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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Verbindliche Einführung von Umweltampeln (G-SIG: 11002909)

Schadstoffminderung durch Abschalten des Motors beim Warten vor einer Umweltampel, Auswirkungen auf den Verkehrsfluß, Ergebnis des Umweltampelversuchs in Baden-Württemberg und weitere Erfahrungen im Bundesgebiet, Einführung der Umweltampel

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

20.10.1988

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/307106.10.88

Verbindliche Einführung von Umweltampeln

der Abgeordneten Frau Rock und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Im Land Baden-Württemberg wurde ein Großversuch mit sogenannten Umweltampeln, die die Autofahrer an Lichtzeichenanlagen zum Abstellen des Motors auffordern, erfolgreich abgeschlossen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Trifft es zu, daß sich das Abschalten des betriebswarmen Motors schon ab 15 Sekunden lohnt und ab 20 Sekunden schon zu einer Verminderung der Abgasbelastung führt?

2

Ist der Bundesregierung bekannt, daß die Verbrauchsminderung bei einer Abschaltzeit von 50 Sekunden bei 10 % liegt, die Reduzierung des Kohlenmonoxyds bei 6 bis 17 %, bei Kohlenwasserstoffen bis zu 7 % eingespart werden im Vergleich zum laufenden Motor und das dies bei einer typischen Umweltampel pro Tag zu einer Einsparung von 20 l Kraftstoff, 4,8 kg Kohlenmonoxyd und 380 g Kohlenwasserstoffen führt?

3

Wie bewertet die Bundesregierung die Tatsache, daß das Wiederanlassen des Motors vor der Umweltampel keine zusätzliche Belastung hervorruft?

4

Ist der Bundesregierung bekannt, das nach Untersuchungen des ADAC durch die Installation von Umweltampeln der Verkehrsfluß nicht behindert, sondern gefördert wird, und wie beurteilt die Bundesregierung, daß in zwei Dritteln der in Baden-Württemberg an dem Umweltampelversuch teilnehmenden Städte der Verkehrsfluß durch die Ampeln verbessert werden konnte?

5

Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, daß diese positiven Ergebnisse erzielt werden konnten, obwohl durchschnittlich nur 38 % der wartenden Kraftfahrer und 42 % der jeweils ersten vier Fahrzeuge den Motor nach dem Signal „Motor abstellen" abgeschaltet hatten, und auf welche Weise könnte die Beteiligung verbessert werden?

6

Wie bewertet die Bundesregierung die im Bundesgebiet bisher gemachten Erfahrungen mit Umweltampeln oder Blauen Ampeln, und wann wird diese technische Einrichtung zur Verbesserung der Luftqualität bundesweit obligatorisch an Ampeln und Bahnübergängen eingeführt?

7

Falls nicht mit einer Einführung durch die Bundesregierung gerechnet werden kann, warum will die Bundesregierung die positiven Ergebnisse aus den Ländern nicht umsetzen?

Bonn, den 6. Oktober 1988

Frau Rock Dr. Lippelt (Hannover), Frau Schmidt-Bott, Frau Vennegerts und Fraktion

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