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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Zukunft der Main-Weser Bahn - Ruhr-Sieg Strecke (G-SIG: 11003891)

I. Fernbereich: Art und Höhe der Investitionen und anderer strukturverbessernder Maßnahmen, Verbesserungen für den Personen- und Gütertransport, Untertunnelung des Hauptbahnhofs Frankfurt, Beseitigung von Engpässen auf der Strecke nach Gießen bei Neubau der Strecke Frankfurt-Köln, Linienverknüpfung im Bereich Wetzlar-Gießen, Nordeinfahrung der Ruhr-Sieg-Strecke in den Bahnhof Gießen, Abkürzung des Weges vor Hagen; II. Nahbereich: Änderungen in der Struktur der Flächenerschließung durch Bahnbus und Zweigstrecken im Hinblick auf den neuen Fernverkehr, Zubringung des Nahverkehrs aus dem Raum Herborn

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

27.09.1989

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/508318.08.89

Zukunft der Main-Weser Bahn — Ruhr-Sieg Strecke

des Abgeordneten Weiss (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

I. Fernbereich

Wir fragen die Bundesregierung:

1. Welche Investitionsmaßnahmen in welcher Kostenhöhe und welche anderen strukturverbessernden Maßnahmen sind von der Bundesregierung bzw. der Bahn auf und im Bereich der Kursbuchstrecken 360, 420 und 520 geplant? Welche Verbesserungen für den Personen- und Gütertransport werden dadurch erreicht (Reise- und Transportzeit, Erschließung der Fläche, Transportkapazität)?

2. Welchen Stellenwert in der Planung der Bundesbahn hat die Untertunnelung des Hauptbahnhofs in Frankfurt für Durchfahrgleise zum Ostbahnhof? Welche Projektvarianten gibt es? Kosten in welcher Höhe würden entstehen? Wie groß sind die Zeitgewinne, die die Reisenden dadurch erreichen könnten? Welcher volkswirtschaftliche Nutzen durch diese Zeitgewinne kann geschätzt werden? Wie groß ist die Kapazitätsentlastung für den Hauptbahnhof?

3. Wird es im Hauptbahnhof Frankfurt durch die Neubaustrecke Frankfurt—Köln und des dabei zusätzlich induzierten Verkehrs zu noch stärkeren Kapazitätsengpässen auf der Strecke nach Gießen kommen? Wie beseitigt die Bahn diese Engpässe ggf.?

4. Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung zur Beseitigung des Engpasses Frankfurt/M.-Westbahnhof bzw. Bad Vilbel (evtl. 4. Gleis)? Welchen Stellenwert bei der Bahn hat der Bau eines dritten Gleises zwischen Frankfurt/M. Hbf. und Gießen? Kosten in welcher Höhe würden durch dieses Projekt erforderlich? Ist zur Beseitigung der Kapazitätsengpässe auf dieser Strecke auf der ganzen Länge oder nur in bestimmten Bereichen eine Kapazitätserweiterung notwendig? Reisezeitgewinne in welcher Größenordnung könnten erreicht werden? Welche Verbesserungen des Nahverkehrs- und Regionalverkehrsangebots wären möglich? Wie stehen derzeit die Gebietskörperschaften und die Wirtschaftsverbände an dieser Strecke, in Mittel- und Oberhessen und im Siegerland zum Ausbau dieser Bahnverbindung?

5. Wie steht die Bundesregierung der Idee einer Linienverknüpfung im Bereich Wetzlar—Gießen gegenüber, d. h. statt Inter-Regio-Endbahnhof Gießen je eine Fernlinie a) Köln—Siegen—Wetzlar—Gießen—Kassel und b) Hagen—Siegen/Weidenau—Wetzlar—Frankfurt (an Gießen vorbei)?

6. Welchen Stellenwert bei der Bahn hat die Nordeinfahrung der Ruhr-Sieg-Strecke in den Gießener Bahnhof (über die Trasse der ehemaligen Bahnlinie Wetzlar—Lollar und Rückführung durch kurze Neubauschleife zwischen Launsbach und Wißmar)?

7. Gibt es in diesem Zusammenhang Pläne bei der Bundesbahn über eine Abkürzung des Weges vor Hagen mit Hilfe eines Tunnels und kurzer Neubaustrecke, wodurch ein Kopfmachen verhindert würde?

II. Nahbereich

1. Plant die Bundesregierung Änderungen in der Struktur der Flächenerschließung durch Bahnbus und Zweigstrecken im Hinblick auf den neuen Fernverkehr (Inter-Regio u. ä.) wie neue oder anders geführte Buslinien, z. B. a) Verlängerung der Buslinie 5402 Wetzlar-Niederkleen bis zum Fernverkehrshaltepunkt Butzbach (ca. 6 km) zur Anbindung an Frankfurt, b) neue Buslinie aus dem Waldsolmser und Schoffengrunder Raum ebenfalls zur Anbindung an Frankfurt, c) Verlängerung der Buslinie 5404 zwischen Hohenahr-Altenkirchen und Bischoffen zur besseren Anbindung des Hohenahrer Raumes an die Schiene?

