Vermeidung von Sonderabfällen
der Abgeordneten Frau Hensel und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
In Anbetracht des Entsorgungsnotstands bei Sonderabfällen rücken die Möglichkeiten zur Ursachenbekämpfung, d. h. die Möglichkeiten zur Vermeidung und Verringerung der Sonderabfälle direkt am Entstehungsort, immer mehr in den Mittelpunkt der Diskussion.
In diesem Zusammenhang haben die Wissenschaftler des Umweltbundesamtes bereits in ihrem Jahresbericht für 1986 wegweisende Vorschläge gemacht. Dort wurde die mögliche Verringerung bis Ende 1989 auf 30 bis 35 Prozent und bis Ende der 90er Jahre auf 50 bis 60 Prozent geschätzt.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um die vom Umweltbundesamt als realistisch eingeschätzten Reduktionsmöglichkeiten bis Ende 1989 zu erreichen?
Welche tatsächlichen Entwicklungen bei Menge und Zusammensetzung der Sonderabfälle erwartet die Bundesregierung bis Ende 1989?
Welche Maßnahmen wird die Bundesregierung ergreifen, um die vom Umweltbundesamt geschätzten Verringerungsmöglichkeiten beim Sondermüll bis Ende der 90er Jahre zu erreichen?
Wie weit muß der vom Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit apostrophierte „Entsorgungskollaps" Wirklichkeit werden, bis sich die Bundesregierung ihrer Eingriffsmöglichkeiten in die Produktionsstrukturen zur Vermeidung und Verringerung des Sondermüllaufkommens bewußt wird?