Umwegfahrten der Deutschen Bundesbahn im Bereich des alpenquerenden Güterverkehrs
der Abgeordneten Weiss (München), Frau Rock und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wie einer Mitteilung der Industrie- und Handelskammer Bodensee/Oberschwaben zu entnehmen ist, akquiriert die Deutsche Bundesbahn Gütertransporte aus dem Raum Bodensee/ Oberschwaben/Allgäu nach Italien nur für die Route über Ulm/ München — Kufstein — Innsbruck — Brenner und nicht für die deutlich kürzeren Strecken über Singen — Schaffhausen — Gotthard bzw. Lindau — Bregenz — Gotthard. Der Grund dafür liegt nach Angaben der IHK Bodensee/Oberschwaben da rin, daß bei einem direkten Transport nur ein relativ geringer Anteil der Transportstrecke ins Netz der Deutschen Bundesbahn fallen und daher nur ein relativ geringer Teil der Frachterlöse an die DB gehen würde.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen8
Welcher Anteil am gesamten über die Schiene abgewickelten Güterverkehrsaufkommen zwischen den Räumen Bodensee/Oberschwaben einerseits und Mailand/Genua andererseits wird auf dem kürzesten Weg über Singen — Schaffhausen — Gotthard befördert?
Wie lang sind im Vergleich die Schienenstrecken Friedrichshafen — Singen — Schaffhausen — Gotthard — Mailand einerseits und Friedrichshafen — Ulm — München — Kufstein — Brenner — Mailand andererseits?
Wie lang ist derzeit die durchschnittliche Beförderungsdauer im Bahn-Wagenladungsverkehr von Friedrichshafen nach Mailand? Wie lang sind im Vergleich dazu die Beförderungszeiten im Straßengüterverkehr mit dem LKW?
Welcher Anteil am gesamten über die Schiene abgewickelten Güterverkehrsaufkommen zwischen dem Allgäu einerseits und dem Raum Mailand/Genua andererseits wird auf dem kürzesten Weg über Lindau — Bregenz — Gotthard befördert?
Wie lang sind im Vergleich die Schienenstrecken Kempten — Lindau — Bregenz — Gotthard — Mailand einerseits und Kempten — München — Kufstein — Brenner — Mailand andererseits?
Wie lang ist derzeit die durchschnittliche Beförderungsdauer im Bahn-Wagenladungsverkehr von Kempten nach Mailand? Wie lang sind im Vergleich dazu die Beförderungszeiten im Straßengüterverkehr mit dem LKW?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß im Interesse der Reduktion verkehrsbedingter Umweltbelastungen im Alpenraum die Bahn sowohl hinsichtlich der Beförderungsdauer als auch hinsichtlich der Preise wettbewerbsfähig sein sollte mit dem LKW?
Was wird die Bundesregierung unternehmen, um darauf hinzuwirken, daß künftig im alpenquerenden Güterverkehr die Güter nach Möglichkeit über die kürzeste Route befördert werden?