kurs und sollte weiter ausgebaut und verbessert werden."
Ziel der Netzergänzung der S-Bahn Stuttgart muß eine bessere Erschließung der Gesamtregion sowie eine bessere Verknüpfung mit der 1991 in Betrieb gehenden Schnellbahnstrecke Stuttgart—Mannheim der DB sein.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen12
Sind über die von der Deutschen Bundesbahn in Auftrag gegebenen 25 S-Bahn-Züge, die 1989 ausgeliefert werden sollen, weitere Fahrzeugbeschaffungen geplant?
Werden nach Auslieferung dieser 25 S-Bahn-Züge derzeit in Stuttgart stationierte sonstige S-Bahn-Züge zur Bedarfsdeckung in anderen Verbundräumen abgezogen?
Wie viele S-Bahn-Züge sind derzeit in Stuttgart stationiert, und wie wird sich dieser Bestand in den nächsten Jahren entwickeln?
Wie hoch ist der Zusatzbedarf an S-Bahn-Zügen im Verkehrsverbund Stuttgart
a) zur Einführung eines 15-Minuten-Taktes, um so die derzeit qualvolle Enge in Verkehrsspitzenzeiten zu vermeiden,
b) bei Inbetriebnahme der S-Bahn-Strecke Stuttgart-Rohr — Flughafen Echterdingen,
c) bei Inbetriebnahme der S-Bahn-Strecke Böblingen — Herrenberg?
Wie hoch wären die jeweiligen Baukosten bei einer Ergänzung des S-Bahn-Netzes um die Strecken
a) Bietigheim/Bissingen — Vaihingen/Enz,
b) Plochingen — Kirchheim (Teck),
c) Plochingen — Göppingen — Geislingen/Steige,
d) Marbach — Backnang,
e) Backnang — Murrhardt?
Wie hoch wäre das zu erwartende Reisendenaufkommen auf den einzelnen o. g. Strecken?
Welche zusätzlichen Betriebskosten und welche zusätzlichen Betriebseinnahmen würden bei der Deutschen Bundesbahn bei Aufnahme des S-Bahn-Betriebes auf den einzelnen o. g. Strecken entstehen?
Steht der Kabinettsbeschluß der Bundesregierung vom 23. November 1983, wonach dem Bund und der DB durch den Bau neuer S-Bahnen in den Ballungsräumen keine neuen Folgekosten entstehen dürfen, dem weiteren Ausbau der S-Bahn Stuttgart entgegen?
In welchem Umfang werden sich Land, Landkreise und Gemeinden an den Betriebskosten der geplanten S-Bahn-Strecke Böblingen — Herrenberg beteiligen?
Von Beteiligungen des Landes, der Landkreise und Gemeinden in welcher Höhe will der Bund seine Zustimmung zum Bau der S-Bahn-Strecken
a) Bietigheim/Bissingen — Vaihingen/Enz,
b) Plochingen — Kirchheim (Teck),
c) Plochingen — Göppingen — Geislingen/Steige,
d) Marbach — Backnang,
e) Backnang — Murrhardt
abhängig machen?
Wann ist mit der Aufnahme konkreter Verhandlungen des Bundes mit dem Land Baden-Württemberg über den Ausbau der S-Bahn Stuttgart zu rechnen?
Welche Strecken haben dabei nach Auffassung des Bundes Priorität?