Ernährungsbericht 1988
der Abgeordneten Frau Saibold und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Aus welchen Gründen verzögerte sich die Veröffentlichung des Ernährungsberichtes 1988 bis zum 2. Dezember 1988, und bis zu welchem Zeitpunkt ist mit der Veröffentlichung des Materialbandes zu rechnen?
Im Schreiben vom 2. August 1988 an die Mitglieder des Kuratoriums der DGE wurde angekündigt, daß am Nachmittag des offiziellen Übergabetermins die nächste Sitzung des Kuratoriums mit Vorstellung und Diskussion des Ernährungsberichtes 1988 stattfinden wird.
Dazu wurde ferner mitgeteilt: „Den Ernährungsbericht selbst werden wir Ihnen kurz vor der Sitzung zusenden, so daß Sie noch die Möglichkeit haben werden, die Sie besonders interessierenden Teile vor der Sitzung zu lesen. "
In dem Schreiben vom 29. November 1988 der DGE an das Kuratoriumsmitglied Frau Saibold, MdB, wird mitgeteilt, daß das BMJFFG die Zustimmung für eine Vorabübersendung des Ernährungsberichtes verweigert hat. Dadurch wurde Frau Saibold in ihrer Arbeit entscheidend behindert, da sie bei der am Nachmittag des 2. Dezember 1988 stattfindenden Kuratoriumssitzung nicht in der Lage war, die anwesenden Kapitelverfasser konkret zu befragen.
Auf welcher Grundlage kam die Verweigerung der Zustimmung des Gesundheitsministeriums zustande?
Wie erfolgte die Finanzierung des Ernährungsberichtes (Anteile BMJFFG und BML), und welche Gesamtkosten verursachte dieser Ernährungsbericht?
In welcher Höhe erhielt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in den Jahren 1984 bis 1988 Mittel aus dem Bundeshaushalt, und wie hoch war der Gesamtetat der Gesellschaft in dieser Zeit?
In welcher Form erfolgte die Restfinanzierung der DGE, und gegebenenfalls durch welche Art der Eigeneinnahmen trug die DGE zur Deckung bei?
Wie bewertet die Bundesregierung die enge personelle Verknüpfung des Präsidiums der DGE mit dem Interessenverband der deutschen Ernährungsindustrie, dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde bzw. dessen Wissenschaftlichen Beirates?
a) Welche Wissenschaftler/innen, die am Ernährungsbericht 1988 mitgearbeitet haben, sind in beratender oder ähnlicher Funktion mit den Interessenvertretungen des Lebensmittelhandels und der Ernährungsindustrie tätig?
b) Welche Wissenschaftler/innen sind im Wissenschaftlichen Beirat des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) vertreten?
Wird sich das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit für die Aufnahme eines Kapitels „Möglichkeiten und Auswirkungen der industriellen Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln" im Ernährungsbericht 1992 einsetzen?
Wenn nein, warum nicht?
Wieviel Mittel werden
a) für die Erstellung einer Kurzfassung des Ernährungsberichtes 1988 bereitgestellt,
b) zur Erarbeitung von handlungsorientiertem Beratungsmaterial für die Ernährungsberatung in den Verbraucherzentralen durch welche Institutionen bereitgestellt?