BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Ausbau der S-Bahn Stuttgart (G-SIG: 11001671)

Versorgung der Stuttgarter S-Bahn mit Zügen, Streckenausbau, Finanzierung des Ausbaus

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

22.03.1988

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/1 93603.03.88

Ausbau der S-Bahn Stuttgart

der Abgeordneten Haar, Daubertshäuser, Adler, Antretter, Bachmaier, Bamberg, Bindig, Dr. von Bülow, Conradi, Dr. Däubler-Gmelin, Dr. Dobberthien, Erler, Ewen, Faße, Hämmerle, Dr. Hartenstein, Hasenfratz, Huonker, Ibrügger, Kirschner, Kretkowski, Dr. Niese, Odendahl, Pauli, Purps, Roth, Schäfer (Offenburg), Dr. Scheer, Dr. Soell, Dr. Spöri, Weisskirchen (Wiesloch), Dr. Vogel und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Die S-Bahn Stuttgart erfreut sich wachsender Beliebtheit. Nach einer Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung erzielte der Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbund mit einem Zuwachs im Beförderungsaufkommen von 1,5 % 1986 das beste Ergebnis aller Verkehrsverbände. Das Verkehrskonzept Stuttgarts liegt auf dem richtigen Weg.

Die steigenden Reisendenzahlen in Stuttgart bringen es jedoch mit sich, daß die S-Bahn in Hauptverkehrszeiten ihre Kapazitätsgrenze bereits erreicht hat. Es ist daher dringend erforderlich, weitere S-Bahn-Züge anzuschaffen, um weiterhin einen ansprechenden Service für die S-Bahn-Kunden zu gewährleisten.

Um die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Stuttgarter Region zu erhöhen, ist ein weiterer Ausbau des S-Bahn-Netzes notwendig. Auch das Ifo-Institut kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis: „Das in den 70er Jahren eingeleitete Nahverkehrskonzept ist der richtige Kurs und sollte weiter ausgebaut und verbessert werden."

Ziel der Netzergänzung der S-Bahn Stuttgart muß eine bessere Erschließung der Gesamtregion sowie eine bessere Verknüpfung mit der 1991 in Betrieb gehenden Schnellbahnstrecke Stuttgart—Mannheim der DB sein.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen12

1

Sind über die von der Deutschen Bundesbahn in Auftrag gegebenen 25 S-Bahn-Züge, die 1989 ausgeliefert werden sollen, weitere Fahrzeugbeschaffungen geplant?

2

Werden nach Auslieferung dieser 25 S-Bahn-Züge derzeit in Stuttgart stationierte sonstige S-Bahn-Züge zur Bedarfsdeckung in anderen Verbundräumen abgezogen?

3

Wie viele S-Bahn-Züge sind derzeit in Stuttgart stationiert, und wie wird sich dieser Bestand in den nächsten Jahren entwickeln?

4

Wie hoch ist der Zusatzbedarf an S-Bahn-Zügen im Verkehrsverbund Stuttgart

a) zur Einführung eines 15-Minuten-Taktes, um so die derzeit qualvolle Enge in Verkehrsspitzenzeiten zu vermeiden,

b) bei Inbetriebnahme der S-Bahn-Strecke Stuttgart-Rohr — Flughafen Echterdingen,

c) bei Inbetriebnahme der S-Bahn-Strecke Böblingen — Herrenberg?

5

Wie hoch wären die jeweiligen Baukosten bei einer Ergänzung des S-Bahn-Netzes um die Strecken

a) Bietigheim/Bissingen — Vaihingen/Enz,

b) Plochingen — Kirchheim (Teck),

c) Plochingen — Göppingen — Geislingen/Steige,

d) Marbach — Backnang,

e) Backnang — Murrhardt?

6

Wie hoch wäre das zu erwartende Reisendenaufkommen auf den einzelnen o. g. Strecken?

7

Welche zusätzlichen Betriebskosten und welche zusätzlichen Betriebseinnahmen würden bei der Deutschen Bundesbahn bei Aufnahme des S-Bahn-Betriebes auf den einzelnen o. g. Strecken entstehen?

8

Steht der Kabinettsbeschluß der Bundesregierung vom 23. November 1983, wonach dem Bund und der DB durch den Bau neuer S-Bahnen in den Ballungsräumen keine neuen Folgekosten entstehen dürfen, dem weiteren Ausbau der S-Bahn Stuttgart entgegen?

9

In welchem Umfang werden sich Land, Landkreise und Gemeinden an den Betriebskosten der geplanten S-Bahn-Strecke Böblingen — Herrenberg beteiligen?

10

Von Beteiligungen des Landes, der Landkreise und Gemeinden in welcher Höhe will der Bund seine Zustimmung zum Bau der S-Bahn-Strecken

a) Bietigheim/Bissingen — Vaihingen/Enz,

b) Plochingen — Kirchheim (Teck),

c) Plochingen — Göppingen — Geislingen/Steige,

d) Marbach — Backnang,

e) Backnang — Murrhardt

abhängig machen?

11

Wann ist mit der Aufnahme konkreter Verhandlungen des Bundes mit dem Land Baden-Württemberg über den Ausbau der S-Bahn Stuttgart zu rechnen?

12

Welche Strecken haben dabei nach Auffassung des Bundes Priorität?

Bonn, den 3. März 1988

Haar Daubertshäuser Adler Antretter Bachmaier Bamberg Bindig Dr. von Bülow Conradi Dr. Däubler-Gmelin Dr. Dobberthien Erler Ewen Faße Hämmerle Dr. Hartenstein Hasenfratz Huonker Ibrügger Kirschner Kretkowski Dr. Niese Odendahl Pauli Purps Roth Schäfer (Offenburg) Dr. Scheer Dr. Soell Dr. Spöri Weisskirchen (Wiesloch) Dr. Vogel und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen