Atomtransporte aus Österreich in die Bundesrepublik Deutschland
der Abgeordneten Frau Saibold und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
In einem Artikel der „Passauer Woche" vom 14. April 1988 wurde über einen nächtlichen Atomtransport von Zwentendorf bei Wien zur „Reaktor-Brennelemente-Union" (RBU) in Karlstein in Bayern berichtet. Da dieser Bericht über die aus Österreich kommende atomare Fracht eher auf eine „Geheimaktion" denn auf einen ordnungsgemäßen Nuklear-Transport schließen läßt, fragen wir die Bundesregierung:
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Hat die Bundesregierung Kenntnis von Atomtransporten aus Zwentendorf bei Wien nach Karlstein in Bayern und falls ja, seit wann?
Wie viele solcher Transporte wurden bisher durchgeführt und wie viele sind noch zu erwarten?
Woraus besteht die atomare Fracht dieser Transporte, und um welche Mengen handelt es sich dabei?
Von welcher Firma bzw. von welchen Firmen werden diese Transporte durchgeführt?
Welche behördlichen Genehmigungen sind für diese Transporte notwendig, und von wem wurden diese bzw. werden diese erteilt?
Welche Maßnahmen zum Schutz und zur Sicherheit dieser Transporte wurden bislang getroffen?
Besteht eine dieser Sicherheitsmaßnahmen in der Geheimhaltung dieser Transporte?
In welcher Art und Weise, von wem und in welchem Ausmaß werden die zuständigen kommunalen Behörden, z. B. die Landratsämter über die Durchführung dieser Transporte unterrichtet?
Was geschieht mit der atomaren Fracht nach deren Übergabe an die RBU in Karlstein?
Welche Gefahren gehen von diesen Transporten beim größten anzunehmenden Unfall aus?