Auswirkungen einer Entscheidung für eine Magnetbahn-Referenzstrecke Hamburg—Hannover
des Abgeordneten Weiss (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
- Um wieviel Prozent werden die Fahrgastzahlen der Deutschen Bundesbahn bezogen auf alle DB-Linien, insbesondere der der ICE- und IC-Linien, sinken?
- Wie wird sich eine parallele Magnetbahnstrecke Hamburg— Hannover auf das IC-Angebot und den halbstündigen IC- Takt auf dieser Strecke auswirken?
- Welche Auswirkungen werden sich — angesichts dessen, daß die Magnetbahn nur leichteste Güter transportieren und umschlagen kann — auf die Qualität der Güterverkehrsbedienung für Hamburg ergeben?
- Wird die Deutsche Bundesbahn gezwungen sein, die ICE- Linien schon in Hannover statt Hamburg wenden zu lassen, da die Strecke Hannover — Hamburg ohnehin eine Auslaufstrecke des Hochgeschwindigkeitsnetzes darstellt und sich bei parallelem Betrieb durch die Magnetbahn eine Bedienung durch die Deutsche Bundesbahn wi rtschaftlich nicht vertreten läßt?
- Welche Auswirkungen werden sich demnach für die Bedienungsqualität Hamburgs ergeben?
- Kann unter diesen Bedingungen an dem geplanten ICE- Ausbesserungswerk Hamburg-Eibelstedt, das Hamburg nach langen Auseinandersetzungen gegenüber München- Freimann zugeschlagen wurde und das für Hamburg 300 langfristig gesicherte Arbeitsplätze sichert, festgehalten werden? Wieviel hat die Deutsche Bundesbahn bisher an Investitionen in dieses getätigt?
Fragen5
Wie wird sich eine Magnetbahn-Referenzstrecke Hannover — Hamburg auf das Wirtschaftsergebnis des öffentlichen Verkehrsträgers Deutsche Bundesbahn auswirken?
Welcher Effekt für die Verlagerung des innerdeutschen Flugverkehrs auf bodengebundene Verkehrssysteme — entsprechend der Argumentation der Befürworter der Magnetbahn — ergibt sich nach Ansicht des BMV aus einer Referenzstrecke Hannover—Hamburg angesichts der Tatsache, daß derzeit zwischen Hamburg und Hannover gar keine Linienflüge angeboten werden?
Wie wirkt sich eine Magnetbahn-Referenzstrecke auf das Stadtgebiet Hamburg aus, wie stellt sich die Bundesregierung die Anbindung des Flughafens Hamburg-Fuhlsbüttel in bezug auf die Interessen der betroffenen Wohnbevölkerung vor?
Wie und wo stellt sich die Bundesregierung die Überquerung der Elbe für die Magnetbahn-Referenzstrecke vor, und welche Folgen ergeben sich aus dieser Querung?
Wem werden die Kosten einer Elbquerung der Magnetbahn angelastet werden?
Wird eine solche Elbquerung der Magnetbahn vorbehalten werden oder werden dabei auch öffentliche Verkehrsträger — angesichts der Auslastung aller übrigen Elbquerungen für den öffentlichen Verkehr — berücksichtigt?
Wie und zu welchem Zeitpunkt wird das Bauvorhaben der Magnetbahn-Referenzstrecke einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß EG-Richtlinie (85/337/EWG) unterworfen werden?
In welcher Hinsicht genießt die Magnetbahn-Referenzstrecke Hamburg — Hannover nicht den Grundsätzen der Bundesverkehrswegeplanung?
Insbesondere wie vertritt die Bundesregierung, daß die Strecke Hamburg — Hannover wie weitere untersuchte Strecken nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums vom 20. Mai 1988 nicht dem darin geforderten gemeinwirtschaftlichen Nutzen, auf den sie hin untersucht wurde [vgl. schriftliche Frage Drucksache 11/2407 Nr. 72 des Abgeordneten Weiss (München)], entspricht?