Unfälle in argentinischen Atomanlagen, insbesondere im AKW Atucha I
der Abgeordneten Dr. Daniels (Regensburg), Frau Wollny und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen12
Welche deutschen Firmen sind in Argentinien an der Planung, Bau und Betrieb von welchen Atomanlagen beteiligt?
Seit wann hat die Bundesregierung Kenntnis vom Reaktorunfall im mit deutscher Hilfe erbauten Atomkraftwerk Atucha I?
Welche näheren Umstände des Unfalls und dessen Hergang sind der Bundesregierung bekannt?
Kann die Bundesregierung bestätigen, daß bei dem Unfall 50 Tonnen schweres Wasser ausgelaufen sind, und wie beurteilt sie die Gefährdung von Mensch und Umwelt durch den Unfall?
Bestehen zwischen der Bundesregierung und den beteiligten deutschen Firmen in Argentinien oder den argentinischen Behörden regelmäßige Kontakte, und welcher Art sind diese Kontakte?
Welche Vereinbarungen und Abkommen über Hilfestellung in Fragen des technischen Know-how und bei Störfällen bestehen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und deutschen Firmen einerseits und der argentinischen Regierung und argentinischen Firmen andererseits?
Woher stammt das schwere Wasser, welches in Atucha I zum Einsatz kommt, und inwieweit sind und waren deutsche Firmen an dem Handel bzw. Lieferung des schweren Wassers beteiligt?
Kann die Bundesregierung bestätigen, daß das beim Unfall ausgelaufene schwere Wasser in der Bundesrepublik Deutschland wiederaufbereitet wurde?
Wenn ja, wann und bei welcher Firma? Wenn nein, ist es gänzlich auszuschließen, daß sich bei der Wiederaufbereitung deutsche Firmen im Ausland beteiligt haben?
Welche Rolle bei der Beseitigung der Unfallfolgen und bei der Wiederaufbereitung des schweren Wassers spielte das Kern-forschungs-Zentrum Karlsruhe?
Auf welchem Wege wurde das schwere Wasser in die Bundesrepublik Deutschland transportiert, welche Transportgenehmigungen lagen dafür vor, und wer war die transportierende Firma?
Welche Konsequenzen wird der Unfall auf Konzept und Bau des AKW Atucha II durch die Firma Siemens haben, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Unglücksreaktor entsteht?