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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Unterbrechung des Fernsprechverkehrs bei Inbetriebnahme digitaler Ortsvermittlungsstellen und beim Laden von Software im Zusammenhang mit der Einführung der ISDN (G-SIG: 11003592)

Ausmaß der technischen Unterbrechungen des Fernsprechverkehrs, Gefährdung von Menschenleben durch Nichterreichbarkeit von Polizei, Feuerwehr und Notarzt, Haftung für den entstandenen Schaden

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen

Datum

18.04.1989

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/427523.03.89

Unterbrechung des Fernsprechverkehrs bei Inbetriebnahme digitaler Ortsvermittlungsstellen und beim Laden von Software im Zusammenhang mit der Einführung der ISDN

des Abgeordneten Dr. Briefs und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Briefs und der Fraktion DIE GRÜNEN

Unterbrechung des Fernsprechverkehrs bei Inbetriebnahme digitaler Ortsvermittlungsstellen und beim Laden von Software im Zusammenhang mit der Einführung der ISDN

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Inbetriebnahme digitaler Ortsvermittlungsstellen

In der „Westfälischen Rundschau" vom 23. Juni 1989 war im Zusammenhang mit einer Meldung über die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts der Digitalisierung einer Ortsvermittlungsstelle in Dortmund folgender Hinweis zu lesen: „In der kommenden Nacht schaltet die Post 7 600 Anschlüsse, deren Rufnummern mit 51 und 56 beginnen, zwischen 1.30 Uhr und 6 Uhr auf die neue Technik um. Dabei kann es zu Unterbrechungen bis zu einer halben Stunde kommen."

a) Ist es tatsächlich zu solchen Unterbrechungen gekommen? Für wie viele Teilnehmer/innen und mit welcher Dauer?

b) Worauf beruhen diese Unterbrechungen technisch? Lassen sie sich mit zusätzlichem Aufwand ganz vermeiden?

c) Wie viele digitale Ortsvermittlungsstellen sind bisher in Betrieb genommen worden, und wie war das durchschnittliche und das maximale Ausmaß der Unterbrechungen?

d) Bedeuten solche Unterbrechungen, daß während dieser Zeit von den betroffenen Anschlüssen keine Polizei, keine Feuerwehr und kein Notarzt angerufen werden kann?

e) Kann die Bundesregierung ausschließen, daß dadurch Menschenleben gefährdet werden? Wenn ja, wieso?

2

Ladung neuer Software-Versionen

Verschiedentlich wird darauf hingewiesen, daß die Software digitaler Ortsvermittlungsstellen noch verbessert wird und daß neue Versionen implementiert werden.

a) Ist auch beim Implementieren bzw. Laden neuer Software Versionen mit Unterbrechungen derart zu rechnen, daß während dieser Zeit von bestimmten Teilnehmeranschlüssen keine Telefongespräche geführt werden können?

b) Wenn nein, wieso nicht? Gilt das für die beiden Systeme EWSD und System 12 gleichermaßen?

c) Wenn ja, wie lange dauern solche Unterbrechungen, wie häufig ist mit solchen Vorgängen in den nächsten 3 Jahren zu rechnen, und gelten dann die Einschränkungen in bezug auf Anrufe der Polizei, des Notarztes und ähnlichen Stellen gleichermaßen wie bei der erstmaligen Inbetriebnahme?

3

ISDN-Einführung

a) Ist bei der Umstellung einer digitalisierten Ortsvermittlungsstelle auf den ISDN-Standard und/oder beim Anschalten einzelner ISDN-Teilnehmer mit Unterbrechungen des Fernsprechverkehrs zu rechnen?

b) Wenn ja, bei welcher Gelegenheit, wer ist davon betroffen, und wie lange dauern solche Unterbrechungen?

c) Wenn nein, wieso nicht?

4

Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, die Gefährdung von Menschenleben durch die Unterbrechung des Fernsprechverkehrs im Zusammenhang mit der Digitalisierung und des ISDN auszuschließen?

a)

b) Wer haftet in solchen Fällen der Nichterreichbarkeit von Polizei und Ärzten für den entstandenen Schaden?

Bonn, den 23. März 1989

Dr. Briefs Dr. Lippelt (Hannover), Frau Oesterle-Schwerin, Frau Dr. Vollmer und Fraktion

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