2. Die Stadt Herborn wird nach derzeitigen Planungen nicht direkt an das Inter-Regio Netz angebunden werden. Wie gewährleistet die Bahn die Zubringung des Nahverkehrs zum attraktiven Fernverkehrssystem ohne Zeit und Komfortverlust aus dem Gladenbacher Raum, dem Aartal (Bischoffen, Siegbachtal, Mittenaar), dem hohen Westerwald (Greifenstein, Driedorf, Rennerod), der Gemeinde Sinn und der Stadt Herborn selbst?

Fragen9

1

Welche Investitionsmaßnahmen in welcher Kostenhöhe und welche anderen strukturverbessernden Maßnahmen sind von der Bundesregierung bzw. der Bahn auf und im Bereich der Kursbuchstrecken 360, 420 und 520 geplant? Welche Verbesserungen für den Personen- und Gütertransport werden dadurch erreicht (Reise- und Transportzeit, Erschließung der Fläche, Transportkapazität)?

2

Welchen Stellenwert in der Planung der Bundesbahn hat die Untertunnelung des Hauptbahnhofs in Frankfurt für Durchfahrgleise zum Ostbahnhof? Welche Projektvarianten gibt es? Kosten in welcher Höhe würden entstehen? Wie groß sind die Zeitgewinne, die die Reisenden dadurch erreichen könnten? Welcher volkswirtschaftliche Nutzen durch diese Zeitgewinne kann geschätzt werden? Wie groß ist die Kapazitätsentlastung für den Hauptbahnhof?

3

Wird es im Hauptbahnhof Frankfurt durch die Neubaustrecke Frankfurt—Köln und des dabei zusätzlich induzierten Verkehrs zu noch stärkeren Kapazitätsengpässen auf der Strecke nach Gießen kommen? Wie beseitigt die Bahn diese Engpässe ggf.?

4

Welche Vorstellungen hat die Bundesregierung zur Beseitigung des Engpasses Frankfurt/M.-Westbahnhof bzw. Bad Vilbel (evtl. 4. Gleis)? Welchen Stellenwert bei der Bahn hat der Bau eines dritten Gleises zwischen Frankfurt/M. Hbf. und Gießen? Kosten in welcher Höhe würden durch dieses Projekt erforderlich? Ist zur Beseitigung der Kapazitätsengpässe auf dieser Strecke auf der ganzen Länge oder nur in bestimmten Bereichen eine Kapazitätserweiterung notwendig? Reisezeitgewinne in welcher Größenordnung könnten erreicht werden? Welche Verbesserungen des Nahverkehrs- und Regionalverkehrsangebots wären möglich? Wie stehen derzeit die Gebietskörperschaften und die Wirtschaftsverbände an dieser Strecke, in Mittel- und Oberhessen und im Siegerland zum Ausbau dieser Bahnverbindung?

5

Wie steht die Bundesregierung der Idee einer Linienverknüpfung im Bereich Wetzlar—Gießen gegenüber, d. h. statt Inter-Regio-Endbahnhof Gießen je eine Fernlinie a) Köln—Siegen—Wetzlar—Gießen—Kassel und b) Hagen—Siegen/Weidenau—Wetzlar—Frankfurt (an Gießen vorbei)?

6

Welchen Stellenwert bei der Bahn hat die Nordeinfahrung der Ruhr-Sieg-Strecke in den Gießener Bahnhof (über die Trasse der ehemaligen Bahnlinie Wetzlar—Lollar und Rückführung durch kurze Neubauschleife zwischen Launsbach und Wißmar)?

7

Gibt es in diesem Zusammenhang Pläne bei der Bundesbahn über eine Abkürzung des Weges vor Hagen mit Hilfe eines Tunnels und kurzer Neubaustrecke, wodurch ein Kopfmachen verhindert würde?

1

Plant die Bundesregierung Änderungen in der Struktur der Flächenerschließung durch Bahnbus und Zweigstrecken im Hinblick auf den neuen Fernverkehr (Inter-Regio u. ä.) wie neue oder anders geführte Buslinien, z. B. a) Verlängerung der Buslinie 5402 Wetzlar-Niederkleen bis zum Fernverkehrshaltepunkt Butzbach (ca. 6 km) zur Anbindung an Frankfurt, b) neue Buslinie aus dem Waldsolmser und Schoffengrunder Raum ebenfalls zur Anbindung an Frankfurt, c) Verlängerung der Buslinie 5404 zwischen Hohenahr-Altenkirchen und Bischoffen zur besseren Anbindung des Hohenahrer Raumes an die Schiene?

2

Die Stadt Herborn wird nach derzeitigen Planungen nicht direkt an das Inter-Regio Netz angebunden werden. Wie gewährleistet die Bahn die Zubringung des Nahverkehrs zum attraktiven Fernverkehrssystem ohne Zeit und Komfortverlust aus dem Gladenbacher Raum, dem Aartal (Bischoffen, Siegbachtal, Mittenaar), dem hohen Westerwald (Greifenstein, Driedorf, Rennerod), der Gemeinde Sinn und der Stadt Herborn selbst?

Bonn, den 18. August 1989

Weiss (München) Dr. Lippelt (Hannover), Frau Oesterle-Schwerin, Frau Dr. Vollmer und Fraktion

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